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„Einmal mit dem Camper durch Neuseeland fahren wäre mein Traum“

Marlies Raich beendete Ende 2014 ihre erfolgreiche Karriere als Skirennläuferin. Voriges Jahr heiratete sie ihren Langzeitfreund Benni Raich, mit dem sie im Oktober ihr erstes Kind, Josef, bekam. DIE SALZBURGERIN traf die Saalfeldnerin in ihrer neuen Heimat im Tiroler Pitztal.

SALZBURGERIN: Marlies, wir sind hier in der Starkenberger Allee, etwas oberhalb von Imst. Kommst du öfters hierher?

Ja, schon. Seit ich ein Baby habe, probiere ich immer neue Wege zum Spazierengehen aus. Es ist sehr schön hier oben. Ich bin überhaupt gerne draußen in der Natur.

SALZBURGERIN: Jetzt bist du ja nicht mehr mit dem Skizirkus unterwegs, aber dein kleiner Sohn beansprucht dich im Augenblick bestimmt sehr. Wie schwer fällt es dir, ihn alleine zu lassen, wenn du Sponsor- oder Interviewterminen nachkommen musst?

Gott sei Dank muss ich ihn nicht oft alleine lassen, aber es ist auch für mich gut, wenn ich einmal ein paar Stunden etwas anderes machen kann. Josef fühlt sich auch bei den Omas sehr wohl! Aber nach ein paar Stunden bin ich dann froh, wenn ich ihn wieder sehe.

SALZBURGERIN: Du bist in der Steiermark geboren, in Saalfelden, Zell am See und Stams zur Schule gegangen und lebst schon seit ein paar Jahren in Tirol. Fühlst du dich schon als halbe Tirolerin?

Also in erster Linie fühle ich mich als Österreicherin (lacht). Aber ich habe schon den größten Teil meines Lebens in Salzburg verbracht. Deshalb fühle ich mich natürlich als Salzburgerin, das wird sich wohl auch nicht mehr ändern. Ich bin aber auch gerne hier in Tirol. Die Leute haben mich sehr freundlich aufgenommen. Es ist sehr schön, hier zu leben.

SALZBURGERIN: Wie sieht dein Tag jetzt aus? Mit Baby und deinen Sponsor-Auftritten musst du ja sicherlich viel unter einen Hut bekommen, oder?

Ja, ich habe noch viele Verpflichtungen seitens der Sponsoren, das muss ich immer genau abstimmen. Aber in erster Linie hat Josef natürlich Priorität. Ich trainiere auch nach wie vor. Ich achte darauf, jeden Tag ein bisschen etwas zu tun, um mich einfach wohl zu fühlen. Es ist schon vorgekommen, dass ich um sechs Uhr aufstehe, wenn der Kleine noch schläft, und mich dann aufs Rad setze. Es richtet sich natürlich generell alles nach ihm. Aber ich versuche, anderen Verpflichtungen so gut es geht nachzukommen.

SALZBURGERIN: Benni hat sich ja auch aus dem aktiven Skisport zurückgezogen, jetzt könnt ihr endlich euer gemeinsames Leben genießen. Wie sieht das aus?

Wir haben unser gemeinsames Leben auch schon vorher gut gemeistert. Vor fünf Jahren haben wir ein Haus gebaut, das war natürlich auch ein größeres Projekt, das zusammen schweißt. Wir genießen die gemeinsame Zeit mit dem Kleinen nun sehr. Es ist schön, eine richtig nette, kleine Familie zu sein.

SALZBURGERIN: Im April letzten Jahres, und vor Josefs Geburt, habt ihr standesamtlich geheiratet. Wollt ihr euch auch in der Kirche das Jawort geben?

Ja, das ist in Planung. Es ist uns beiden sehr wichtig, dieses Ereignis auch mit Freunden und der Familie so richtig zu feiern und uns auch den kirchlichen Segen zu holen.

SALZBURGERIN: Gibt es schon einen Termin?

Keinen offiziellen (lacht).

SALZBURGERIN: Welchen Hobbys möchtest du in Zukunft, wo du nicht mehr trainieren musst, nachkommen? Gibt es da etwas, das du schon immer einmal tun wolltest?

Ich bin immer gerne tauchen und klettern gegangen, das mache ich jetzt, mit Baby, aber natürlich nicht. Wenn ich Zeit habe, genieße ich es, einfach einmal in Ruhe eine Skitour zu machen oder langlaufen zu gehen, das war früher im Winter ja auch nicht so oft möglich. Und ich habe immer viel gelesen, das mache ich auch jetzt, aber momentan lese ich mehr Fachliteratur über Kinder (lacht). Lesen ist ja entspannend, aber derzeit dreht sich eben vieles nur um Josef. Aber das ist ja auch spannend.

SALZBURGERIN: Gibt es auch neue Sportarten, die du nun ausprobieren willst?

Ich habe mit Pilates angefangen, und bin drauf gekommen, dass es mir sehr gut getan hätte, wenn ich das schon in meiner aktiven Zeit betrieben hätte, weil es einfach für den gesamten Körper, vor allem aber für den Rücken, sehr gut ist. Man kann sich mit Pilates auch sehr gut entspannen.

SALZBURGERIN: Beeinträchtigen dich deine alten Verletzungen noch?

Ich bin sehr froh, dass ich wieder laufen gehen kann. Das habe ich während meiner aktiven Sportkarriere nicht mehr machen können. Die Verletzungen an den Knien haben mich daran immer gehindert, weil die Belastung beim Laufen viel zu stark war. Das tut mir jetzt sehr gut! Ich hätte mir nie gedacht, dass ich wieder eine Stunde lang laufen gehen kann, ohne Schmerzen zu haben.

SALZBURGERIN: Bist du jetzt wieder ganz fit?

Es geht mir sehr gut. Ich muss natürlich aufpassen und mich muskulär immer fit halten.

SALZBURGERIN: Und wenn du einmal relaxt, spielst du dann auch ein Instrument, jetzt, wo du wieder mehr Zeit hast?

Ich habe einmal Gitarre gelernt. Ich nehme mir auch immer wieder vor, wieder Stunden zu nehmen. Momentan beschränkt sich mein Gitarrenspiel allerdings auf Weihnachten (lacht).

SALZBURGERIN: Welche Art von Musik magst du am liebsten?

Ich höre alles gern. Auch klassische Musik. Ich hoffe, dass sich vielleicht heuer wieder einmal +die Salzburger Festspiele ausgehen. Ich versuche, pro Jahr immer ein, zwei Kultur-Events zu besuchen. Letztes Jahr waren wir bei den Bregenzer Festspielen und vor zwei Jahren in Salzburg.

SALZBURGERIN: Mit Josef werdet ihr sicher noch keine großen Reisen unternehmen. Habt ihr trotzdem schon einen Urlaub geplant?

Im Frühjahr hatten wir immer ein paar Wochen Zeit, um Urlaub zu machen. Momentan ist nichts geplant, ich will mit dem Kleinen auch nicht fliegen. Vielleicht machen wir heuer auch einmal im Sommer Urlaub. Das haben wir eigentlich noch nie gemacht. Österreich bietet auch viele schöne Plätze, und wenn es wieder so warm wird wie letztes Jahr, muss ich persönlich keine großen Sprünge machen.

SALZBURGERIN: Gib es Traumziele?

Ich habe sehr viel gesehen in meinem Leben, bin sehr viel herumgeflogen. Ich war neun Mal in Neuseeland, aber immer an den gleichen Plätzen, zum Trainieren. Ich finde das Land sehr spannend! Es wäre schon vorstellbar, wo wir jetzt Zeit dafür haben, einmal dorthin auf Urlaub zu fliegen. Mit einem Camper durch ganz Neuseeland, das wäre toll!

SALZBURGERIN: Wie schaut deine berufliche Zukunft aus? Hast du schon erste Pläne?

Es ist momentan sehr spannend. Es tut sich viel Neues auf, wo ich mich auch weiterentwickeln kann. Ich habe während meiner aktiven Zeit begonnen, ein bisschen in Immobilien zu investieren. Und da ist jetzt auch einiges zu tun. Man kommt immer wieder auf neue Ideen. Es gibt konkrete Ideen für meine Zukunft, aber darüber möchte ich jetzt noch nicht sprechen. Josef hat jetzt außerdem Vorrang, und das genieße ich jetzt sehr. Bei einer ganz jungen Mutter ist das vielleicht  anders, ich werde am 31. Mai 35 Jahre alt. Ich habe weniger Stress, mein Baby hat jetzt Priorität, und das ist sehr schön.

SALZBURGERIN: Apropos Baby: Soll dein Sohn noch ein Geschwisterchen bekommen?

Sofern man das planen kann … (lacht). Aber ja, wir wollen die Familie noch erweitern, wenn´s geht.

SALZBURGIN: Eines, zwei, mehrere?

Das wird sich weisen (lacht). Ich bin ja auch nicht mehr die Jüngste, mal sehen! Es kommt, wie es kommt. Auf jeden Fall sind wir nicht abgeneigt, mehrere Kinder zu bekommen.

SALZBURGERIN: Danke für das Gespräch!

Danke auch!

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