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Immer wieder- kehrende Fragen ums Bauen, Dämmen, Heizen…

Wer baut, der stellt sich die Fragen nach den richtigen Materialien, nach der besten Heizung und entsprechender Dämmung, danach, wie das richtige Raumklima erzeugt wird, wie Schimmel vermieden oder bekämpft wird, welche Heiz- und Klimasysteme ideal sind.
Ein Artikel von René Herndl

All diese Fragen sind in aller Kürze gar nicht zu beantworten, weshalb hier nur Grundsätzlichkeiten besprochen werden können.
Das Wichtigste (nicht nur) bei einem Neubau ist, dass die Mauern, die Räume trocken sind. Stete Feuchtigkeit, egal aus welchen Gründen, führen zu Schimmel- und Pilzbefall, der wiederum gesundheitsschädlich ist. Außerdem führt sie auch zu geringerer Lebensdauer der Baustoffe und damit der Bausubstanz und ebenso zu erhöhten Heizkosten. Wodurch natürlich auch das „Raumklima“ maßgeblich beeinflusst wird – Feuchtigkeit ist ungemütlich. Die sogenannte „thermische Behaglichkeit“ ist entscheidend für den Wohlfühlfaktor.

Dämmung gegen Kälte und Hitze
Dieser wird auch ganz wesentlich durch eine gute Dämmung beeinflusst, sowohl im Winter gegen Kälte als auch im Sommer gegen Hitze. Diese Dämmung sollte nach aktuellen Erkenntnissen materialtechnisch aus Stoffen bestehen, die einen natürlichen Feuchtigkeitsaustausch zulassen, also „diffusionsoffen“ sind. Undurchlässige Materialien, egal ob Baustoff oder Farbe, sind die Hauptursache für die Bildung von Kondenswasser, das wiederum zur Schimmelbildung beitragen kann. Eine hochwertige Dämmung verhindert auch, dass Wärme durch Ritzen und Fugen entweicht und Wände und Böden stark abkühlen oder sich zu stark aufheizen. Diffusionsoffene Baustoffe zeichnen sich dadurch aus, dass sie dem molekularen Feuchtetransport nur geringen Widerstand entgegensetzen – wie z. B. Holz. Zudem ist, um Feuchtigkeit aus Räumen abzuführen, jedenfalls für eine ausreichende Luftwechselrate zu sorgen. Sie erfolgt entweder durch konventionelle Fensterlüftung (Stoßlüftung – mind. 3 x täglich, ca. 5 Minuten) oder durch kontrollierte Wohnraumlüftung (mit Wärmerückgewinnung). Entscheidend ist, dass bei Stoßlüftungen der Wärmeverlust wesentlich geringer ist als bei der Dauerlüftung, weil es zu keinem Auskühlen von Wänden und Möbeln kommt. So bleibt auch der Speichercharakter der Wände erhalten.

Neubau und Sanierung
Nicht nur beim Neubau ist die richtige Dämmung ausschlaggebend, sondern auch – und vor allem – beim Sanieren. „Selbst wenn der allgemeine Energiespartrend schon Wirkung gezeigt hat, ist die Gesamtquote der Sanierungen immer noch viel zu gering und sollte deutlich angehoben werden. Wer sein Ein- oder Zweifamilienhaus professionell mit Dämmstoffen saniert, spart Kosten und Energie und steigert damit auch den Wert seiner Immobilie nachhaltig“, sagt Roland Hebbel (GF Steinbacher Dämmstoffe). Wärmedämmstoffe sind aufgrund ihrer niedrigen Wärme- und Kälteleitfähigkeit und geringen Masse im Vergleich zu massiven Wänden oder Decken keine guten Speicher. Ihre Aufgabe ist es, den Wärme- bzw. Kältefluss einzudämmen. Der Zusatznutzen von hochwertigen Dämmstoffen liegt zudem in einem verbesserten Lärm- und Brandschutz, der vor allem bei Neubauten zu beachten ist.

Klimaanlagen und Heizungen
Bei der Errichtung von Klimaanlagen und Heizungen ist das erklärte Ziel, bei akzeptablen Installations- und Betriebskosten ein zu allen Jahreszeiten behagliches und gesundheitlich unbedenkliches Innenraumklima zu schaffen, wobei die Auslegung und Dimension einer solchen Anlage von den Gebäude- und Nutzungsvoraussetzungen abhängig sind, so Klimaspezialist Ing. Günther Karres. Zu bedenken sind neben der Qualität der Zuluft selbstverständlich auch Betriebs- und Instandhaltungskosten, um einen dauerhaft effizienten Betrieb zu sichern wie auch die Raumluftqualität zu gewährleisten. Da das Angebot so vielfältig ist wie nie zuvor, sollte man sich unbedingt von Fachleuten beraten lassen, die auch alle äußeren Faktoren einbeziehen.

Foto: guy - fotolia.com
Foto: guy – fotolia.com
Rieder
Foto: Malerei Rieder+Sohn GmbH

Bei Schimmelbefall ist den Ursachen nachzugehen. Meistens sind diese Wärmebrücken, falsches Lüftungsverhalten oder Elementar-(Wasser-)Schäden. Schimmel ist mit Wasserstoffperoxyd abzutöten und nachzureinigen, wobei auf eine restlose Entfernung der Mikroorganismen zu achten ist (Geruch!). Für die Beschichtung sind Mineralfarben mit geringem Kunstharzanteil und einem alkalischen PH-Wert über 11,5 zu verwenden. Wichtig ist auch das Lüftungsverhalten (Querlüftung).

Rudolf Rieder jun., Malerei Rieder+Sohn GmbH

Moser
Foto: Moser Bautrockung GmbH

Um die oft unterschätzten gesundheitlichen Probleme für Menschen durch Schimmel – etwa Allergien oder Atemwegserkrankungen – zu vermeiden, muss er möglichst schnell professionell entfernt und saniert werden. Auch bei kalten Außentemperaturen sollte man mindestens einmal pro Tag frische Luft in die Wohnräume lassen, um mögliche Schimmelpilzbildung zu vermeiden, dies speziell in sanierten Wohnungen und Neubauten, da durch moderne, dicht schließende Fenster die „Selbstlüftung“ nur noch gering ist.

Werner Moser, Moser Bautrocknung GmbH

Berger
Foto: Installateur Harald Berger GmbH

Schimmelbildung wird auch durch zu hohe Raumtemperaturen begünstigt (ideal wären ca. 22 Grad), weil auch die Kosten je zusätzlichem Grad exponentiell steigen. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass Heizkörper frei von Abdeckungen sind, damit die Luftzirkulation nicht behindert wird. Neben oft falschem Lüftungsverhalten ist auch die Luftfeuchtigkeit (z. B. durch Zimmerpflanzen) oft zu hoch. Hier wären zwischen 40 und 60 % ideal.

Harald Berger, Installateur Harald Berger Gmbh

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