beitragsbild_eachtling

Sie mögen‘s kühl

Ein Artikel von Andrea Kocher
Kartoffeln

Foto: Familie Moser

Wenn der September ins Land zieht, dann steht im Lungau wieder diese eine besondere Frucht ganz hoch im Kurs: der Eachtling. Ob nun Eachtling (Markenname) oder Ächtleng (Mundartbegriff) die „richtige“ Schreibweise ist, darüber wird immer wieder gerne diskutiert. Fest steht aber: Die im gesunden Boden und Klima gewachsenen Kartoffeln sind landab landauf eine Spezialität. 950 Tonnen im Jahr sind der durchschnittliche Jahresertrag, den die heimischen Eachtlingbauern aus dem Boden klauben. Moderne Sortiermaschinen helfen dabei, direkt am Feld ausgemustert wird aber nach wie vor händisch. Ditta, Desiree, Erika, Ostara, Laura– es sind klingende, feminine Namen, die die Eachtlingvielfalt beschreibt. Auf die Qualität, Geschmacks- und Kocheigenschaften der vorwiegend gelbfleischigen Grundnahrungsmittel wird längst nicht mehr allein in den regionalbewussten Haushalten geschworen. Auch die Gastronomie, bis hin zur Gourmetküche, will den Eachtling nicht mehr auf den Herbstmenükarten missen.

Dieser Vielfalt fügt man am Anthofergut in Oberweißburg seit einigen Jahren noch Entscheidendes hinzu: Hans und Andrea Moser machten sich daran, nach vergessenen Sorten zu recherchieren, Saatgut zu suchen und dieses auf ihren Feldern anzubauen. Vom „Andengold“ über die „Weinberger Schlosskipfler“ bis zum „Bamberger Hörnchen“, von der französischen „Blue Bell“ bis zur urtypischen, dennoch lange verschollenen „Lungauer Bloben“ (Blaue), die eigentlich schottischer Herkunft ist: Heute bieten die Mosers über 40 wahre Eachtling-Raritäten in ihrem Hofladen an.

Für welchen „persönlichen Liebling“ man sich letztendlich entscheidet, ein Tipp zur Lagerung sei abschließend für alle Sorten hinzugefügt: Sie mögen es luftig, dunkel und kühl, aber ohne Frost.

95 total views, 2 views today

Alle Beiträge aus Kulinarik & Genuss


Facebook Icon