Kinder, wie die Zeit vergeht…

Redaktionskolumne

In den vergangenen Wochen habe ich hier sehr wenig, also gut, eigentlich gar nichts, von mir hören lassen. Grund dafür war, dass diese Wochen tatsächlich sehr turbulent waren. Es hat sich jede Menge getan. Gleich nach der Pongauerin und der Tennengauerin sind wir auch mit der Flachgauerin erstmals in Druck gegangen. Und natürlich auch mit der neuen Ausgabe der Salzburgerin.

Und es hat sich wieder einmal bestätigt: Je mehr man zu tun hat, desto schneller vergeht die Zeit.

Andererseits, wenn ich zurückdenke, an den Zeitpunkt, an dem wir mit der Planung begonnen haben – dieser erscheint mir ewig lange her, quasi wie in einem früheren Leben. Das, habe ich ich mir erklären lassen, nennt man das Zeitparadoxon: Wenn man beispielsweise auf etwas warten muss, nichts aktiv zu tun, zu erfahren oder zu entdecken hat, scheint die Zeit nicht vergehen zu wollen. Die Zeit kommt uns ewig lang vor. Nur um uns dann, in unserer Erinnerung umso kürzer vorzukommen. Gerade diese leere Zeit ist in uns gespeichert als rasend schnell vergangen.

Und wenn wir hoch gefordert sind, unser Gehirn jede Menge Reize in kürzester Zeit verarbeiten muss, dann vergeht die Zeit sprichwörtlich wie im Flug. Nur, wiederum, wenn wir an diese Zeit zurückdenken, empfinden wir sie als besonders lange dauernd. Je mehr wir erleben, je mehr unser Gehirn Reizen ausgesetzt ist, je mehr Neues wir erfahren, umso länger fühlt sich genau diese Zeit, die doch so schnell vergangen ist, an. Aus diesem Grund meinen Menschen, dass die Zeit schneller vergeht, je älter man wird. Stimmt so nicht ganz. Nur lernen und erfahren wir im Laufe unseres Lebens immer weniger Neues. Wer in der Routine lebt, dem vergeht zwar vielleicht im Moment die Zeit langsamer, im Nachhinein betrachtet, vergeht sie ihm jedoch wie im Fluge.

Vielleicht kennen Sie dieses Paradoxon bereits, ich muss ehrlich gestehen, mir war es nicht bekannt. Aber, es erklärt vieles. Zum Beispiel, warum ich immer dachte, ich hätte kein Zeitgefühl – weil mir eben die Zeit oft zu schnell vergangen ist und gleichzeitig irgendwie zu langsam (oder umgekehrt).

Das gibt mir zu denken. Denn so kann man doch endlich den richtigen Weg finden, der Zeit etwas an Rasanz abzunehmen, oder? Immer wieder Neues entdecken, neue Erfahrungen machen – die sorgen dafür, dass die Zeit im Nachhinein ein kleines bisschen langsam vergeht. Einen Versuch ist das – in einer Welt, in der ohnehin niemand mehr Zeit – doch wert, oder?

637 total views, 1 views today

Alle Beiträge aus Redaktionskolumne


Facebook Icon