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So bleibt das Leben bunt

Die Salzburger Volkskultur rüstet sich für ein vielgestaltiges Brauchjahr

Die Perchtenmasken sind verstaut, des gleichen die Goasseln der Aperschnalzer. Die närrische Zeit ist vorüber. Mit Aschermittwoch hat wieder die Fastenzeit begonnen. Auch die heimische Volkskultur  setzt auf Pause. Die Betrachtungen gehen auf Ostern zu. Die Menschen halten bereits um Weidenkätzchen und andere Gewächse der Natur Ausschau, damit die Palmbuschen in alter Form gestaltet werden können –  von den  meterlangen Stangen im Lungau bis zu den aus sieben verschiedenen Kräutern gebundenen und mit allerlei Zierrat versehenen Buschen im Flachgau und in der Stadt Salzburg. Als letzte große Lustbarkeit im vorösterlichen Brauchleben gilt der seit 1981 am Faschingssonntag wieder eingeführte „Metzgersprung“  im Hof des Stiftes St. Peter in Salzburg. Ein Sprung ins kalte Wasser soll die Metzgergesellen von Sünden reinwaschen. Das Spektakel führt jährlich unzählige Zuschauer nach St. Peter.

Die Verbände der heimischen Volkskultur und die Menschen, die den Jahreskreis von kirchlichem und allgemeinem Brauch ernst nehmen, konzentrieren sich  auf die Schwerpunkte ihres Tuns im laufenden Jahr: Im Salzburger Chorverband  steht am 13. Mai „Die lange Nacht der Chöre“ in der Stadt Salzburg auf dem Jahreskalender. „Mehr als 50 der insgesamt fast 400 Chöre in ganz Salzburg werden sich daran beteiligen“, sagt Chorverbands-Präsident Dieter E. Schaffer. „Hohe Beteiligung“ erwartet sich Landeskapellmeister Christian Hörbiger beim  Jugendorchester-Wettbewerb am 25. April und  bei den Landeswettbewerben „Musik in Bewegung“ am 30. und 31. März in Bad Hofgastein und am 10. Oktober in Adnet. Ein Jahreshighlight für das „Salzburger Volksliedwerk“ ist laut Obfrau Roswitha Meikl „im Oktober der internationale Harmonikawettbewerb in Flachau“. Und die Schützen freuen sich, bei ihrer „Wallner Gedenkfeier“ (22. Februar in Eben/Pg.) erstmals die „Hans-Paarhammer-Medaille“ als höchste Auszeichnung für verdiente Mitglieder vergeben zu können. Erster Inhaber der Auszeichnung ist der Namensgeber persönlich, der Salzburger Domkapitular und Schützenkurat Hans Paarhammer.

Das ganze Jahr über werden die vielen tausend Mitglieder der volkskulturellen Verbände die Feste und Feiern gestalten – zur Freude der Besucher und als Ausdruck ihrer eigenen Verwurzelung.

Für nachhaltige Initiativen, die über das Normale hinausgehen, ist heuer wieder der „Salzburger Volkskulturpreis“ vom Land Salzburg, von den Salzburger Nachrichten und der Vössing-Stiftung ausgeschrieben. Einreichungen bis zum 13. April, Referat Volkskultur, Land Salzburg.

Bernhard Strobl

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