beitragsbild_tennengau

Kulturhauptstadt Hallein

Ein Artikel von Christian Heugl, Redaktion Tennengau

Salz-Burg! Wo kommt der Name dieser einzigartigen Stadt denn nun eigentlich her? Die Burg ist klar, aber das Salz? Namensgeber dafür sind eigentlich die Salzquellen von Reichenhall, denn jene erhielt der Missionar Rupert zum Geschenk, damit er aus den Erlösen die beinahe verlassene Stadt Juvavum neu erbaue. Aber der wahre Reichtum kam dann viel später, nach der Wiederentdeckung der Salzlager am Dürrnberg, aus Hallein. Die städtebauliche Prachtentfaltung in Salzburg ist ohne Halleiner Salz undenkbar. Auch die hohe künstlerische Anziehungskraft der Stadt hat ursächlich mit ihrer wirtschaftlichen Potenz zu tun. Wolfgang Amadeus Mozart wäre wohl kaum in Salzburg auf die Welt gekommen, wenn nicht der Vater Leopold hier eine gut bezahlte Stelle als Hofmusiker gefunden hätte. Salzburg hat vom ständigen Kulturzufluss derart profitiert, dass die Kommune nun als einer der Kandidaten für die europäische Kulturhauptstadt gehandelt wird. Die EU vergibt diese Auszeichnung jährlich, im Jahre 2024 ist wieder eine österreichische Stadt an der Reihe. Salzburg ziert sich noch, ob sie sich nach Graz (2003) und Linz (2009) als dritte österreichische Stadt um diesen Titel bewerben soll. Mein Vorschlag dazu: Jetzt wäre genau der richtige Moment, dass sich die Stadt Salzburg an ihren Namen erinnert und sich gemeinsam mit Hallein um diese hohe Auszeichnung bewirbt. Genauso wie vor Jahrhunderten das Salz aus Hallein den Aufstieg der Residenzstadt ermöglichte, könnte nun die Stadt Salzburg zum kulturellen Turbo in der Salinenstadt werden. Dass der Kulturtransfer funktioniert, haben die Festspiele auf der Pernerinsel schon bewiesen.
Eine zusätzliche Kulturbelebungsspritze für den Rohdiamanten Hallein käme genau zum richtigen Zeitpunkt.

53 total views, 2 views today

Alle Beiträge aus Gesellschaft & Kultur


Facebook Icon