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Keiner will Lkw-Verkehr

Ein Artikel von Kathrin Thoma-Bregar

Der Thumsee bei Bad Reichenhall ist ein beliebtes Naherholungsgebiet, nicht nur im Sommer. Es steht unter Landschaftsschutz. Trotzdem donnern über die Staatsstraße 2101, die das gesamte Südufer des Sees flankiert, tagtäglich Lastwägen. Die Verkehrsbelastung hat zugenommen, die amtlichen Verkehrszahlen würden dies belegen, wehrt sich nun eine Bürgerinitiative, die sich Ende des letzten Jahres formiert hat. Es sind Anrainer, Bürger aus dem Reichenhaller Ortsteil Karlstein. „Was wir machen, ist Notwehr“, wenden sie sich in einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit. Notwehr gegen eine Verkehrslawine, die vor Jahren ausgelöst worden sei, als die aufkommenden Navigationsgeräte die Thumseestrecke über den Antoniberg als Abkürzung für den Transitverkehr errechnet haben. Als die Straße vor rund 30 Jahren großzügig ausgebaut wurde, habe niemand die Gefahr gesehen, die der Ausbau für das sogenannte „Kleine deutsche Eck“ mal bedeuten könnte, so die Initiatoren der Verkehrsinitiative. „Die Thumseestrecke ist zur neuen Transitstrecke geworden und besonders die Lkw-Zuwächse sind beunruhigend, weil die Straße sich jetzt auch noch für den Mautausweichverkehr anbietet“, schreiben sie. Ihr Ziel ist die Entlastung der Strecke, in allererster Linie vom Lkw-Verkehr. Sie fordern eine Tonnagebeschränkung und die Korrektur der Navi-Empfehlung.

Bei den Nachbarn der Gemeinde Schneizlreuth kommt das indes gar nicht gut an. Der Gemeinderat hat in der jüngsten Sitzung des Gremiums das Thema aufgegriffen und massive Gegenwehr angekündigt. Eine Gegen-Bürgerinitiative in Schneizlreuth stehe demnach kurz vor der Gründung. Denn wenn Karlstein umfahren werde, würde das automatisch eine höhere Belastung für die Ortsteile Baumgarten, Unterjettenberg, Fronau, Ulrichsholz und Schneizlreuth bedeuten. Des einen Freud, des anderen Leid. Wohin also in Zukunft mit den Lkw?

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