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Laura Chaplin – Großer Name, Großes Herz!

Sie ist blond und groß – und hat ein bezauberndes Lächeln! Die schöne Enkelin von Charlie Chaplin betritt mit charmanter Haltung das Zimmer des Hotel Imperial, in dem schon ihr Großvater genächtigt hatte. Nachdem sie das Dirndl meiner Kollegin Christina Frey ausgiebig bewundert hat, sprach sie mit mir über ihr Lebensthema: Lachen!
Ein Artikel von Andrea Eder

Wie wichtig ist Lachen und Lächeln für dich persönlich?

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Fotos: Jakob Polacsek

Ich denke, es ist essentiell zu Lachen. Es gibt vieles in unserem Körper, es gibt viel in unserem Umfeld, dass wir mit Lachen positiv beeinflussen können – und so wie mein Großvater sagte: „Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag“, so sehe ich das eigentlich auch.

Du erwähnst deinen Großvater – war er prägend für dich?

Nun ja… als Kind war er einfach mein Opa, ein geliebtes Familienmitglied und ich habe überhaupt nicht gewusst, dass er berühmt war. Er war einfach mein Opa. Dann habe ich langsam über die Jahre mitbekommen, dass er in unserer Umgebung bekannt war und dann irgendwann habe ich realisiert: er ist weltweit bekannt, also berühmt. Und das war dann schon spannend… Ich habe begonnen, seine Arbeiten anzusehen und mich mit den Botschaften, die in jedem seiner Werke stecken, auseinanderzusetzen. Seine Botschaft, dass Lachen so ungemein wichtig ist, hat mich von Beginn an sehr gefesselt.

Und daran glaubst du ja auch…

Ja, natürlich. Lachen macht alles viel attraktiver und schöner, zum Beispiel im Alltag: Wenn du auf der Straße jemanden triffst, der einfach vor sich hinlächelt, da muss man sofort hinschauen. Es gibt sofort Kraft und positive Energie. Die Menschen sollten im Alltag viel öfter lachen!

In deinem Buch sprichst du auch über Michael  Jackson. Hast du ihn oft lachend erlebt?

Nun Michael – ich war und bin ein großer Fan von ihm. Ich liebe ihn und seine Musik. Er hat ja mit meinem Vater zusammengearbeitet und da gab es eine für mich spannende Situation: Er ist nicht mit dem Auto vorgefahren, nein, er landete mit dem Helikopter in unserem Garten. So habe ich ihn kennengelernt. Er war, während er bei uns im Haus war, mehr mit uns Kindern beisammen als mit den Erwachsenen. Er wurde nicht müde, die lustigsten Kinderspiele mit uns zu spielen und war irgendwie selbst wie ein Kind – wie einer von uns „Kleinen“. Sein Lieblingslied war „Smile“. Das hat er auch gerne gesungen. Einfach so. Nur für uns. Und er hat mir in den gemeinsamen Momenten beigebracht, dem Leben mit einem Lächeln im Gesicht zu begegnen. Es war eine große Ehre für mich, mit Michael Zeit zu verbringen.

Interessant, dass du so von ihm erzählst. Er wurde nicht oft als sehr glücklicher Mensch beschrieben.

Laura_Chaplin_37Er war ein Perfektionist wie mein Großvater. Er war ein harter Arbeiter. Wenn es um die Arbeit ging, kannte er kein Pardon. Da war ihm ALLES wichtig. Da war er auch hart zu sich und seinem Umfeld. Und da es ihm wichtig war, dass die Messages seiner Lieder ihren Weg zu den Herzen der Menschen finden, war er auch angespannt, wie seine Songs angenommen werden. Seine Arbeit war ihm sehr wichtig. Aber abseits der Arbeit habe ich ihn immer als sehr lustigen und glücklichen Menschen erlebt.

Es ist schon interessant: DU hast ein Buch herausgebracht und wir reden über deinen Großvater und Michael Jackson. Ist es manchmal eine Bürde, Teil einer so bekannten Familie zu sein und schwer, sich als Künstlerin zu emanzipieren?

Oh, nein! Ich sehe es als Privileg. Ich bin sehr froh, Teil dieser Familie zu sein und es ist eine große Chance für mich! Leichter wird dadurch nur manches. Es ist eher so, dass ich aufpassen muss, den hohen Erwartungen der Menschen zu entsprechen. Ich wollte auch nicht in die Fußstapfen meines Großvaters treten. Ich möchte seine Philosophie weitertragen… das ist mein Fokus.

Und das tust du mit deinem Buch. Wann hast du beschlossen, es zu schreiben?

2011 fragte mich der Präsident einer Kolumbianischen Kinderhilfsorganisation, ob ich deren Patin werden möchte. Ich war interessiert und besuchte das Projekt – für drei Wochen. Ich hätte den Trip fast abgesagt, weil ich gerade mein Haus gebaut habe und ein paar Probleme mit der Ausstattung hatte. Zum Glück habe ich das nicht gemacht! Als ich dort war, fühlte ich mich wirklich nicht gut, weil die Lebensgeschichten dieser Kinder tragisch waren und ich mich nur wegen der Ausstattung meines Hauses gesorgt hatte. Wie nebensächlich doch solche Sorgen tatsächlich sind. In der Zeit dort habe ich beschlossen, ein Buch über das Lachen zu verfassen. Lachen kostet nichts, hat keine Sprachbarriere und hat die Kraft, etwas zu verändern!

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Was fasziniert dich am Lachen am meisten?

Fraglos der Heilungseffekt! Das ist schon Wahnsinn! Ich war auch mit den „Klinik Clowns“ unterwegs. Das war sehr berührend!

Hast du schon weitere Pläne – in Sachen Lachen?

Ja! Ich möchte Lachen als Menschenrecht fixieren. Am 10. September werden wir der UN eine Petition diesbezüglich überreichen – mit 10 Millionen Unterschriften. Bitte unterstützt mich dabei auf: www.charliesmile.org

Info

Laura Chaplin wurde 1987 als Tochter von Eugene Chaplin, Charlie & Oona Chaplins fünftem Sohn, geboren. Sie wuchs in jenem Haus auf, das Charlie Chaplin 1952 gekauft hatte: Im „Le Manoir de Ban“ am Genfer See. Mit dreizehn Jahren verdiente sie bereits ihr eigenes Geld als Model für Tommy Hilfiger, Seven Jeans und für zahlreiche Magazine. Mit neunzehn arbeitete sie als TV-Moderatorin, bevor sie schließlich in die Schweiz zurückging, um in Lausanne Mode und Design zu studieren.

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