_beitrag_kosmetik

Natürlich schön

Zurück zur Natur – ein Trend, der sich mittlerweile durch viele Bereiche des Lebens zieht. Deshalb ist es naheliegend, dass auch Naturkosmetik im Trend liegt.
 Ein Artikel von Maria Riedler

Das Biozid Triclosan soll weltweit verboten werden – das fordern aktuell 206 Wissenschaftler und Ärzte sowie neun europäische Gesundheitsorganisationen. Triclosan kommt in Zahnpasta und Sportbekleidung vor und könne möglicherweise Brustkrebs auslösen sowie Spermien schädigen, außerdem die Leber und Muskeln angreifen, begründen die Forscher ihren Aufruf.

spruchHormonell wirksame Substanz
Die hormonell wirksame Substanz reize auch die Haut und stehe im Verdacht, Resistenzen gegen Antibiotika zu begünstigen. Triclosan sei in zahlreichen Ländern in der Muttermilch von Frauen nachgewiesen worden und sei deshalb gesundheitlich problematisch. Das Biozid baue sich in der Umwelt sehr schlecht ab. Laut dem Aufruf ist Triclosan in den USA, der EU sowie der Schweiz in Seifen und Reinigungsmitteln verboten. In Kosmetika und anderen Produkten des täglichen Bedarfs dürfe es aber vorkommen.
Dieser Aufruf von Ärzten und Wissenschaftlern zeigt, dass Konsumenten einfach wachsam sein sollten. Denn ein Manko vieler Produkte lautet, dass nicht immer klar erkennbar ist, ob Salben, Cremes, Tinkturen, Lippen- und Kajalstifte oder Schminke allgemein verträglich sind oder nicht auch gesundheitsschädlich sein könnten.

Verdächtige Inhaltsstoffe
Die Gründe für die Nachfrage an Naturkosmetik liegen daher eigentlich auf der Hand. Zunehmend vielen Menschen geht es primär darum, die eigene Haut nicht mit Chemie zu behandeln. Das sind im Wesentlichen Duft- und Konservierungsstoffe, die sich im Körper ablagern können, aus Erdöl gewonnene Rohstoffe sowie Emulgatoren, die im Verdacht stehen, die Haut spröde und trocken zu machen.
So gibt es in der Kosmetikindustrie teilweise aromatische Kohlenwasserstoffe aus Mineralöl in Lippenstiften. Diese stehen unter dem Verdacht, krebserregend zu sein. Dasselbe gilt für Aluminiumsalze in Deodorants. Oder Konservierungsstoffe aus der Klasse der Parabene: Diese Stoffe sind Kosmetika beigefügt, damit diese nicht zu schimmeln beginnen. Parabene wirken zwar antibakteriell, sind aber gleichzeitig in der Gruppe der hormonähnlich wirkenden Stoffe eingestuft. In Tierversuchen wurde nachgewiesen, dass Konservierungsstoffe den Östrogenhaushalt durchein-anderbringen können oder den Testosteronspiegel männlicher Ratten senken. Außerdem zeigten Studien, dass sie in fast allen Menschen nachgewiesen werden können, vor allem bei Frauen. Den Parabenen wies zwar – konkret in Deutschland – das Bundesinstitut für Risikobewertung eine geringe Toxizität zu, trotzdem sind so manche Konsumentenschützer der Meinung, man müsse auf Nummer sicher gehen und nach dem Vorsorgeprinzip handeln.

Fotolia_134453752_Subscription_Monthly_XXLGefahr für Umwelt
Dazu kommt, dass viele Konsumenten aus Gründen des Umweltschutzes auf zertifizierte Naturkosmetik setzen. Denn konventionelle Kosmetik enthält oft Mikrokunststoffe in fester, flüssiger oder anderer Form. Diese gängigen Mikrokunststoffe in Kosmetik- oder Pflegeprodukten, können beim Duschen über den Abfluss in die Umwelt gelangen.
Wer sich für Naturkosmetik entscheidet, verspricht sich dadurch mehr Kontrolle über die Inhaltsstoffe. Schließlich gilt die Haut als größtes Organ des Menschen. Jeden Tag ist sie unzähligen, schädlichen Umwelteinflüssen von Autoabgasen bis hin zur krebserregenden UVA-Strahlung der Sonne ausgesetzt. Zusätzlich wird sie täglich mit zahlreichen Kosmetika bedeckt.
Die Vorteile der konventionellen Kosmetik gegenüber der natürlichen ist, dass sie länger haltbar ist. Naturkosmetik muss aufgrund der fehlenden „Haltbarmacher“ schnell aufgebraucht werden – Cremes mit synthetischen Inhaltsstoffen sind oft über ein Jahr verwendbar. Genauso ist auch die Wirkung stärker als bei der natürlichen Variante – natürliche Haarfärbemittel decken die Haare nicht zu 100 Prozent wie bei der chemischen Behandlung.
Dermatologen betonen, dass die meisten Unverträglichkeiten von natürlichen Substanzen ausgelöst werden. Das bedeutet im Klartext: Auch auf die beste geprüfte Naturkosmetik reagieren manche Menschen mit Überempfindlichkeiten. Deshalb hilft wohl nur ausprobieren, womit die Haut am besten klarkommt. Und: die Dosis macht das Gift…

Fotolia_105849275_Subscription_Monthly_LNaturkosmetik ist kein geschützter Begriff
Genau deshalb greifen einige Hersteller auch zu dem sogenannten Ohne-Trick: Sie preisen an, was in ihren Produkten nicht enthalten ist und nützen den Naturkosmetik-Boom. Doch viele Produkte halten nicht immer, was die Hersteller vollmundig versprechen: Denn viele dieser Kosmetika enthalten künstliche Zusätze – von wegen Natur pur.
Naturkosmetik ist kein geschützter Begriff. Dementsprechend reicht es also für den Verbraucher nicht aus, zu Produkten zu greifen, die lediglich natürliche Inhalte versprechen. Allerdings gibt es einen guten Anhaltspunkt, um zwischen echter und falscher Naturkosmetik zu unterscheiden: Siegel, unter anderem jenes mit der Aufschrift „Kontrollierte Naturkosmetik“.
Konsumentenschützer raten, zu echter Natur- beziehungsweise Biokosmetik mit den Gütesiegeln BDIH, NATRUE, Ecocert oder „Austria Bio Garantie“ zu greifen. Produkte mit diesen Zeichen sind ebenfalls in Drogeriemärkten, Supermärkten oder im Bio-Fachhandel erhältlich und auch teilweise günstiger als unzertifizierte Kosmetik.

202 total views, 1 views today

Alle Beiträge aus Mode & Schönheit


Facebook Icon