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Politik ist gefordert: Faire Kostenverteilung bei Stromnetzen

Eine Kolumne der FH Salzburg
DI Cornelia Ferner, BSc Junior Researcher am Studiengang Informationstechnik & System-Management
Cornelia Ferner - Foto: FH Salzburg


Foto: FH Salzburg

Derzeit diskutiert die weltweite Politik über eine Neugestaltung der Netznutzungstarife. Anlass der Diskussion sind die zunehmenden Stromverbrauchsspitzen (zeitlich punktuell erhöhter Strombedarf) und Netzüberlastungen. Diese stellen die Netzbetreiber, wie die Salzburg Netz, weltweit vor Heraus-forderungen – müssen sie doch dafür sorgen, dass genügend Strom von A nach B fließen kann.

Aber Achtung: Hier geht es nicht um die Stromproduktion, für die Energieversorger verantwortlich sind, sondern tatsächlich „nur“ um die Infrastruktur, um die Leitungen. Diese stellen Netzbetreiber kostenneutral – also ohne Gewinn, nur mit dem Anspruch auf Aufwandsdeckung – den Energieversorgern zur Verfügung. Durch die ansteigenden Stromverbrauchsspitzen sind diese Leitungen jedoch temporär überlastet, weshalb die Betreiber fortwährend ihre Netze optimieren müssen – wodurch enorme Kosten entstehen. Nun stellt sich die Frage, wer diese Kosten tragen soll. Eine Möglichkeit stellt ein an Stromverbrauchsspitzen orientierter Tarif dar, der die Endkunden – uns Konsumenten – trifft.

Am Zentrum für sichere Energieinformatik der FH Salzburg wurde nun gemeinsam mit dem Energieinstitut Linz der Frage nachgegangen, wie sich diese Netztarife auf das Haushaltsbudget von Privatpersonen auswirken. Dafür wurden Daten analysiert, die von Smart Metern aus 765 oberösterreichischen Haushalten generiert wurden. Das Ergebnis ist ernüchternd: Gerade einkommensschwächere Haushalte, wie beispielsweise Alleinerziehende, wären davon stark finanziell belastet. Dieser Umstand müsste mit einem aus-gleichenden Rahmenwerk durch die Gesetzgebung reguliert werden.

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