beitrag_fh_6

Muss ein Industrie-Roboter lächeln können?

Eine Kolumne der FH Salzburg
Maike Klein, MA, Doktorandin (Universität Stuttgart), Gastwissenschaftlerin am Studiengang Informationstechnik & System-Management
DI Dr. Simon Hoher, Fachbereichsleiter für Mechatronik & Robotik
Fotos: FH Salzburg/Klein: Privat, Hoher: Simon Back Fotografie

Fotos: FH Salzburg/Klein: Privat, Hoher: Simon Back Fotografie

Ärger, Trauer, Sehnsucht, Scham – wir zeigen unsere Emotionen tagtäglich. Sie helfen uns dabei, unsere Gefühle zu äußern, mit unseren Mitmenschen zu kommunizieren und mit ihnen eine Beziehung aufzubauen. Auf dieser Tatsache bauen ExpertInnen schon seit einiger Zeit bei der Entwicklung von Servicerobotern auf. Durch ihr menschen- oder tierähnliches Aussehen und Agieren können Menschen leichter mit den intelligenten Maschinen in Interaktion treten. So streichelt eine betagte Person ihren beinahe lebensechten Katzenroboter und fühlt sich dabei glücklich. Der humanoide Roboter Pepper schlägt wiederum eine andere Führung vor, da er den verängstigten Gesichtsausdruck eines Museumsbesuchers erkannt hat.

Aber wie sieht es nun bei industriellen Robotern aus? Sind hier Emotionen genauso wichtig, wie bei Servicerobotern? Bis jetzt waren Roboter und Menschen im industriellen Alltag durch eine Schutzeinrichtung getrennt. Sobald der Mensch mit dem Roboter in Kontakt trat, wurde ein sicherer Betriebsstopp durchgeführt und der Roboter blieb stehen, während mit ihm gearbeitet wurde. Erst nach Verlassen des Schutzbereiches und der Freigabe durch den Menschen arbeitete der Roboter weiter. Bei der kollaborativen Robotik – also dort, wo Mensch und Roboter Hand in Hand arbeiten – gibt es keine trennende Einrichtung mehr. Der Mensch kann direkt mit dem Roboter interagieren.

Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass die Mensch-Maschine-Interaktion in Bezug auf Sozialkompetenzen noch nicht optimal verläuft und das Thema noch nicht groß erforscht ist. Ingenieurinnen und Ingenieure fordern allerdings eine Zusammenarbeit zwischen Geisteswissenschaften und Ingenieurwissenschaften hinsichtlich der sozialen Aspekte. Deshalb beschäftigen wir uns damit, wie wir das kollaborative Arbeiten attraktiver gestalten können. Und da geht es auch um Emotionen.

An der FH Salzburg wurde deshalb ein kollaborativer Roboter mit einem iPad ausgestattet, das je nach Zustand des Roboters vier emotionale Ausdrücke zeigt: freundlich/neugierig, wenn er auf eine Aktion eines Menschen wartet bzw. Bereitschaft anzeigt; freudig, wenn er eine Aktion selbst ausführen kann bzw. die Aufgabe erfolgreich erledigt hat; überrascht, wenn er eine Handlungsoption anzeigt; schockiert, wenn es ein Problem gibt. In den nächsten Monaten ist als Projekt im neuen SmartFactory Labs des Studiengangs Informationstechnik & System-Management an der FH Salzburg geplant, die emotional ausgestattete Anwendung zu testen und Erkenntnisse daraus zu gewinnen.

Hier interessante Links zum Thema:

43 total views, 1 views today

Alle Beiträge aus Website


Facebook IconInstagram