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Kolumne: Nur Meinereiner

Eine Kolumne von Nur Meinereiner,
Autor, Mentalcoach SQ

Über die Erwartung

Die Frage, was man sich vom Leben erwartet, dürfte oder sollte man sich nicht stellen, sondern viel mehr, wer oder was denn wartet? Ein Mensch, eine Sache oder ein Gewerk? Und was wird von einem selbst erwartet? Wir verlangen nach Zuneigung, Frieden, Liebe, Freude, Gesundheit, Achtung und vielem mehr und tun so wenig dafür.

Manchmal sollte man, so von Zeit zu Zeit, die Erwartung erwarten und erkennen: Wer von anderen viel fordert, muss auch im gleichen Maße geben. Forderungen ersticken immer eine Zuneigung – schon von Beginn an – und lassen Beziehungen zerbrechen, oftmals wegen Kleinigkeiten. Forderungen machen obendrein nur einen selbst unglücklich. Wenn man nur halb so viel bekäme wie man erwartet, könnte man doch doppelt so viel von dem ertragen, was man nicht erwartet.

Es ist sehr schmerzvoll, wenn eine fehlgeschlagene Erwartung durch einen zum Nachdenken fähigen Geist erweckt wird, die eigene Handlungsweise mit der Natur der Sache zu erforschen, die Quelle von irrsinnigen Voraussetzungen zu entdecken, und im besten Fall zukünftig richtiger zu erahnen.

Wenn man reifer und älter wird, ist die Einsicht größer, dass man zufrieden sein muss, wenn ein Weinstock Trauben trägt und dass die zusätzliche Forderung nach Himbeeren töricht wäre. Wir haben einfach zu viel Zuwenig- und zu viel Zuviel-Erwartung.

Tja, mancher Mensch wird lebenslang gefordert, und für manchen Menschen wird lebenslang gefordert. Da fällt mir ein: „Hoffe nie auf den Nobelpreis in deinem Leben, es könnte dich eine Kiste Dynamit erwarten!“

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