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Lymphe – der Ozean in uns

Unsere Lymphe ist eng mit der Quelle der Lebenskraft verbunden. Sie ist eine Art Kanalisation in unserem Körper.
 Ein Artikel von Maria Riedler
Foto: Sebastian Kaulitzki - fotolia.com

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Welche Vorstellungen oder Bilder haben Sie von der Lymphe? Wenn wir einen Pickel ausdrücken, dann kommt zu guter Letzt aus der Wunde eine durchscheinend blasse Flüssigkeit, die etwas klebrig ist. Haben Sie schon einmal einen Gedanken daran verschwendet, dass damit eine Verletzung sicher schließt und eine Wunde heilt? Und das ist nur eine Aufgabe von vielen, die unser Lymphsystem hat. Was aber ist das Lymphsystem überhaupt und wozu brauchen wir es?

Müllabfuhr des Körpers
Der Name „Lymphe“ bedeutet so viel wie „klares Wasser“. Das klingt erst einmal sauber und rein. Tatsächlich ist die Lymphe aber eine Flüssigkeit von blasser, hellgelber Farbe. Durch meterlange, haar-feine Kanäle fließt sie durch den gesamten Körper, vom Kopf bis zu den Füßen – ein Transportsystem für die unterschiedlichsten Stoffe. Wie eine Art Kanalisation verläuft das Netzwerk stets parallel zu den Blutbahnen.
Der Blutkreislauf regelt den Transport von Sauerstoff, Nährstoffen und Abfallprodukten – rund 7.000 Liter Blut pumpt das Herz umgerechnet jeden Tag durch den Körper. Daneben existiert ein zweiter Kreislauf, der nicht weniger wichtig ist, eben das Lymphsystem.

Gifte aus Luft, Wasser, Essen und die schädlichen Abfallprodukte unseres eigenen Körpers müssen aus dem Organismus verbannt werden. Diese Entgiftung läuft jedoch im Hintergrund ab und bleibt – wie das bei der „Müllabfuhr“ eben so ist – zumeist unbeachtet, zumindest so lange die Sache läuft. Zum Beispiel sickern ständig Nährstoffe und Flüssigkeit aus den feineren Verästelungen der Venen ins Gewebe: Die Zellen nehmen davon auf, was sie brauchen. Was sie nicht verwenden oder aufnehmen können, bleibt zurück; die Blutgefäße können es nicht wieder „aufsaugen“. Zusätzlich geben die Zellen selbst Stoffwechselprodukte ab. All dieser „Abfall“ würde sich auf Dauer in den Zellzwischenräumen stauen und muss deshalb weggeschafft werden – eben über die feinen Kapillaren des Lymphsystems, die die überschüssigen Stoffe durch Öffnungen aufnehmen und in größere Lymphgefäße weiterleiten. Und so enthält die Lymphe neben Wasser etwa auch Harnstoff, Kohlenhydrate und Eiweiße. Die Flüssigkeit und die gesammelten Stoffe werden über das Gefäßsystem bis zu einem zentralen Sammelpunkt im oberen Teil des Brustkorbs transportiert und dort wieder in die Venen geleitet. Ein Großteil gelangt mit dem Blut in die Niere und wird schließlich ausgeschieden.
Pro Tag fließen über zwei Liter Lymphe durch die Lymphgefäße. Für die Pumpbewegungen sind Teile der Gefäße (die Lymphherzen) zuständig, die sich in jeder Minute dutzendfach durch Muskelkontraktion zusammenziehen.

Foto: Adiano - fotolia.com

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Verbündete Lymphe
Gerade jetzt, wenn wieder Erkältungen Saison haben, dann ist die Lymphe ein wichtiger Verbündeter von uns. Denn entlang ihres Kreislaufes sind 600 bis 800 „Wachposten“ eingeschaltet. Das sind die zwei bis 30 Millimeter großen bohnenförmigen Lymphknoten, die ungesunde Zellen, Bakterien und Viren abfangen. Und in diesen „Stützpunkten“ der Immunabwehr ist ein großer Teil der Abwehrzellen unseres Körpers, der „Lymphozyten“ gespeichert. Wenn es zu Infektionen im Körper kommt, dann werden die einzelnen Erreger von speziellen Zellen eingefangen, mit dem Lymphstrom zum nächstgelegenen Knoten geschleppt und den dort stationierten Abwehrzellen präsentiert. Die Lymphozyten werden dadurch aktiviert und bilden die passenden Antikörper, die dann im gesamten Körper patrouillieren und gefundene Erreger inaktivieren, bis sie von den sogenannten Fresszellen vertilgt werden. Wenn Lymphknoten geschwollen sind, ist das also ein von außen fühlbares Zeichen höchster Aktivität. Bei Infektionen wie zum Beispiel dem Pfeifferschen Drüsenfieber, aber auch bei einer ganz normalen Erkältung, können die Lymphknoten anschwellen.
Eine wichtige Aufgabe dieses Systems besteht darin, Stoffwechselabbauprodukte und Krankheitserreger aus dem Körper zu filtern und abzutransportieren. Entgiftung wird oft mit den Diätkuren der Fastenzeit in Verbindung gebracht, dabei findet der Prozess auch tagtäglich in unserem Körper statt. Denn aufgenommene Schadstoffe aus der Umwelt werden von ihm wieder ausgeschieden.

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