Kussmund gefragt

Wie unsere Haut benötigen auch unsere Lippen optimale und vor allem regelmäßige Pflege, um geschmeidig zu bleiben.
Ein Artikel von Gabriella Mühlbauer

Die Haut unserer Lippen ist empfindlich und noch dazu sehr dünn. Ihr fehlt nämlich das festigende Keratin und sie besitzt weder einen Fett-Wasser-Film noch Talgdrüsen. Kurzum – die Lippen sind nicht dazu imstande, eigenständig Fett zu produzieren, und damit nicht bzw. kaum vor äußeren Strapazen geschützt. Das Ergebnis: die Schutzmechanismen der Lippen ge-langen schnell an ihre Grenzen, was sie spröde und rau werden lässt.

Foto: timsa - istockphoto.com

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Pflegeprodukte im Visier
Ein Blick in die Apotheke oder in die Parfümerie zeigt, dass es fast unzählige Produkte für die Lippenpflege gibt. Und zwar als Stift, Balsam oder Creme. Eines ist ihnen allen gemeinsam – sie enthalten Substanzen, die glätten und die Feuchtigkeitsversorgung verbessern. Dabei kommen u.a. Vitamin A, Vitamin E, Panthenol oder Bisabolol zum Einsatz. Eines ist besonders wichtig: der Anteil an pflegenden und rückfettenden Substanzen muss besonders hoch sein, damit die Produkte auch Wirkung zeigen. Beliebt ist etwa Karité-Butter oder Aprikosenkernöl – beide Ingredienzien sind in ihrer Zusammensetzung den hauteigenen Fetten sehr ähnlich. Zudem können sie Feuchtigkeit gut binden. Auch Nachtkerzensamen-, Jojoba- oder Kokosöl sind geeignet, da sie eine schützende Fettschicht aufbauen können.

Ist es schon zu spät und die Lippen haben bereits Schaden genommen, dann empfiehlt es sich, mit einer Wundsalbe dagegen anzukämpfen. Besonders bei rissigen Lippen zeichnet sich schnell ein Erfolg ab, denn der Heilungsprozess wird optimal unterstützt.

Peeling strengstens verboten
Manchmal sind die Lippen so spröde und rissig, dass sich kleine Hautfetzen bilden, die man am liebsten entfernen würde. Etwa mit einem Peeling – allerdings ist davor dringend abzuraten. Durch das Peeling entstehen nämlich nur neue Wunden und das Problem verschlimmert sich. Oft hat man auch den Drang, mit der Zunge über die Lippen zu lecken und sie so zu befeuchten. Aber das ist keine gute Idee, denn durch den Speichel werden die Lippen noch mehr ausgetrocknet und sie fühlen sich rauer und spröder als zuvor an. Abgesehen davon können durch kleine Verletzungen Keime in die Haut eindringen, die dann zu Entzündungen führen.

Foto: edwardderule - fotolia.com

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Perfekt geschminkt
Lippenstifte gibt es wie Sand am Meer. Um perfekt auszusehen, sollte man vor dem Auftragen mit einem gut gespitzten Konturenstift die Lippen nachziehen. Dann die Farbe mit einem Pinsel von innen nach außen auftragen. Und – mit einem Tupfer Lipgloss in der Mitte wirken die Lippen optisch voller.

Ein Trick für optimalen Halt: Die geschminkten Lippen mit einem Papiertaschentuch abtupfen und dann das ganze Prozedere wiederholen. Auch die Farbe ist wichtig, denn ist sie zu dunkel, wirkt das Lächeln hart.

Optimierte Lippen vom Beauty-Doc
Manche Frauen – und immer öfter auch Männer – sind mit dem, was ihnen die Natur geschenkt hat, nicht zufrieden. Sie möchten ihre Lippen aufspritzen und dadurch schöner geformt und vor allem voluminöser machen. Leider ist das Ergebnis nicht immer optimal.

Der Dermatologe Dr. Babak Adib aus Wien ist Experte punkto Beautymedizin. Er meint dazu: „Vor der Behandlung sollte unbedingt ein Beratungsgespräch stattfinden, um die Form und das Prozedere genau zu besprechen. Am wichtigsten ist die Expertise des Arztes. Bei dieser Behandlung kann man nämlich sehr schnell „aufgespritzt“ und unnatürlich aussehen, wenn das Material an falschen Stellen platziert oder ungeeignetes Material bzw. zu viel davon verwendet wird!“

Foto: Suhi - fotolia.com

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Und dann wären auch noch die Schmerzen – denn der zarte Bereich um die Lippen ist ja besonders empfindlich. „Vor der Behandlung kann eine anästhesierende Creme aufgetragen oder wie beim Zahnarzt die Region betäubt werden“, beruhigt Adib und ergänzt: „Die Lippen werden mittels Kanüle oder auch dünnen Nadeln mit Hyaluronsäure aufgespritzt. Es können Schwellungen – bis zu 2 Tagen – und blaue Flecken entstehen. Wenn zu viel gespritzt wurde, kann man mit einem Enzym namens Hylase die Hyaluronsäure wieder entfernen.“

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