Der Mensch als Konsumgut!

kolumne andrea hammerer

Nicht zuletzt durch das Internet ist auch der Mensch zum Konsumgut mutiert. Willhaben dominiert unser Wunschdenken und das macht auch vor unserem Beziehungsleben nicht Halt. Wir konsumieren einander wie Waren und stellen uns selbst in Katalogen aus, über die wir früher milde gelächelt haben und dachten, das machen nur Übriggebliebene. Nein, ‚es‘ machen auch immer mehr Gebundene. Wir Frauen werfen uns auf Flirtforen in diversen Outfits der Männerwelt zum Fraß. Männer zeigen natürlich ebenso, was sie zu bieten haben. Das geht vom Sportoutfit (Mountainbike, wo man das Gesicht kaum erkennt, aber das Rad), dem letzten eroberten Gipfel bis zur Hauskatze, Sixpack und nicht zu vergessen Auto. Meist braucht es im Durchschnitt nicht vieler Worte bis zum ersten Date und ins Bett, man will die Katze ja nicht im Sack kaufen. Was so easy klingt ist die Pest unserer Zeit, besonders für Singles die ernsthaft auf der Suche nach dem großen Glück sind. Hier finden wir es kaum, denn das große Glück braucht eine Zutat, die wir hier verspielen und die heißt Vertrauen. So wie wir aus dem Vollen schöpfen wollen und uns trotzdem nach Ausschließlichkeit sehnen, so schöpfen auch die Herren der Schöpfung aus dem Vollen und können, wenn sie wollen, an jedem Wochentag ein neues Glück ausprobieren. Wie oft wir uns enttäuscht abwenden, zählen wir nicht gerne mit, so wie wir vergessen, wie viele Lottoscheine wir schon bezahlt haben und betrachten es trotzdem als Gewinn, wenn wir mal € 7,- einlösen dürfen. Von Gewinn kann man hier wohl nicht sprechen, eher von Selbstbetrug. Ich erlebe tagtäglich bitter enttäuschte Männer wie Frauen, die nach Jahren am ‚Markt‘ für ein paar ONS ein gutes Stück Selbstvertrauen eingebüßt haben.

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