02 Jul Das Drama der Geliebten

kolumne andrea hammerer

Wenn man uns fragt, ob wir gerne jahrelang die Geliebte eines verheirateten Mannes wären, schreien wir, ohne zu zögern: Niemals! Die traurige Realität: Beinahe jede Frau war schon mal in dieser Rolle. Warum tun sich Frauen das selbst und anderen Frauen an? Ich kenne viele, die ihr ganzes Leben als Zweitfrau verbracht haben. Für Ehefrauen sind sie ein rotes Tuch und werden als Sexbombe und Zerstörerin phantasiert – ihre Not allerdings sieht meist nur ihre Therapeutin. Die Geliebte wiederum beneidet die selige Ehefrau und würde in manch einsamer Stunde gerne seine Socken waschen, Hauptsache er kommt heim.

Warum leiden Männer weniger, wenn sie mit einer gebundenen Frau ein Verhältnis haben? Abgesehen davon, dass der heimliche Geliebte eine viel seltenere Spezies ist, weil Männer sich ungern mit einem anderen Alphatier messen, entscheiden sich fremdgehende Frauen früher für einen der beiden. Männer halten ihre Dreiecksbeziehungen mit einer unendlichen Geduld aufrecht, die sie Verantwortung nennen. Dahinter stehen jedoch Feigheit und die Angst, jemandem weh zu tun, der ihr soziales Leben aufrecht erhält. Das ist eben die Ehefrau. Liebe Geliebte, beneide sie nicht, denn er tut ihr weh. Er tut auch dir weh, aber du hattest die Entscheidung, ja dazu zu sagen, die ewig Zweite zu sein, weil du genau weißt, ein Mann, der sich nicht sofort für dich von seinem alten Leben trennt, wird es nie tun. Aber fühl dich auch nicht als Opfer, denn würde er seine Frau lieben, gäbe es dich nicht. Lass dir deinen Selbstwert nicht nehmen, lieb ihn und dich – oder lass ihn.

www.hammerer-praxis.at

Eure Andrea Hammerer

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