Katerstimmung?

Redaktionskolumne

Heute ist wieder einer dieser ganz speziellen Montage: Das Wochenende war traumhaft schön und der Start in die neue Woche eigentlich richtig gut. Eigentlich. Denn schon vor der Mittagspause fühlte ich mich bleiern müde – und das liegt diesmal wirklich nicht am Schlafmangel! Nach dem Mittagessen und einem ausgedehnten Spaziergang an der frischen Luft müsste die Müdigkeit doch endlich weggeblasen sein. Aber weit gefehlt: Viel Wasser und Kaffee nützen gar nichts mehr. Ich möchte einfach nur nach Hause auf die Couch. Oder besser noch: Gleich ins Bett.

Gerade in dem Moment, als ich mir ein kuscheliges Plätzchen vorstelle, flattert ein E-Mail in meinen Posteingang: „Tipps gegen Frühjahrsmüdigkeit“ steht im Betreff. Ganz offensichtlich hat mein Zustand also einen Grund?

Neugierig geworden, möchte in nun wissen, was es mit der Frühjahrsmüdigkeit wirklich auf sich hat: Bis dato war ich immer der Meinung, da wäre nicht viel dran – außer eben, dass man eine praktische Ausrede dafür hat, weshalb man manchmal etwas müde ist. Doch tatsächlich: Die Frühjahrsmüdigkeit – oder auch Frühjahrsblues – ist auf Änderungen im Hormonhaushalt zurückzuführen. Diese kommen durch die veränderten Licht- und Temperaturverhältnisse zustande, auf die sich der Körper nach dem Wintermodus nun wieder umstellen muss. Im Winter wurde vermehrt Melatonin ausgeschüttet, das im Frühjahr vom Serotonin abgelöst wird. Die Menge des Melatonins reduziert sich. Besonders wetterfühlige Menschen, zu denen ich leider auch zähle, spüren diese Veränderungen. Müdigkeit, Lustlosigkeit, Schwindelgefühl, Gereiztheit, Kopfschmerzen oder eine verringerte Leistungsfähigkeit sind auf diese Umstellungen in der Hormonproduktion zurückzuführen.

Trotz Katerstimmung, die wohl noch ab und an Einzug halten wird, ist es aber herrlich, dass der Frühling endlich da ist! Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und man kann richtig zusehen, wie die Natur jeden Tag ein bisschen grüner und bunter wird. Genau das hilft übrigens auch gegen Frühjahrsmüdigkeit: Viel Sonnenschein und frische Luft unterstützen die Bildung von Serotonin, unserem Glückshormon. Außerdem wirkt Sport – vor allem auch am Morgen – wahre Wunder. Halten Sie während Ihrer Jogging-Runde die Augen offen. Die herrlich blühenden Magnolien, der Duft der Forsythien oder der Vogelgesang lassen jede Katerstimmung in weite Ferne rücken. Und die Müdigkeit auch.

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