beitragsbild_website_sbg3

Internet der „dummen“ Dinge

Eine Kolumne der Fachhochschule Salzburg
Hannes Moser, Lehrender am Studiengang MultiMediaTechnology

Website_MoserSchuhe, die per App zugemacht werden. Ein Rasierer, der Erinnerungen verschickt. Ein Löffel, der sich merkt, welche Speisen man gerne isst. Nach der Vorstellung einiger Entwickler sollen diese Anwendungen unser Leben erleichtern. Zumindest in der Theorie.
Uhren, Autos, Fernseher und immer mehr Alltagsgegenstände um uns herum werden „smart“. Sie sind mit Sensoren und Software ausgestattet und mit dem Internet verbunden. Das Schlagwort dafür lautet „Internet der Dinge“. Mit smart im Sinne von klug hat das aber oftmals nichts zu tun. Im Gegenteil. Wie bei jedem Hype gibt es (zu) viele, die am Kuchen mitnaschen möchten. Das Ergebnis sind Produkte und Anwendungen, die Probleme lösen, die niemand hat. Warum sollte man seine Dusche mit dem Smartphone einschalten oder eine Webcam in seinem Kühlschrank aufstellen? Oder eine Saftpresse für 400 Dollar kaufen, wenn man die nach Hause gelieferten Saftpackungen auch per Hand auspressen kann?ring_zero_s_w
Wenn jemand eine technische Lösung für ein Problem entwickelt, ist das großartig. Wenn aber jemand etwas entwickelt und im Nachhinein ein passendes Problem herbeifantasiert – dann ist das blanker Unsinn. Doch es gibt noch ein weiteres Problem: Viele Hersteller der „smarten“ Dinge nehmen es mit Sicherheitsanforderungen nicht so genau. Sobald sich ein Produkt nicht mehr gut verkauft, wird das Service zurückgefahren. Ohne entsprechende Sicherheits-Updates haben es Hacker leicht. Erst kürzlich wurden über 2 Millionen private Sprachaufzeichnungen gestohlen, die von “smarten” Teddybären aufgezeichnet und auf einem Webserver gespeichert wurden.LVLrender_screen3
Fazit: Versuchen Sie nicht auf gut gemachtes Marketing hereinzufallen und prüfen Sie nach, was Gadgets mit Ihren Daten machen. Nicht alles, was „smart“ und online ist, ist damit gleich unbedingt besser.

Hier eine kleine Liste skurriler Produkte aus dem „Internet der Dinge“:

Quirky
Foto: Quirky Egg Minder

Smarter Eierhalter
Mit diesem Produkt können Sie per App überprüfen, wieviele Eier Sie im Kühlschrank haben. Wie haben wir nur ohne diese Innovation überleben können?

ring
Foto: ringzero.logbar.jp

Ring zero
Darauf hat die Welt gewartet. Ein Ring, mit dem man Funktionen seines Smartphones steuern kann. Fragen Sie nicht warum!

dusche
Foto: www.moen.com

U Duschsystem
Damit lässt sich die Dusche per Smartphone-App einschalten. Schon ab lächerlichen 1.225 Dollar erhältlich.

armband
Foto: Screenshot www.onelvl.com

LVL Hydration Monitor
Ein Fitnesstracker, der anzeigt, wann man durstig ist. Leider kommt dieses geniale Teil erst im August auf den Markt.

399 total views, 3 views today

Alle Beiträge aus Website


Facebook Icon