Urlaubsende: Hauptsaison für Therapeuten

kolumne andrea hammerer

Die Urlaubszeit wird oft zur Kraftprobe. Will man das verhindern, muss man in erster Linie fragen: Wovon machen wir Urlaub, nicht nur wo und wie. Braucht man Abstand vom Alltag, Kunden, Eltern, der Hausarbeit oder gar von der Beziehung? Möchte man sich in der Natur bewegen, in der Sonne schmoren, Städte sehen, exklusiv essen und sich abends fein machen? Manche orientieren sich daran, wo andere die vermeintlich schönsten Wochen des Jahres genießen. Es gibt Modedestinationen: für die einen Ibiza, für andere seit Kindertagen Lignano. Manche fürchten Veränderungen, die ihre Eltern schon nicht wagten. Vorstellbar, dass das in einer Partnerschaft zu Schwierigkeiten hoch 2 führt. Alles, was man während des Jahres nicht geschafft hat, soll im Urlaub mit Leichtigkeit gehen. Jetzt sind wir beim Thema Sex: Man(n) wartet oft das ganze Jahr, dass die Partnerin im Urlaub die hoffentlich nur aufgestaute Lust entfesselt, Frau fürchtet sich vor der Erwartungshaltung, die mit eindeutigen Anspielungen offenbart wurde und sucht vergeblich die Lust, dies zu erfüllen. Auch umgekehrt möglich mit selbem Resultat: verbitterte Gesichter auf der Heimfahrt und Angst vorm nächsten Urlaub. Dem kann man vorbeugen, indem man schon bei der Urlaubsplanung klärt, was die tiefsten, innersten Wünsche sind. Man muss nicht alles gemeinsam machen. Lebt man nebeneinander her und hat sich nichts zu sagen, wird der Urlaub im schönsten Hotel daran nichts ändern. Gerade abseits des Alltags wird die Lupe auf Wunden gelegt, die während des Jahres entstanden sind. Kalkuliert man dies ein, kann man sich dem stellen. Findet das Gespräch rechtzeitig statt, wird man Hand in Hand voll neuer Energie zurückkehren.

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