Ist Heiraten zeitgemäß?

kolumne andrea hammerer

Gerade in Zeiten, die als unsicher & bedrohlich empfunden werden, treten Paare wieder vermehrt vor den Altar, der gar nicht so kirchlich sein muss. Freie Trauungen, originelle Kraftplätze, Urlaubsdestinationen. Man schwört einander wieder ewige Liebe & Treue. Zugegeben: Heiraten ist weiblich. Kaum ein Junge träumt davon, Bräutigam zu sein. Und kaum ein Mädchen spielte nicht Braut. Warum wollen so viele homosexuelle Paare heiraten dürfen und empfinden es als Privileg? Weil es eines ist! In 20 Jahren als Therapeutin durfte ich miterleben, wie positiv sich Beziehungen entwickeln, wenn sie sich trauten. Bei der 1. Hochzeit ist die Motivation, Ja zu sagen, eine andere, als nach schmerzhaften Scheidung. Fast 50 % scheitern, deshalb nenne ich die Zweitehe auch: Sieg der Hoffnung über die Vernunft. Trotzdem wunderbar, wenn das Herz den zweifelnden Kopf besiegt. Es gibt kein schöneres & intensiveres Gefühl, als in einem wie auch immer gestalteten Ritual zueinander JA zu sagen und füreinander da zu sein – vor allem in schweren Zeiten – in glücklichen ist es ja leicht. Braucht man dazu einen Papierwisch? Ja, denn es geht nicht um die Urkunde, es geht darum, was man gewinnt. Frauen würden sagen: Die schönste Form von Sicherheit, dass man geliebt wird und dazu steht – nicht (nur) vor Gott, sondern verbrieft vor der Welt. Männer sagen: Ich habe Angst, dass sie sich gehen lässt, weil sie sich zu sicher fühlt. Heiraten bedeutet Glauben & Hoffnung als Form von öffentlich gezeigter Intimität, die nicht leichtfertig vom Tisch gewischt wird – Papier hin oder her.

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