Glückliche Kindergesichter beim Lauf der Anifer Krampusse

Nur keine Angst!

Am 5. Dezember sind die Krampusse los – unter anderem beim Krampuslauf am Anifer Gemeindeplatz. Das Besondere: Hier gibt es einen abgesperrten Bereich für Kinder, aber auch für Erwachsene, die sich außerordentlich fürchten. Um den Menschen die Angst und Panik zu nehmen, haben die Anifer Krampusse außerdem den 1. „Krampus-Knigge“ aufgelegt, sowohl für Krampusse, aber auch Besucher!
Ein Artikel von  Doris Thallinger

Der alte Brauch, dass der Krampus gemeinsam mit dem Nikolaus zu den Kindern kommt, die guten vom Nikolaus belohnt werden und der Krampus die bösen mitnimmt, versetzt nicht nur Kinder in Angst und Schrecken. Traditionsgemäß laufen vor allem am 5. Dezember Horden von jungen Männern, die sich mit geschnitzten Krampusmasken, Ziegen- oder Schafsfellen, mit Kuhschwänzen und Glocken verkleidet haben, durch viele Orte, um die Leute zu erschrecken. So sieht es das Brauchtum vor.

Im Salzburger Land haben sich die Anifer Krampusse einen Namen gemacht, indem sie unter anderem alle zwei Jahre ein Krampus-Angst-Seminar veranstalten. Damit treffen sie einen Nerv der Gesellschaft, denn der Brauch, der seit jeher dazu gedacht ist, sich zu gruseln und ein wenig zu fürchten, führt bei manchen Einheimischen zu Angst und sogar Panik. „Das ist aber nicht das Ziel der Krampusse, im Gegenteil ist es für die jungen Burschen, die das Brauchtum fortsetzen wollen, sogar sehr unangenehm, wenn Kinder und sogar Erwachsene in Panik verfallen, zittern und weinen vor Angst. So eine Reaktion will schließlich niemand mit seinem Erscheinen hervorrufen, nicht einmal ein Krampus“, so Obmann der Anifer Krampusse Michael Friesacher jun.

Der 1. Knigge für Krampusse und Krampuslaufbesuche

Die Anifer Krampusse haben einen Krampus-Knigge aufgelegt, mit dem sie ihre eigenen Mitglieder und alle Passen einladen, sich gemäß dem Brauchtum zu verhalten. Aber auch für die Besucher der Krampusläufe gibt es einige Tipps, wie sie sich am besten verhalten, denn auch die Maskenträger sind auf den guten Willen der Zuschauer bei den Läufen angewiesen.

Jeder Besucher eines Krampuslaufs ist freiwillig da und sollte sich deshalb auch auf die Situation einlassen. Natürlich kann man jederzeit wieder gehen. Im Vorfeld sollten sich Zuschauer bewusst machen, dass mit leichten Hieben durch den Kuhschwanz oder der Weidenrute durchaus zu rechnen ist. Frauen sollten beispielsweise lieber mit einer Jeans als mit einer Strumpfhose bekleidet erscheinen, um sozusagen nicht im Freien zu stehen. Es ist nicht das Ziel der Krampusse, den Besuchern weh zu tun, aber die Ruten und Kuhschwänze an den Kostümen sind auch nicht dazu gedacht, sie fad hinter sich her zu ziehen. Deshalb kann es durchaus vorkommen, dass auf Höhe der Beine mal eine Rute vorbeisaust. Besonders wichtig für Besucher ist es, sich klar zu machen, dass hinter den Masken Menschen stecken, die durch die Augenschlitze und die schweren Felle ein stark eingeschränktes Sichtfeld und wenig Bewegungsfreiheit haben. Deshalb haben die Läufer ziemlich wenig im Blick und sind auch auf die Unterstützung der Besucher angewiesen. Wer also keine Hiebe abbekommen möchte, sollte selbst möglichst gut aufpassen und gegebenenfalls genügend Abstand halten. Wenn man große Angst hat oder etwas nicht möchte, dann kann man selbstverständlich auch mit dem Menschen hinter der Maske sprechen.

Abgesperrter Sicherheitsbereich für Kinder und Erwachsene mit Angst

Gemäß ihrem Vorsatz, keinem den Spaß am Krampuslauf zu verwehren, richten die Läufer der Anifer Krampusse bei ihrem Lauf am 5. Dezember am Anifer Gemeindeplatz wie jedes Jahr einen abgesperrten Bereich am Gemeindeplatz ein. Aus sicherer Entfernung und mit einer Betreuerin für den Bereich können dort Kinder und Erwachsene mit Krampus-Angst das Spektakel verfolgen.

Weitere Infos unter www.krampusse.at

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