Liebe in Zeiten des Internet

kolumne andrea hammerer

Ich habe in den letzten Jahren sehr viele Paare gesehen, die verschämt gestanden haben, sich im Internet kennengelernt zu haben, aber das darf niemand wissen, und sie wünschen sich im Grunde, dass sie sich „im richtigen Leben getroffen hätten“.

Liebe SalzburgerIn, das Internet IST das richtige Leben. Wir fühlen, wir leiden, wir lachen auf Facebook, wir streiten per Mail, wir trennen uns per SMS, wir stalken einander auf whatsapp, wir verlieben uns bei Tinder (Dating App), und wir weinen über den neuen Beziehungsstatus des Ex.

Warum bitte sollten wir in Frage stellen, ob das ECHT ist?

Wir wischen unsympathische Gesichter einfach weg, wenn uns ein Tinder-Profil nicht gefällt, und wir nehmen eine „Freundschaftsanfrage“ ganz einfach nicht an oder löschen ihn wieder, wenn er nervt. Aber genau dasselbe machen wir, wenn wir in einer Bar angesprochen werden, wir aber gerne mit jemand anders geflirtet hätten, wir drehen ihm die kalte Schulter zu und aus. Alles was sich geändert hat ist die Geschwindigkeit, die Häufigkeit, nicht jedoch die Gefühlsintensität oder gar -echtheit. Wir daten öfter und haben größere Erwartungen, dass dies nun der richtige Partner ist, und wir haben viel mehr Vergleiche als früher, was uns die Qual der Wahl beschert. Manchmal wenden wir uns zu schnell ab ohne einen zweiten Blick zu riskieren.

Meine Bitte: Seid geduldiger und haltet einander liebevoll fest, egal wo und wie ihr begonnen habt einander zu lieben.

Keep it precious!

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