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Im Goldrausch zur Alten Pöck

Ein Artikel von Bernhard Schlag

Voll bepackt mit Nachbarsjungen und Hund sowie der Hoffnung auf schnellen Reichtum machen sich perfekt ausgerüstete Neogoldwäscher auf den Weg nach Gastein. Der Parkplatz beim Montanmuseum Böckstein ist bereits gut gefüllt und eilends ist man mit Gummistiefel, Pinzette, Jause und Vergrößerungsglas (sehr zu empfehlen) bewaffnet auf dem kurzen Marsch zum Goldwaschplatz.

Nach Empfang der Waschpfannen und Phiolen bekommen wir eine launige und interessante Einführung vom Goldwaschmeister mit Geschichte und Geschichten vom Goldabbau in den Tauern. Bereits seit über 700 Jahren versuchen Bergmänner in mehr als 130 Kilometer Stollen an die höchst gelegenen Edelmetallvorkommen in Europa zu kommen. Zur Blütezeit des Bergbaus wurden bis zu zehn Prozent des Goldes in der „Alten Welt“ in Gastein und Rauris gewonnen. Im 19. und 20. Jahrhundert überstiegen jedoch die Abbaukosten den Ertrag um das Zehnfache und der Abbau wurde eingestellt. Jüngste Untersuchungen ergaben, dass ein Großteil des in den Tauern vorhandenen Goldes noch nicht abgebaut ist.

Entsprechend motiviert befreien wir bei der technischen Einführung an überdachten Goldwaschtrögen den Sand von groben Steinen, schwenken die Pfanne hin und her und lassen den Sand von einem Eck der Pfanne ins andere rieseln. Endlich zwischen den Sandkörnern unser erstes Tauerngold!

Über eine Brücke geht es nun zum eigentlichen Goldwaschplatz an der Alten Pöck, gleich unterhalb des Radhausberges mitten im früheren Goldbergbaugebiet Alt-Böckstein. Die naturbelassene und wildromantische Umgebung wird, ebenso wie das Wasser in den Stiefeln, kaum wahrgenommen, denn es geht hier um eine neue Play-Station oder die Anzahlung für den Führerschein. Nach drei Stunden „harter“ Arbeit, leerem Jausensackerl und nassen Socken endet ein nicht mit viel Gold, aber viel Abenteuer und Spaß gefüllter Goldwaschtag im Pongau.

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