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Lesen mit Mehrwert

Ein Artikel von Birgit Gehrke

„Es gibt Erfindungen, die bis heute nicht verbessert werden konnten, ein Hammer, ein Löffel, eine Schere und ein Buch“, brachte es Umberto Eco auf den Punkt. Im Zuge der Digitalisierung von vielen totgesagt, ist das Buch nach wie vor aktuell. Seine Heimat findet das analoge Medium vor allem in den 32 Bibliotheken des Flachgaus, die mehr sind als ein Haus der Bücher. Die ländliche Bibliothek – ein notwendiger Lebensort? „Auf jeden Fall“, betont
Elisabeth Mayer, Betreuerin für elf Bibliotheken im Flachgau. „Die ländliche Bibliothek entwickelt sich zu
einem Begegnungszentrum.“

Vor allem für die Zielgruppe der jungen Mütter ist die zentrale Bibliothek im Ort wichtig, die Mobilität ist hier oft eingeschränkt. Eine weitere große Lesegruppe sind Frauen im Alter von 40 bis 50 Jahren.

Auch Aktualität spielt eine große Rolle. Jährlich kauft Janet Ehrenleitner, Leiterin der Bibliothek Seekirchen, knapp 12.000 Medien zu. Ebenso wichtig: persönliche  Beratung. „Manche danken mir sogar auf der Straße für meine Tipps“, erzählt die 36-Jährige.

Neu im Seekirchner Programm ist die Reihe „Natur trifft Bibliothek“. Dabei wird die Umwelt nicht nur in Büchern, sondern auch in realer Weise entdeckt. Für Erwachsene beginnt am 21. März die Reihe „Literatur im Gespräch“. Poetry Slams sind für 2018 geplant.

In der Bibliothek in Elixhausen setzt man ebenso auf Austausch. Alle acht Wochen wird hier zum „Buchcafe 50+“ geladen (nächster Termin: 8. März, 15 Uhr).

Beim derzeit beliebtesten Genre sind sich Ehrenleitner und Mayer einig: Krimis. Mayer: „Und leichte Lektüre, Herz und Schmerz, geht immer.“ Wobei beide Frauen zeitgeschichtliche Literatur bevorzugen. Ehrenleitner empfiehlt „Martin Luther“ von L. Roper.

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