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Mittendrin

Vergessen Sie alles, was Sie über Heimkino gehört haben. Wenn man den Herstellern von TV und Co. Glauben schenkt, steht 2019 der Durchbruch von Mega-Screens, künstlicher Intelligenz und Vernetzung bevor. Wir wagen einen Blick in die zukünftigen Heimkino-Wohnzimmer.
Ein Artikel von Andreas Feichtenberger

Anfang des Jahres trifft sich die Crème de la Crème der internationalen Unterhaltungselektronik in Las Vegas. Der Anlass ist die CES, die weltgrößte Messe der Branche. Und der Tenor für das Heimkino 2019 lautet: Macht es größer! Gemeint ist damit natürlich das zentrale Element aller Cineasten mit ausgeprägtem Heimweh – der Fernseher. Während hierzulande noch das 55 Zoll-Modell den meisten Absatz findet, ist es in den USA bereits die 75 Zoll-Alternative und die Tendenz ist weiter steigend. So standen in Vegas kaum noch 55 Zöller herum, die Hersteller setzten auf 85 Zoll und aufwärts. Samsung zeigte sogar ein Modell mit 219 Zoll – da reden wir von 5,6 Metern Diagonale! Das Gute daran: Die Preise für die XXL-TVs werden weiter purzeln. Mit der Größe einhergehend muss natürlich auch die Auflösung wachsen. 8K-Technik ist also ein Muss – da kann auch die Tatsache nichts daran ändern, dass es aktuell gar keine Fernsehinhalte gibt, die in so hoher Bildqualität ausgestrahlt werden. Bis es soweit ist, werden noch Jahre vergehen. Aber halb so schlimm, schließlich hatte Full HD mit ähnlichen Vorurteilen zu kämpfen, als es auf den Markt kam. Ein weiterer Trend 2019: der ausrollbare Fernseher. LG präsentierte einen Prototypen auf der CES, hauchdünn und mit bester OLED-Technik ausgestattet. Der Preis wurde noch geheim gehalten, er wird den Innenarchitekten der gut betuchten Klientel aber auch egal sein.

Künstliche Intelligenzen
Filme in geringerer Qualität werden also einfach durch Technik hochgerechnet, sprich sie werden skaliert. Früher machte das ein simpler Algorithmus, der den ausgestrahlten Pixeln einfach welche hinzugefügt hat, um ein klareres Bild zu erschaffen. Heute sorgen künstliche Intelligenzen für brillante Bilder. Diese vergleichen den jeweiligen Bildinhalt mit einer Datenbank von Referenzbildern und passen die Einstellungen entsprechend an. Apropos Intelligenz: Auch mit den TVs der Zukunft muss man sprechen können.
In den meisten Geräten sind daher Amazons Alexa oder der Google Assistant installiert. Und auch Apple mogelt sich geschickt in die Szenerie, und zwar mit seiner AirPlay-2-Technik, die es ermöglicht, Filme und Musik von iPad oder iPhone abzuspielen.
In Zeiten von Netflix und Co. ist Internetzugang ohnehin obligatorisch, die Frage ist eben nur, wie man das Online-Erlebnis aufpeppen kann.    

Fotos: Hersteller

Beamen: Wahres Kino-Feeling
219 Zoll TVs hin oder her, leistbares und ursprüngliches Kino-Feeling bietet für viele ohnehin nur ein Projektor. Hier kann man zwischen klassischem und Kurzdistanz-Beamer wählen. Beide gibt es mit Full HD oder 4K-Auflösung, was die Helligkeitsverteilung angeht, hat die klassische Technik aber die Nase vorne. Das Kontrastverhältnis sollte 10.000:1 nicht unterschreiten und die Leuchtstärke sollte mindestens 500 Lumen betragen. Wer die Werte unterschreitet, wird – vor allem, wenn der Raum nicht vollständig abgedunkelt werden kann – keine große Freude haben.
Bei Kurzdistanz-Beamern gilt: einfache Modelle haben oft billige Objektive und Spiegel, was zu Unschärfe, Verzerrungen oder abgedunkelten Ecken führen kann.

Klarer Sound
Bei aller Begeisterung für die flachen Fernseher, eines fehlt ihnen ganz entscheidend: Resonanzraum. Wo soll aus den hauchdünnen Displays denn satter Sound kommen? Also braucht es entsprechende Alternativen. Surround Systeme mit wahlweise fünf (5.1) oder sieben (7.1) Boxen versprechen hier das beste Heimkino-Erlebnis. Ihre Positionierung vor und hinter der eigenen Position sorgt für den klassischen Raumklang.
In den letzten Jahren haben jedoch die Soundbars zum Überholen angesetzt. Sie sind extrem platzsparend, es müssen kaum störende Kabel verlegt werden und sie sind auch optisch meist ganz schöne Hingucker. Außerdem hat sich der Sound über die Jahre natürlich entsprechend verbessert.
Wer etwas mehr auf den Tresen legt, bekommt sogar Modelle mit Tieftöner und erspart sich so den störenden Subwoofer in der Ecke. Die fehlenden Boxen macht die Soundbar mit Technik wett, der Surround Sound wird einfach simuliert: Der Effekt wird dabei mit Verzögerungen und Schallreflexionen über die Wände erzeugt.

virtuell

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