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Jugendarbeit

Ein Kommentar von Julia Egger, Jugendbetreuerin im Jugendzentrum Salzburg
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Foto: Julia Egger

Ich möchte heute von meiner Arbeit als Jugend-betreuerin und den damit zusammenhängenden jugendspezifischen Themen berichten. Die Qualifikationen, die man für diesen Job braucht, habe ich im Studium der Pädagogik und dem anschließenden Masterstudium Erziehungswissenschaft erlangt. Ich bin allerdings der Meinung, dass in jedem Job vor allem praktische Erfahrungen von großem Nutzen sind und nicht nur ein theoriebasiertes und wissenschaftlich fundiertes Wissen. Ich werde oft belächelt, wenn ich von einem harten Tag in der Arbeit erzähle, da ich ja „eh nur mit den Kids und Teenies spiele“. Allerdings ist ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit das „Aufspüren“ von Bildungschancen. Wir betreuen viele Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Familien mit Migrationshintergrund. Meine Rolle als gebildete und selbstbewusste Frau ist hiermit eine schwierige und verlangt eine Menge Toleranz und viele Gespräche.

Dass eine Frau als Autoritätsperson fungiert, ist für viele ein ungewohntes Szenario, doch begreifen sie schnell die Strukturen und den Stellenwert einer Frau in unserer Gesellschaft. Was wir hier leisten, lässt sich auch gut betiteln als Erziehungsarbeit oder als Vorbereitung auf ein selbstbestimmtes Leben. Wir vermitteln den Jugendlichen Basiskompetenzen, jedoch passiert dies spielerisch und unbewusst. Dadurch entsteht kein Druck und es wird von den Jugendlichen auch nicht als gezieltes Lernen, wie etwa in der Schule, wahrgenommen. Um auf die Probleme der Jugendlichen zu sprechen zu kommen, haben sich diese bei der aktuellen Generation drastisch verändert.

Selbstverständlich sind Liebe und Sex Themen, welche immer Aktualität haben, aber Faktoren wie Alkohol und Drogen stehen momentan nicht im Fokus. Das Hauptproblem bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist der Nationalstolz, der bei Österreichern und Deutschen, aufgrund ihrer Geschichte, nicht so ausgeprägt vorhanden ist. Auch spielt Religion eine tragende Rolle. Um dies in den Griff zu bekommen, benötigt man eine Menge Know-how, Verständnis und zahlreiche Gespräche auf Augenhöhe. Ein weiteres Problem, welches nicht unterschätzt werden darf, sind die neuen Medien. Wir versuchen hier zu intervenieren und sie auf die Gefahren aus dem Internet hinzuweisen.

Unsere Arbeit könnte erleichtert werden, wenn wir mehr Unterstützung und Aufmerksamkeit von Seiten der Öffentlichkeit hätten, seien es Print Medien oder Social Media Formate, um auf jugendspezifische Probleme aufmerksam zu machen und so mehr Verständnis für Jugendliche und ihre Themen aufzubringen. Jugendliche sollen mehr Toleranz erfahren, denn wie wir alle wissen, basiert Respekt auf Gegenseitigkeit.

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