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Naturbelassen

Die Welt steckt voller Geheimnisse und voller Wissen. Wissen, das wir früher genutzt haben, um zu überleben. Heute scheinen wir nicht mehr auf dieses enorme Potenzial zu vertrauen – ein Blick auf unsere Vorfahren und die Kraft der Erdung
Ein Artikel von Andreas Feichtenberger
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Es ist die Wissenschaft, die uns sagt, was wahr oder falsch ist. Sie vermag als einzige Macht Dinge als absolut darzustellen. Sie kann ihr Wissen belegen, durch Formeln, Zahlen und Experimente. Sie hat den Menschen zu dem gemacht, was er heute ist. Sie hat uns Computer gebracht, Lampen, Autos, Wolkenkratzer, Atomkraftwerke, Strom. Und dennoch kann auch die Wissenschaft noch etwas dazulernen – und zwar aus der Natur. Es ist die Bionik, die Mischung aus Biologie und Technik, die sich Errungenschaften der Natur zunutze macht. Das macht auch durchaus Sinn, wenn man bedenkt, wie es der Natur gelungen ist, sich über Millionen von Jahren an die Gegebenheiten auf der Erde anzupassen, mit Naturgewalten umzugehen und Vorteile für sich zu nutzen.

Pflanzen als Vorbilder

Es gibt eine Vielzahl an Produkten und Innovationen, die ohne das Wissen aus der Natur so wahrscheinlich nie entstanden wären. Das reicht von den Flügeln eines Jets über den Lotus-Effekt bei Kleidung und Lacken, die Wasser abweisen, bis hin zum Klettverschluss, der seine Existenz der Klette verdankt. Beispiele wie diese gibt es tausendfach. Und dennoch: der Mensch will in seinem Alltag nicht so recht auf die Natur vertrauen und schlimmer noch: Er arbeitet gegen die Natur. Davon sind zahlreiche Experten überzeugt. Unter anderem auch die Evolutionsmediziner.

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Sie sind der Überzeugung, dass unsere Umgebung sich um einiges schneller verändert, als wir selbst dazu in der Lage sind. Multitasking, Highspeed-Internet, Handy – sie alle diktieren uns jene Geschwindigkeit, die wir im Alltag leben müssen. Daraus resultieren aber zahlreiche Leiden wie Diabetes, Rückenschmerzen, Depression – allesamt Zivilisationskrankheiten, die nur aus einem Grund entstehen: Der Mensch lebt schon lange nicht mehr artgerecht.

Das Problem der westlichen Welt: Uns steckt der Läufer in den Knochen. Bis zur Erfindung der Bürojobs waren wir nämlich so gut wie immer auf den Beinen. Das heißt: Unser Körper ist heute chronisch unterfordert und da-runter leidet die Muskulatur, es entstehen Fehlhaltungen, die Lendenwirbel leiden, die Füße, die Augen.

Auch unsere Psyche kommt mit den Veränderungen nicht klar: Dass der Mensch heute in unüberschaubaren Gruppen lebt – also in Städten – ist eine enorme Herausforderung für das Gehirn. Wer in solchen Massen lebt, kann nur schwer seine eigenen Stärken hervorkehren. Identitätskrisen, Konkurrenzdruck, Angststörungen oder auch Depressionen können die Folge sein. Und hier kommt wieder die Natur ins Spiel: Am Land zeigen sich solche gesundheitlichen Folgen nämlich weitaus weniger als in der Stadt.

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Unterfordert ist auch das Immunsystem. Die Hygiene, die wir derzeit an den Tag legen, entspricht nämlich ebenso wenig unserer Natur. Das Resultat sind  Allergien und Autoimmunerkrankungen. Unsere Vorfahren wussten das, unsere rapide Entwicklung verhindert den Blick auf dieses Wissen.

Und noch etwas hat uns die Technisierung gebracht: Eine permanente Bestrahlung rund um die Uhr.

Schlimme Folgen

Wer denkt, dass die moderne Technik schon darauf achten wird, dass die Strahlung gering gehalten wird, der täuscht. Es war die Firma Apple, die vor kurzem seinen Kunden empfohlen hat, das iPhone 7 nicht direkt an den Kopf zu halten. Der Grund: eine zu hohe Strahlenbelastung. Auch die WHO hat die Handystrahlung bereits etwas zurückhaltend als „möglicherweise“ krebserregend eingestuft. Das Mobiltelefon ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Drahtlos-Technologien wie Bluetooth und W-Lan, Hunderte von Handymasten, Stromlei-tungen oder auch Radio-wellen – es gibt viele sich überlagernde Felder, die hier als Elektrosmog auf Mensch und Natur einwirken. Nun gibt es auf beiden Seiten, bei den Befürwortern und den Gegnern, Studien, die durchaus vertrauenswürdig sind. Doch wie auch immer, die kritischen Stimmen werden lauter. Dr. Robert Becker, ein amerikanischer Professor, der bereits zwei Mal für den Nobelpreis nominiert war, fasste es so zusammen: „Ich habe keine Zweifel daran, dass der weltweit größte Umweltverschmutzungsfaktor im Augenblick die Ausbreitung elektromagnetischer Felder ist.“ Die Folgen von zu hoher Belastung können Schlaflosigkeit, negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit von Männern, Depressionen oder Herz-Kreislauf-Probleme sein.

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Natürlich muss jetzt niemand sein Mobiltelefon wegschmeißen, Vorsicht schadet aber nicht. Also besser telefonieren mit einem Headset, keine Mobiltelefone oder sonstige Bluetooth und W-Lan-Empfänger mit ins Schlafzimmer nehmen – denn selbst im Flug-Modus bleibt noch eine Reststrahlung. Wenn es möglich ist, den Computer besser mit einem Lan-Kabel verbinden. Das Thema Elektrosmog ist natürlich erst mit der Digitalisierung aufgekommen und die Forschung steckt quasi noch in den Kinderschuhen. Abhilfe kann aber beispielsweise das so genannte „Earthing“ bringen.

Geerdet geht’s besser

Übersetzt bedeutet „Earthing“ so viel wie „Erden“. Ein namhafter Befürworter der wissenschaftlichen Richtung ist David Wolfe, der beispielsweise Schuhe als Schuldige für Entzündungen und Autoimmunerkrankungen ausgemacht haben will. Der österreichische Experte für „Earthing“, Christian Harml, pflichtet ihm bei: „Das Erden verhindert das Eindringen von elektrischen Störungen aus der Umgebung. Ist ein Körper nicht geerdet, lädt er sich ständig mit elektromagnetischen Feldern und statischer Elektrizität auf.“ Schuhe, die in der Regel eine Gummisohle haben, ver-hindern diese heilende Wirkung der Erdung, sie sorgen dafür, dass der Träger von der Elektrizität der Erde  getrennt wird. Wenn wir aber barfuß laufen, können wir uns mit dieser Energie der Erde aufladen.

Das Erden hilft dabei, sich von der elektromagnetischen Verschmutzung, der wir ausgesetzt sind, zu reinigen. Harml: „Die Strahlenbelastung ist in den letzten Jahren massiv gestiegen. Früher gab es Radio, Fernsehen und Funk. Heute findet man alle hundert Meter irgendwelche Sender oder Verstärker auf Dächern oder Masten.

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Außerdem ist die Strahlenbelastung im Haus durch die steigende Technisierung enorm gewachsen.“ Messbar ist beides – sowohl die Strahlung in unserer Umgebung, als auch der Prozess der Erdung. Und so fortschrittlich wir heute sein mögen, im Gegensatz zu früher sind sich die wenigsten Menschen ihrer bioelektrischen Natur bewusst. „Gerade in den Industrienationen haben wir unsere elektrische ‚Verwurzelung‘ verloren. Wir gehen stets in Schuhen und schlafen in erhöhten Betten aus isolierenden Materialien“, erklärt Harml.

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