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Life Kinetik® – Wenn die Synapsen tanzen

Life Kinetik® nennt sich ein spielerisches Gehirntraining, das Spaß macht und schnell zu positiven Ergebnissen führt. Das Training arbeitet mit der Kombination aus Bewegung und Gedächtnis. So bilden sich neue Synapsen im Gehirn.
Ein Artikel von Susanne Rosenberger
Wolfgang Pfeil ist zertifizierter Life Kinetik Trainer Foto: Susanne Rosenberger

Wolfgang Pfeil ist zertifizierter Life Kinetik Trainer
Foto: Susanne Rosenberger

Sieben Jahre liegt der Abend zurück, als Wolfgang Pfeil aus Ostermiething erstmals mit Life Kinetik® in Berührung kam. In Servus TV sah er ein Gespräch zwischen Horst Lutz, dem Entwickler der Methode, und dem deutschen Skirennläufer Felix Neureuther, der durch Life Kinetik® eine deutliche Leistungssteigerung erzielen konnte. „Im Anschluss habe ich mir sofort die Bücher besorgt, 2013 in Ebenhausen/München mit der Ausbildung zum Life Kinetik®-Trainer begonnen“, erzählt uns Wolfgang Pfeil. Er wollte das innovative Programm vorrangig ins Fußballtraining seiner jungen Spieler der U14-Mannschaft in St. Pantaleon einbauen. Heute hält er im Umkreis von Salzburg und Oberösterreich Kurse und Vorträge zu Life Kinetik®. Er arbeitet mit Schülern, Senioren, Hobby- und Leistungssportlern sowie in der Betrieblichen Gesundheitsvorsorge.

Was im Gehirn geschieht
Mittels koordinativer, kognitiver und visueller Aufgaben regt Life Kinetik® mehrere Gehirnareale gleichzeitig an. Dies funktioniert durch die variantenreiche Kombination von Bein- und Armbewegungen. Großhirnrinde und Hirnstamm, also Verstand und Gefühl, kommen wieder ins Gleichgewicht. Life Kinetik® bezieht Sinneswahrnehmungen wie Hören, Tasten und Sehen ebenso ein wie Gedächtnisaufgaben, um völlig neue Synapsen im Gehirn entstehen zu lassen.
zitatJeder Mensch verfügt bei seiner Geburt über rund 100 Milliarden Nervenzellen im Gehirn. Um das volle Leistungsvermögen unseres Gehirns auszuschöpfen, müssen sich diese Gehirnzellen jedoch erst miteinander vernetzen. Diesen hochkomplexen Vorgang der Vernetzung von vorhandener Gehirnstruktur bzw. die Entstehung neuer Verbindungen zwischen Gehirnzellen nennt man „Synaptische Plastizität“. Life Kinetik® bietet ein Instrumentarium, um kontinuierlich neuronale Lernvorgänge zu provozieren. Wichtig ist hierbei, dass die Auf-gaben wechseln, sobald im Üben eine gewisse Routine entsteht. Belohnt wird man durch eine dauerhafte und nachhaltige Erhöhung des Dopamin-Spiegels – jenem Botenstoff, der uns lernfähig und kreativ macht.

Bunte Jonglierbälle, Tennis- und Softbälle, Tücher und Schläger gehören zu den Trainingsutensilien bei Life Kinetik. Foto: Life Kinetik, Horst Lutz

Gewinn in allen Lebenslagen
Wolfgang Pfeil beginnt eine typische Life Kinetik® Trainingseinheit mit Aufwärmübungen aus dem Sport (etwa Side Steps oder Kniehebellauf kombiniert mit Handübungen). Im Anschluss startet die Abfolge mit den drei Fixpunkten aus Life Kinetik®: flexible Körperbeherrschung (Koordination), Visualtraining und kognitive Übungen (immer in Zusammenhang mit Bewegung). Um die Leistung zu steigern, hält man eine fixe Übungsabfolge ein, integriert jedoch immer neue Variationen. Dabei reichen bereits 60 Minuten Life Kinetik® Training pro Woche, am Stück oder auf mehrere Einheiten aufgeteilt, um schlau und geistig fit zu machen. „Egal, mit wem ich trainiere, alle machen dieselben Übungen, es variieren lediglich die Schwierigkeitsstufen. Kognitive Aufgaben kombiniert mit Bewegung bringen nämlich zehnmal so viel wie automatisierte Übungen wie Rätseln, Sudoku oder Tanzen“, so Wolfgang Pfeil.
Vom Spitzensportler bis zum Freizeitsportler, vom Schüler bis zum Senior, vom Angestellten bis zum Vorgesetzten – durch Life Kinetik® trainiert und verbessert jeder seine individuelle Leistungsfähigkeit. Kinder steigern durch dieses Trainings-Konzept ihre schulischen und motorischen Leistungen ebenso wie Erwachsene ihre Stressresistenz, Handlungsgeschwindigkeit, Multitasking-Fähigkeit oder Kreativität. Senioren werden körperlich aktiver, reagieren schneller, können leichter Stürze abwenden und gegen Demenz und Alzheimer vorbeugen. Profisportler nutzen das Programm, um ihre Konzentration, Koordination und mentale Stärke zu verbessern.
Seit eineinhalb Jahren trainiert Wolfgang Pfeil mehrmals im Monat mit dem Mittelfeldspieler Xaver Schlager von FC Red Bull Salzburg und erläutert: „Mit einem Profisportler wie Xaver Schlager kann man schnelle Bewegungswechsel ohne viele Wiederholungen einbauen. Man arbeitet nicht bis zur Automation, sondern geht relativ rasch in den nächsten Reiz, in die nächste Steigerung über.“

Bewegungspause am Arbeitsplatz
Besonders für Personen an Computer-Arbeitsplätzen empfiehlt Horst Lutz eine „10-Minuten-Bewegungspause“, in der man durch effektive Übungen seine täglichen beruflichen Aufgaben leichter erledigen kann. Angeleitet durch externe oder betriebsinterne zertifizierte Life Kinetik®-Trainer führen alle Mitarbeiter – unabhängig vom Gesundheitszustand und Fitnessgrad – die Übungen durch. Die beim Training ausgeschütteten Botenstoffe wirken sich positiv auf die Stressreduktion, geistige Regeneration, Aufmerksamkeit, Problemlösungsintelligenz und das Arbeitsklima aus, auch die Fehlerquote und sogar das Burn-out-Risiko lassen sich senken. In dieser 10-Minuten-Pause konzentrieren sich die Mitarbeiter voll auf die Life Kinetik® Übungen und kehren konzentrierter und voll neuer Energie an den Arbeitsplatz zurück.

Schule darf auch Spaß machen. Foto: Life Kinetik, Horst Lutz

Schulprojekt Wiffzack
Derzeit läuft an der Volksschule Ostermiething ein Kurs mit dem Namen „Wiffzack“. Über einen Zeitraum von zwölf Wochen kommt Life Kinetik® Trainer Wolfgang Pfeil für je eine Schuleinheit pro Woche in jede Klasse, um den Kindern die Übungen mit Jonglierbällen oder Tüchern vorzustellen. Die Vorteile für Kinder durch Life Kinetik® liegen dabei klar auf der Hand: Konzentration und Merkfähigkeit lassen sich steigern, der Aufgabenwechsel von einem Fach zum anderen geht leichter und das Lese- und Rechtschreiben verbessert sich.
Worauf Wolfgang Pfeil in seinen Trainingsstunden an der Schule ebenso achtet, ist die Feststellung des dominanten Auges der Kinder: „Für eine Zielfixierung muss das Gehirn so ausgerichtet sein, dass es die Bilder der beiden Augen übereinanderlegt. Im frühen Kindesalter von drei bis vier Jahren entscheidet sich das Gehirn für ein dominantes Auge. Ist man beispielsweise rechtsdominant, sollte ein Kind in der Klasse links oder mittig sitzen, sonst kann es sich nicht gut konzentrieren oder wird leicht abgelenkt. Wenn man die Kinder umsetzt und berücksichtigt, ob sie rechts- oder linksdominant sind, kann man die Leistung und Aufmerksamkeit der Kinder steigern“, so Pfeil.
Um die Generation von morgen (im Kampf gegen Schulstress) und die Generation von gestern (im Kampf gegen Demenz) zu unterstützen, sollte jeder Kindergarten, jede Schule, jedes Unternehmen und jedes Seniorenheim Life Kinetik® anbieten, so der dringliche Wunsch von Horst Lutz.

Übungsanleitung

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