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Politik braucht Frauen

Ein Artikel von Maria Riedler, Redaktion Pongau

Im Pongau gibt es immer noch keine Bürgermeisterin und insgesamt bildet das Bundesland Salzburg mit 3,4 Prozent Bürgermeisterinnen überhaupt österreichweit das Schlusslicht. Was ist da also los in unseren Gemeindestuben?
Im Pongau und Pinzgau findet derzeit ein Leader-Politik-Lehrgang statt, der Frauen dazu ermutigen soll, mehr Verantwortung in Politik und Gesellschaft zu übernehmen. In einem dieser Module kamen Politikerinnen aller Fraktionen, um die Teilnehmerinnen für die Gemeindepolitik zu stärken. Die Radstädter Landtagsabgeordnete Ingrid Riezler (SPÖ) meinte, dass es vor allem daran liege, dass Frauen mehrfach belastet seien und deshalb für viele ein politisches Amt erst nach den Kindern in Frage komme. Die Bürgermeisterin von Stuhlfelden (ÖVP), Sonja Ottenbacher, betonte wie wichtig Frauen für das gute Klima in den Gemeindestuben wären und ermunterte die Teilnehmerinnen mit vielen Tipps. Diese waren überhaupt von allen Politikerinnen sehr bodenständig und praktisch. „Für Frauen ist es sehr wichtig, dass die Atmosphäre in der Gemeindestube passt.“ Weil diese nicht immer passe, sei die Ausfallsquote von Frauen leider sehr hoch.
Sich politisch zu engagieren und so Veränderungen zu bewirken, das habe aber auch mit Führungsstärke zu tun, stellte die ehemalige Vizebürgermeisterin von St. Johann und Bundesspartenobfrau Gastronomie und Tourismus, Petra Nocker-Schwarzenbacher (ÖVP) fest.
Die meisten fanden eine Frauenquote in der Gemeindepolitik überlegenswert. Landesrätin Martina Berthold (Die Grünen), die zum Politiklehrgang in den Pongau kam: „Ich denke, eine Quote würde bedeuten, dass die Gemeinden stärker nach Frauen suchen würden. Wo mehr Frauen in der Politik sind, trauen sich auch mehr Frauen dazuzugehen.“

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