Patchwork – Kann das je ein Ganzes ergeben?

kolumne andrea hammerer

Ich mag den Ausdruck nicht, er hört sich nach Arbeit an und suggeriert, dass alles easy ist.

Die kommende stille Zeit stellt uns wieder vor die große Aufgabe, wie es gelingen kann, mehrere gescheiterte Beziehungen zu einer Happy Family zu vereinen. Raten Sie mal, auf wessen Schultern die Hauptarbeit liegt: Bei der neuen Partnerin des Mannes, der Schuldgefühle hat, wenn er die Kinder holt und zur Ex zurückbringt. Die leibliche Mutter hat die größere emotionale Belastung, wenn sie ihre Kinder einer nach außen hin frischen Liebesbeziehung ‚borgen‘ soll, die am Wochenende Eltern spielen.

Für Kinder ist diese Situation meist leichter, als die richtige Mama glaubt. Kinder sind grundsätzlich interessiert an neuen Bezugspersonen und lieben deshalb die leiblichen Eltern nicht weniger. Sie profitieren enorm, wenn die Eltern jemanden an der Seite haben, der ihnen vorlebt, wie man eine Liebesbeziehung führt, auch wenn es vielleicht andere Regeln des Zusammenlebens gibt wie vorher. Das geht vom Essen, Schlafenszeiten einhalten bis hin zu gemeinsamen Unternehmungen. Machen Sie nicht den Fehler, dem neuen Partner gleich zu sagen, dass er nichts zu sagen hat und seine Meinung für sich behalten soll, wenn ihm das Verhalten der Kinder gegen den Strich geht! Denn dann könnte ihr Modell scheitern. Kinder halten neue Regeln aus:

Die sind in jeder Familie oder Gruppe anders. Und das ist auch gut so, denn wäre die alte Familie so perfekt gewesen, wäre sie nicht gescheitert. Geben sie nicht einen Anweisungskatalog mit dem Kind mit, wenn es ein paar Stunden mit dem Ex-Partner verbringen darf.

Er ist ihr Ex, nicht der Ex ihres Kindes.

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