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Mama reicht’s!

Der Mama Body Blog für alle nicht perfekten Moms  🙂 

Ich schicke voraus: Dieser Blog schildert meine ganz persönliche Sicht auf alle von mir besprochenen Themen und Erlebnisse und verurteilt niemanden für andere Sichtweisen.
 Ein Blog von Andrea E.
Foto: Die Abbilderei

Foto: Die Abbilderei

Nachdem ich letztes Mal nach Hause gekommen bin, war jeder Schmerz vorbei. Jetzt müssen nur noch die Pölsterchen schmelzen! Das braucht Zeit. Trotzdem schaue ich jeden Tag in den Spiegel, bis es mir nach zwei Wochen zu blöd wird. Ich weiß, nun ist Geduld angesagt – und ein Folgetermin!
Es ist wieder soweit! Nachdem mein Bauch nun schon eingefroren wurde, wird nun auch den sogenannten „Flanken“ und dem Fett unter den Achseln der Umfang genommen. Hoffentlich! Diese irgendwie gar nicht so großen Fettpölsterchen stören mich mehr als manch anderer Bereich. Fakt ist nämlich: Besonders das unschöne Fett an der Hüfte macht meine Silhouette unelegant und ungleichmäßig.

Dr. Ben Gehl hat mir schon bei der ersten Sitzung vermittelt, dass es bei der Ästhetik viel um Proportion und Gleichmäßigkeit bzw. auch Ebenmäßigkeit geht. Und meine üppige Sanduhr-Silhouette wäre eigentlich nicht unschön – doch sie wird an den Flanken richtiggehend unterbrochen.
Ich bin wirklich gespannt, ob da etwas zu machen ist. Hoffnung gibt mir Gerätetechnikerin Julia, die mir beim Aufsetzen der Applikatoren erzählt, dass diese Bereiche (Flanken und die Fettpölsterchen unter den Achseln) oft besonders gut funktionieren. Der Aufsatz an den Flanken ist derselbe wie am Bauch. Das Kälteschutzvlies wird aufgelegt und schnell ist mein Fett eingesaugt.

gesicht_2Und dann kommt „Agathe“. „Agathe“ ist der kleinere Aufsatz, der meinen Pölsterchen an den Achseln zu Leibe rücken soll. Das Ansaugen ist hier wirklich weitaus unangenehmer. Es dauert auch etwa 15 Minuten, bis der anfängliche Schmerz nachlässt und die Stelle taub wird.
Entspannen kann ich mich diesmal nicht. Der Saugkopf an den Flanken ist mir egal, aber „Agathe“ macht mich wirklich nervös. Dr. Gehl erzählt mir, dass diese Stelle, ebenso wie das Doppelkinn (ja, auch das kann man sich durch Kälte wegfrieren lassen!), oft als unangenehmer als andere Stellen empfunden wird.
Jedenfalls ist dies der einzige Termin, der mir wirklich ein bisschen Stress bereitet. Und hier zeigt sich wieder der Unterschied zwischen Arzt und Arzt: Dr. Gehl nimmt sich Zeit und erklärt mir alles noch einmal. Auch wenn die Behandlung dadurch nicht angenehmer wird – ich kann beruhigt sein, dass alles so passt.
Außerdem lenkt er mich gekonnt ab und erzählt mir von einer tollen Behandlungsmöglichkeit für das Gesicht. Es gibt – echt jetzt Mädels aufgepasst!!! – so etwas wie einen „Last Minute Glow-Effect“, wenn irgendein wichtiges Ereignis ansteht.

gesicht_1„Es gibt das Oberflächen-Hyaluron“, erzählt mir der Doc. „Wir verwenden eine Hyaluronsäure und spritzen sie in die Dermis, also in die Lederhaut. Das ist die Haut, die man angreifen kann, also die Haut an der Oberfläche. Was macht nun das Produkt? Der Wasserspeicher und der Aminosäurestoffwechsel werden erhöht und das bringt die Haut zum Strahlen. Das ist, als hätte man viel getrunken. Es ist mehr Spannung auf der Haut und die Trockenheitsfältchen verschwinden. Gleichzeitig werden die Poren auch noch kleiner gedrückt. Die Amerikaner nennen diese Behandlung gerne Glow, weil die Haut durch den aufgefüllten Wasserspeicher und das pralle Erscheinungsbild gerade bei Fototerminen toll reflektiert.“
Nach nur zwei Behandlungen ist der Wasserspeicher der Haut soweit aufgefüllt, dass es dann 8–10 Monate hält! Aber schon nach dem ersten Mal ist ein Ergebnis sichtbar! Also: „Let‘s start to shine!“ Genau das Richtige für meine leidgeplagte Winterhaut. Der Doc schmunzelt – er weiß eben, was die Damenwelt möchte.
Nachdem „Agathe“ überstanden ist und mich das Abnehmen der Saugköpfe wieder 10 Minuten Schmerzen gekostet hat (genau wie beim letzten Mal), sieht sich Dr. Gehl noch einmal den schon beim letzten Termin behandelten Bauch an und bespricht eine Folgebehandlung mit Julia. Er ist Perfektionist und will ein tolles Ergebnis.
Trifft sich gut – ICH AUCH!

Nächstes Mal:
Was daheim passiert, ob die Schmerzen wirklich weggehen, ob ich einen Effekt erkenne und ob der Alltag Probleme bereitet…
Außerdem: Warum ich einen Bauch-Folgetermin mache und mir dabei etwas Gutes für die Ballsaison gönne.

Part 1

Foto: Robert Kneschke – fotolia.com

Ich bin als Mama superhappy. Mein Sohn und gleichzeitig mein „Ein und Alles“ wird heuer 4 und meine Ehe sowie meine berufliche Karriere wurden vom Babyalltag nur marginal ramponiert.
Eigentlich passt also alles. Was allerdings in den letzten Jahren nicht unramponiert geblieben ist, ist mein Körper. Und dabei spreche ich nicht vom unliebsamen Älterwerden (das kommt ja sowieso dazu). Nein. Ich spreche davon, was die Schwangerschaft für meinen Körper bedeutet hat.

Vorrausschicken muss ich: Ich hatte – als erwachsene Frau – nie Kleidergröße 36 oder kleiner. Ich bin 1,74 m groß und hatte seit jeher Größe 38/40. Ich war nie dick, aber auch nicht dünn. Busen und Hintern waren immer gut vorhanden und sichtbar. Irgendwie hat alles gepasst und mir war mein Körper recht wie er war. Ob ich generell eher üppig oder zart bin… ich wusste nur, dass ich eben so mittendrin bin – für mich gefühlt ganz gut und normal.

Dann wurde ich – gewünscht und ersehnt – schwanger. Und schon da hat sich gezeigt, dass ich wohl eher zu den Damen zähle, die schnell mal ein paar Kilo zulegen, wenn sich das Baby einnistet. Der lapidare Kommentar meines Gynäkologen zu meinem riesigen Bauch war: „Tja… manche Frauen bauen ihrem Kind eine Wohnung, manche ein Schloss…“.
Ich habe bereits im dritten Monat hochschwanger ausgesehen und habe dann schlussendlich 25 Kilo zugelegt.
Nachdem ich gewohnt war, dass mein Körper irgendwie alles selbst reguliert, habe ich dann einfach gehofft, dass nach der Geburt und der Babyzeit auch der Body sich irgendwie wieder fängt.

Foto: llhedgehogll – fotolia.com

Ich habe die gesamte Babyzeit für meine Figur also nix getan. Glücklicherweise gab es keine Schwangerschaftsstreifen und so habe ich einfach abgewartet was passiert.
Als mein Sohn drei Jahre alt wurde, war mir bewusst: der jetzige Zustand – das war’s. Mein Körper hatte sich, seit mein Junior 1,5 Jahre alt war, nicht mehr verändert.
Ich hab zwar nach der Geburt massiv an Gewicht verloren, nur was vorher irgendwie alles ästhetisch und passend war, war jetzt aus der Form. Statt einer fein gezeichneten Silhouette hatte ich einzelne, hervorstehende Bereiche und Dellen, gepaart mit schwachem Bindegewebe (angeblich erblich – danke Mama J) , Venen an den Beinen, die hervortreten (ich weigere mich Krampfadern zu sagen – so schlimm ist es auch nicht! J), meinem Gesicht sieht man die Belastung an (ja natürlich auch das Älterwerden) und überall scheinen ein paar Kilo mehr „kleben“ geblieben zu sein.

Kleidergröße 38/40 ist dahin… 42 meine neue feste Nummer.
Mein Resümee: Es hätte schlimmer kommen können. Aber auch besser.

Nach und nach habe ich versucht, irgendwie was mit Sport zu machen, mit Ernährung… alles Fehlanzeige – zu faul, zu undiszipliniert.

Für irgendeine OP, also eine Fettabsaugung oder einen neuen Busen reicht mein Mut aber auch nicht aus. Nur wegen meiner Eitelkeit unters Messer… da ist meine Courage nicht ausreichend. Aber generell war ich schon offen für Möglichkeiten, etwas zu tun, um wieder an mehr „Form“ zu kommen…. und zwar ohne viel Mithilfe in Form von Diät usw. Nur bitte WAS?

Foto: Die Abbilderei

Da habe ich gelesen, es gibt dieses „Fett wegfrieren“. Kryolipolyse. Ein Trend aus den USA, der angeblich wirklich funktioniert. Dabei wird das Fett eingefroren und dann abtransportiert. Ohne OP.
Das hat mich neugierig gemacht. Und schlussendlich habe ich mich dann überwunden: Mit einem riesigen Berg von Hemmungen und Scham bin ich schließlich in die Praxis eines plastischen Chirurgen gewandert, um mich beraten zu lassen. Ich war unsicher und gar nicht souverän. Und das hat mein Gegenüber gespürt. Nach 5 Minuten Gespräch sollte ich mich bis auf die Unterwäsche ausziehen. Auf meine nackte Haut wurde dann, während ich mit freundlichen, aber bestimmten Worten über mein schlechtes Gewebe und „das Gehenlassen nach der Schwangerschaft“ aufmerksam gemacht wurde, mit schwarzen Strichen all das markiert, was „schlecht“ an mir war. Und das war nach Meinung des Profis eine Menge. Aber: „Alles ganz easy machbar!“, meinte er.
Der anschließende Kostenvoranschlag hat mich weniger irritiert als die Tatsache, dass ich mich nun wirklich furchtbar gefühlt habe.
Auf so freundliche Weise hatte mir noch niemand gesagt, wie hässlich oder besser gesagt unperfekt mein Körper ist… zumindest hat es sich genau so angefühlt und nach einer kurzen Nachdenkphase wollte ich meinen Plan ad acta legen.

Und das hätte ich vermutlich auch, hätte nicht ein ehemaliger beruflicher Kontakt von mir seine eigene Praxis eröffnet. Ich bekam eine Einladung zur Eröffnung von „the aesthetics“ vorbeizukommen. Dort konnte ich zum ersten Mal mit Dr. Ben Gehl länger plaudern. Früher waren wir uns nur entfernt begegnet. Und irgendwie hatte ich gleich ein gutes Gefühl. Ich schilderte ihm mein Problem und wir vereinbarten einen Termin.

Foto: Die Abbilderei

Als ich dann in der Praxis war, stieg wieder diese unangenehme Angst hoch, wieder dasselbe zu hören, zu sehen und zu erleben wie beim letzten Mal, aber diesmal war alles anders. Dr. Gehl hat mir erstmal zugehört. Er hatte verstanden, worum es mir ging und er hat mir das Gefühl gegeben, dass Wir (sic!) meine Körpersituation wirklich verbessern können, ohne mir Wunder zu versprechen. Statt auf meine „Fehler“ zu zeigen, hat er mir erklärt, was wir tun können, um meine Silhouette wieder harmonischer zu bekommen. Ohne OP und ohne „alles easy“. Nachdem ich von dort wegging, hatte ich einen realistischen Plan, was machbar ist, meinen ersten Termin zur „Cool Crush“-Behandlung und das schöne Gefühl, mir etwas Gutes zu tun.

Part 2

Also ist es nun beschlossene Sache – ich lasse mir mein Fett wegfrieren. Dr. Gehl hat mir klar erklärt, was wir machen können und was eben nicht geht. Meine Beine zum Beispiel können wir formen – aber Sinn macht Cool Crush bei mir nur außen. Mein Bauch oder die sogenannten Flanken (Hüftpölsterchen) sollen sogar super funktionieren… Na, ich bin neugierig.

Der erste Termin steht fest und ich warte gespannt, was passiert. Zuerst werde ich mal fotografiert und die Stelle, die bearbeitet wird, angezeichnet. Wir beginnen mit dem Bauch. Nachdem ich eine angenehme Position auf einer Behandlungsliege eingenommen habe, erklärt mir Julia, die meine Behandlung einstellt, wie das nun abläuft: Ein Vakuum saugt das zu behandelnde Gebiet ein und dann bleibe ich einfach 90 Minuten liegen, während meinem Fett der Kältetod droht. (Hoffentlich!)

Ob es wehtut, frage ich noch… „Nur am Anfang ein wenig“, werde ich beruhigt. Na gut – let’s go! Und dann geht es sehr schnell – das Kälteschutzvlies kommt auf die Haut, das Gerät wird aufgesetzt, Vakuum an und ich werde gekühlt. Ich bekomme noch eine Klingel in die Hand gedrückt. Falls irgendetwas ist, kann ich läuten und ich werde sofort betreut. Das gibt ein gutes Gefühl.

Mein Bauch fühlt sich bereits nach kurzer Zeit taub an. Nur beim Nabel ist es ein wenig unangenehm, sonst spüre ich eigentlich gar nichts! Es tut nicht weh und ist nicht kribbelig. Nicht einmal kalt ist es. Also kann ich 90 Minuten rasten. Und weil das ja fast langweilig wäre, kommt Dr. Gehl in der Zwischenzeit vorbei und ich darf ihn ein bisserl darüber löchern, was wir da gerade tun und warum es funktioniert.

Warum bist du eigentlich plastischer Chirurg geworden?
Ich wollte schon als Kind ein Tierarzt werden, weil ich selbst einen Hund hatte. Ich wollte Tieren, die leiden, helfen. Das gleiche, was bei Tieren geht, geht aber auch bei Menschen. Und schlussendlich habe ich mich für Medizin für Menschen entschieden. Naja und ich fand immer spannend, dass die Chirurgie an sich ein Handwerk ist. Ich bin nicht derjenige, der gerne schlaue Sprüche klopft, ich wollte immer mit den Händen als Arzt und Chirurg eine Lösung finden.

Wie definierst du Schönheit?
Einmal habe ich in Facebook geschrieben: Gute Proportionen mit Ecken und Kanten. Hört sich alles sehr, sehr gut an. Wenn du mich jetzt so fragst: Für mich persönlich bedeutet Schönheit die Gesamtheit des einzelnen Menschen. Charakterzüge und Humor sind zum Beispiel ebenso wichtig wie ästhetische Idealbilder.

Erfüllst du die Träume deiner Kunden nach Perfektion?
Für mich gibt es keine Kunden, sondern nur Patienten, das ist ganz wichtig, weil immer Menschen hinter den Patienten stecken. Die Perfektion zu erfüllen, ist nicht das Ziel, sondern Träume zu erfüllen und den Wünschen jedes Einzelnen näher zu kommen. Ganz wichtig für mich ist allerdings, dass immer die Natürlichkeit – die Natur – gewahrt wird, das heißt für mich zum Beispiel, dass die Anatomie immer geschont wird und dass es hier eben nicht zur Zerstörung der natürlichen Strukturen kommt.

Wann rätst du von Eingriffen ab bzw. wo ziehst du die Grenzen?
Ich rate vielen Patienten von Eingriffen ab und operiere eigentlich nur dann, wenn ich den Wunsch klar nachvollziehen kann.
Irgendwelche abgefahrenen Wünsche schicke ich gerne weiter. Das liegt aber bei mir vor allem auch daran, dass ich gar keine Lust habe, nur Wünsche zu erfüllen. Ich möchte eigentlich Dinge tun, die ich gut nachvollziehen kann, und damit auch Menschen helfen. Wenn zum Beispiel nach einer Schwangerschaft wieder eine schöne Brust aufgebaut werden soll, ist das für mich nachvollziehbar.

1_bauch_anzeichnen
Als erstes wird am Bauch die Position angezeichnet.
2_geraet_einstellen
Julia stellt das Gerät optimal für mich ein.
3_behandlung
Während der Behandlung interviewe ich Dr. Gehl.
4_kurz_danach
Direkt nach der Behandlung sieht man noch den Abdruck des Gerätes.
5_nach_der_behandlung
Gott sei dank verschwindet der Schmerz so schnell, wie er gekommen ist.

Da sind wir auch schon beim Thema „Mama reicht’s“. Mit welchen Themen kommen Frauen nach Schwangerschaften am häufigsten zu dir?
Der Haupteingriff sind Bruststraffungen oder Abbau der Drüse (die leer gesaugte Brust – umgangssprachlich), die durch den Milcheinschuss und das Stillen entstehen. Das nächste sind Schwangerschaftsstreifen bzw. weiche Haut oder Fettansammlungen am Bauch, dann oft die Reiterhose und zugenommene Kilos in der Schwangerschaft, die nicht von alleine verloren gehen. Flanken, innere und obere Oberschenkel und andere Problemzonen, die kennst du ja selber, die Klassiker eigentlich.

Als Mutter will ich eine OP vermeiden. Aber ganz allgemein: Woher kommt der Trend, immer mehr Möglichkeiten OHNE Operation auf den Markt zu bringen?
Eingriffe ohne Operation durchzuführen ist aus meiner Sicht kein aktueller Trend, sondern schon immer der unmittelbare Wunsch der Menschheit, mit wenig Eingriff, mit wenig Behandlung, das Maximale rauszuholen. Die Technologien sind nun so weit, dass es auch Möglichkeiten dazu gibt, wie z.B. Cool Crush.

Was sind die Vorteile und Nachteile von Schönheitsbehandlungen OHNE OP?
Die Vorteile liegen klar auf der Hand: wenig Ausfallzeit und geringes Risiko. Eine der bekanntesten Techniken auf dem Sektor ist mittlerweile die Kryolipolyse, die du an deinem eigenen Körper erlebst. Du hast geringe Schmerzen, es braucht keine Wundheilung, es gibt nicht die Gefahr einer Infektion wie beim Fettabsaugen, der Liposuktion, wo der Einstich Zugang für eine Infektion sein kann, wo Wundheilungen und Narben auftreten können. Und natürlich ist jede Narkose ein kleines Risiko. Obwohl generell die OP Techniken und Möglichkeiten schon sehr, sehr gut sind!
Nachteile gibt es so gesehen keine, sondern die Indikation ist die große Frage. Ein Nachteil entsteht nur aus der falschen Indikationsstellung, das heißt, wenn du als Arzt verstehst, was die Maschine eigentlich kann, gibt es einfach Grenzen, aber keine Nachteile. Und es heißt, wenn die Indikation richtig gestellt wird, dann kann nichts passieren und man hat eigentlich im Vergleich zu einer OP nur Vorteile.
Eines muss allerdings gesagt sein: Mit diesen Technologien kann nicht alles erreicht werden! Manchmal gibt es nur die Möglichkeit, das gewünschte Resultat via OP zu erzielen.

Muss ein nicht invasiver Eingriff auch zwangsläufig weniger erfolgreich sein?
Ein nicht invasiver Eingriff muss nicht weniger erfolgreich sein, sondern wie bereits gesagt: es gibt einfach Grenzen.

Cool Crush – Kannst du es kurz zusammenfassen und erklären, warum es deiner Meinung nach gut funktioniert?
Unter Cool Crush müssen wir uns Folgendes vorstellen: Eine Weinflasche wird im Eisfach tiefgefroren. Druck baut sich auf und das Wasser dehnt sich aus. Der Korken wird schließlich rausgesprengt. Dasselbe passiert mit der Fettzelle: die Zelle platzt und ist damit kaputt. Eine zusätzliche mechanische Behandlung hilft dann noch beim Abbau der Zellen. Nach etwa drei Monaten ist ein Ergebnis sichtbar. Der Vorteil dieser Technik ist, dass Zellen, die durch das Einfrieren zerstört werden, nach und nach vom Körper selbst abgebaut werden.

Was sind die Vorteile dieser Behandlungsmethode?
Der Vorteil dieser Behandlung ist, dass wir durch Kälte, ohne OP und ohne große Ausfallzeiten, ohne Narkose und natürlich ohne die Risiken der klassischen OP, Fettzellen zerstören können, die Haut an den Stellen nachschrumpft und wir mit kurzen Behandlungen wirklich bahnbrechende Ergebnisse erreichen können.

Wo sind die Grenzen des Machbaren dabei bzw. wann würdest du von dieser Methode abraten?
Wie bei vielen Geräte-Techniken oder nicht invasiven Techniken, ist die Grenze der Indikationsstellung die Hautqualität. Das heißt hier eben, wenn wir Volumen in der Tiefe wegnehmen und die Haut darüber nicht genug Spannkraft hat, wird sie nach der Behandlung hängen, ganz egal ob wir Fett absaugen, oder ob wir Fell wegfrieren. Das heißt, die Grenze bietet die Hautelastizität.

Ganz ehrlich: Was sind deine Erfahrungen aus der Praxis? Funktioniert es tatsächlich?
Wir können in den letzten Monaten auf über 1000 Behandlungen zurückblicken und haben keine Patienten, die unzufrieden sind. Es gibt wenige Patienten, die kann ich an einer Hand abzählen, die darüber nicht glücklich sind. Aber da liegt es daran, dass wie bereits besprochen, sich die Hautqualität durch diese Behandlung nicht verbessert hat, was im Endeffekt ein Kommunikationsproblem in der Aufklärung gewesen ist.

Sollte Cool Crush, um effektiv zu sein, mit anderen Behandlungen oder einer Ernährungsumstellung o. Ä. kombiniert werden oder reicht es sogar aus, tatsächlich NUR das zu machen?
Cool Crush funktioniert, da bin ich mir ganz sicher. Wichtig ist, wie schon bereits erwähnt, dass die Indikation richtig gestellt wird, weil bei der falschen Indikation funktioniert es auch nicht.
Daneben ist auch ein genauerer Blick auf das zum Einsatz gelangende Gerät und die Technik sinnvoll. Es werden unzählige Behandlungen mit Geräten angeboten, die nur bis 0 Grad kühlen. Das ist zu gering und dementsprechend werden kaum Ergebnisse erzielt. Unsere Geräte kühlen zum Beispiel bis auf Minus 9 Grad. Damit kann man dann auch wirklich etwas erreichen! Cool Crush funktioniert auch als einzelne Behandlung definitiv, davon bin ich fest überzeugt. Natürlich macht es Sinn, parallel auch auf die Ernährung zu achten und Sport zu treiben. Wenn man sich aber ganz normal weiter ernährt, funktioniert die Behandlung auch.

Gibt es eine Altersbeschränkung für diese Behandlung?
Es gibt keine Altersbeschränkung der Behandlung, sondern nur eine Indikationseinschränkung. Es geht um die Qualität der Haut.

Was kann denn alles gemacht werden?
Überall, wo genetisch bedingte Fettablagerungen oder Fettansammlungen sind, die ungewöhnlich sind, kann behandelt werden ­­– wenn die Haut-Qualität stimmt!!! Klassische Indikationen sind bei der Frau Reiterhosen, Fettansammlungen am Oberbauch und Unterbauch, Hüftregion, Flankenregion, die Flügel an der Brust, Rücken, an den Armen, innere Oberschenkel und Knie. Bei den Männern vorwiegend Unterbauch, Oberbauch, Flankenregion und auch der Rücken.

Machen das auch Männer?
Natürlich machen es auch Männer.

Allgemein: Wohin gehen deiner Meinung nach die Trends in der ästhetischen Chirurgie?
Die Trends in der ästhetischen Medizin gehen vor allem in Richtung der Kombinationsbehandlungen. Es gibt heute nicht mehr die eine, einfache und richtige Lösung für eine Problemstellung, sondern vor allem die Kombination aus dem vielen Wissen, das in den letzten Jahren entstanden ist. Hier sehe ich auch die Stärke der jungen Generation und der jungen Chirurgen, denn wir haben klassische Techniken gelernt und verbinden sie mit den neuen Möglichkeiten.

Schlussendlich: Die 90 Minuten sind vorbei. Dr. Gehl eilt zu seiner nächsten Patientin und Julia kommt wieder herein – wie immer mit einem Lächeln. Das Gerät wird abgeschaltet und der Applikator abgenommen. Eigentlich erwartet mich jetzt nur noch eine kurze massageähnliche Behandlung und dann bin ich fertig. ABER!!!
Mein Bauch sieht aus wie ein roter Eisblock und das Gefühl ist wirklich grauslich: Wenn ich darauf fasse, ist es, als würde ich fremdes, tiefgekühltes Fleisch berühren… Es ist eigen – wirklich sehr eigen. Julia bestätigt mir, dass das ganz normal ist – ich wurde eben wirklich auf Minusgrade runtergekühlt.
Die Kälte hinterlässt allerdings sonst nichts, ich habe keinen blauen Fleck oder Bluterguss, ich bin eben nur knallrot und habe statt einem Bauch ein Viereck.

Doch dann plötzlich, nach der Massage, geht es los: Ich habe für etwa 3-5 Minuten wirklich schlimme Schmerzen. Natürlich nur dort, wo ich eingefroren wurde. Alles taut auf und meine Nerven revanchieren sich für die vergangenen 90 Minuten mit einem Boogie auf der Schmerzskala, der nicht von schlechten Eltern ist.
Was beruhigt: Julia weicht nicht von meiner Seite und auch Dr. Gehl kommt herein und beide versichern mir, dass das normal ist. Ob nach der Behandlung Schmerzen auftreten oder nicht, ist von Mensch zu Mensch und von behandelter Region zu behandelter Region verschieden. Fakt ist: Wir sind eben wirklich tief gegangen mit dieser Methode – da kann man auch mal etwas spüren.
Trotzdem winde ich mich vor Schmerzen auf der Liege, diese Minuten sind wirklich nicht lustig.
Aber: nach kurzer Zeit – ungelogen – verschwindet der Schmerz wie er gekommen ist, ganz plötzlich. Jetzt fühlt sich alles nur ein wenig taub an, aber nicht unangenehm.
Ich ziehe mich an, verabschiede mich von Dr. Gehl und Julia, checke noch meinen nächsten Termin und fahre heim… Und fühle mich aus irgendeinem Grund schon jetzt schlanker ;-)

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