newyork11

Erwarte nicht, dass es leicht ist

Gerade flimmert die 12. Staffel von Germany’s Next Topmodel über die Bildschirme. Mädchen und Frauen jeden Alters fiebern mit und träumen vielleicht selbst von einer glamourösen Model-Karriere. Aber sehen wir hier die Realität?
Ein Artikel von Doris Thallinger

Fotos: Imiak Khan Photography

Ein berühmtes Model zu werden, in Geld und Luxus zu schwimmen, bewundert und hofiert zu werden. So manches junge Mädchen träumt von der Karriere am Laufsteg und vor der Kamera. Wie aber geht es hinter den Kulissen zu? Wie hart ist der Kampf, bis ein Model es tatsächlich „geschafft“ hat?

Eine, die darauf Antwort geben kann, ist Buket Cakir. Die 24-jährige Salzburgerin jettet heute um den Globus und ist – hauptsächlich am asiatischen Markt – ein gut gebuchtes Model. Ihr Weg dahin war ungewöhnlich – wäre sie doch selbst nie auf die Idee gekommen, Model zu werden. „Ich habe im Sommer 2012 als Ferialjob in einem China-Restaurant gearbeitet, als mein heutiger Manager Dominik Wachta ins Lokal gekommen ist, gerade vom ersten Casting für „Salzburgs Nächstes Topmodel“. Offensichtlich erkannte der Jademodels-Manager die Qualitäten der damals 19-Jährigen und überzeugte sie davon, sich beim nächsten Casting zu bewerben. Lange Rede, kurzer Sinn: Buket Cakir gewann den Wettbewerb und wurde zu „Salzburgs Nächstem Topmodel“ gekürt. „Eigentlich war ich nur neugierig, wie weit ich wohl kommen würde“, war sie selbst überrascht von ihrem Erfolg. Dennoch – es zog die ausgebildete Krankenpflegerin noch immer nicht so richtig ins Model-Business. Das Angebot der Agentur Jademodels, als Model ins Ausland zu gehen, schlug sie zwei Jahre lang aus. Erst 2014 nahm sie dieses schließlich „mit etwas Verspätung“ an. Seitdem geht es für sie rund um die Welt. Beijing, Guangzhou, Liuhua, Hong Kong, New Delhi, Mumbai, Bangalore, Kalkutta und viele weitere Städte zählten schon zu ihren Job-Destinationen.

In Peking, Hongmian, New Delhi und Liahua lief sie bei den internationalen Fashion Weeks; für McDonald’s war sie das Gesicht einer asienweiten Kampagne. Der asiatische Markt liebt die Salzburgerin mit türkischen Wurzeln. „In Asien hatte ich jede Menge Angebote und Anfragen, aber in Europa war mein Typ nicht so gefragt“, erzählt Buket.

Harter Alltag

Buket Cakir hat von sich aus nie mit dem Gedanken gespielt, Model zu werden. Von daher hegte sie keine großen Erwartungen an das Modelleben. Allerdings: „Der Alltag ist schon härter, als viele sich das vorstellen, man verdient auch nicht bei jedem Engagement gutes Geld.“

Das weiß auch Model-Manager Dominik Wachta nur zu gut: „Es ist ein hartes Business: Die Mädchen hetzen von Casting zu Casting, zum Schlafen nutzen sie die Zeit im Flugzeug. In dieser Branche ist man oft rund um die Uhr im Einsatz!“

normal5Für Hobbys hat Buket Cakir seit 2014 kaum mehr Zeit, das Härteste am Job ist für sie, dass sie aufgrund der vielen Reisen Familie und Freunde selten sieht. Ihr Tipp an angehende Models: „Erwarte nicht, dass es leicht ist, erwarte nicht, dass du von null auf hundert Erfolg hast. Du wirst Ausdauer, Geduld und Professionalität brauchen!“ Und Modelmanager Wachta ergänzt: „Es geht ums Wollen. Ich vergleiche das Modeln gern mit dem Profisport: Models müssen verstehen, dass Modeln nicht immer nur Spaß ist. Es ist ein Beruf! Jedes Mädchen, das Model werden will, sollte sich wirklich gut über die Branche informieren, das Positive und das Negative abwägen und dann entscheiden, ob sie bereit ist, alles zu geben!“

Fotos: Imiak Khan Photography

Buket Cakir wurde am 16. August 1992 in Ankara geboren, seit ihrem 10. Lebensjahr lebt sie in Salzburg. Seit 2014 arbeitet Buket als Model, vorwiegend am asiatischen Markt. Derzeit sondiert sie gemeinsam mit Manager Dominik Wachta (Jademodels) weitere Angebote, unter anderem in New Delhi. Ihr persönliches Ziel hat nichts mit Modeln zu tun: Sie möchte Medizin studieren. Für das Cover der SALZBURGERIN wurde Buket von Imiak Khan in Outfits von Ewa Zbaraza im „Hofkultur Wien“ fotografiert.

VOGUE4

372 total views, 2 views today

Alle Beiträge aus Gesellschaft & Kultur


Facebook Icon