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Im, am, unter Wasser

608 Seen, neun Flüsse, die länger als 20 Kilometer sind, zahlreiche weitere Fließgewässer und nicht zuletzt alle Bäder, Thermen und Wassersportzentren machen Salzburg eindeutig zum Land des Wassers!
Ein Artikel von Doris Thallinger
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Fotos Stand up Paddel: www.kaindl-hoenig.com

Kalt und klar, warm und entspannend, spritzig und ruhig – in welcher Form auch immer, Wasser übt Faszination aus. Gerade in den Sommermonaten scheinen die Freizeit-Möglichkeiten am, im oder unter Wasser fast grenzenlos zu sein.

Action!

Die Sonne hat uns wieder, das Energielevel ist auf Anschlag – wir wollen diesen Sommer etwas erleben! Spaß machen soll es, ohne großen Aufwand soll es zu betreiben sein, und schön wäre es, wenn’s auch noch was für die Bikini-/Badehosenfigur bringen würde. Die Lösung: Stand Up Paddling! Von Weitem schaut die Angelegenheit ja etwas wackelig aus, und genauso gestaltet sich auch der Aufstieg aufs Brett vom sicheren Steg aus. Doch mit etwas Grundspannung im Körper stabilisiert sich das SUP-Board schnell, und man ist bereit für die ersten Meter – falls das Brett nicht selbstständig mit der Strömung abtreibt. Dann ist es gut, wenn man sich die wichtigsten Paddelschläge gemerkt hat: Vorne eintauchen, das Blatt zurückziehen, und gleich wieder von vorne. Und immer schön mit dem Oberkörper mitgehen. Das und der permanente Stand_MG_1075 leicht in den Knien, natürlich bei voller Körperspannung machen zwar das Paddeln effizient, fordern aber die Muskeln ordentlich heraus. Was man aber schnell wieder vergisst, wenn man das Board schon nach kurzer Zeit quer über den See „jagt“. Ja, es fühlt sich schnell an, und tatsächlich, das Ufer ist bald weit entfernt. Auch die richtigen Paddelschläge zum Bremsen und Lenken, bzw. Wenden sind rasch erlernt, auch wenn jede einzelne Bewegung (noch) vollste Konzentration fordert. Von Schlag zu Schlag geht es besser und macht schließlich nur noch Spaß. Fazit: Stand Up Paddling hat sich nicht ohne Grund als Trendsportart etabliert. Die Boards kann man sich ausleihen und schließlich damit selbst auf Erkundungstour gehen, wo immer es einem am besten gefällt. Die doch recht großen Boards lassen sich, nachdem man die Luft abgelassen hat, praktisch in einem dafür vorgesehenen Rucksack verstauen und einfach transportieren.

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Fotos Kajak: Flachau Tourismus

Wild auf Wasser!

Ist das Stand Up Paddle konzipiert für stille oder ruhig fließende Gewässer, so steigen wir im Wildwasser auf andere Untersätze um. Immerhin gibt es im Salzburger Land einige der besten Strecken für Kajak, Kanu, Raft & Co. Im Kajak in die sprudelnde Gischt eintauchen, Stromschnellen umfahren und auf den Wellen zu reiten, braucht schon ein kleines Quantum Mut und Abenteuerlust. Wichtig ist die gute Einschulung und Begleitung durch einen erfahrenen Instructor, der seine Schäfchen durch die Gestade leitet und am Ende des Tages sprichwörtlich ins Trockene bringt. Zum Kajaken eignen sich viele Salzburger Flüsse, besonders beliebt ist das Saalachtal, hier befindet sich übrigens auch eine anspruchsvolle WM-Kanustrecke. Mit richtig viel Action im Gepäck passiert man die Wildwasserflüsse am Hydrospeed. Ähnlich wie beim Body Boarden am Meer liegt man mit dem Oberkörper auf dem Brett und bewältigt so Fluss und Strömung wie ein Fisch.

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Foto: Andreas Voglstätter, www.motion.co.at

Ebenfalls ständigen Wasserkontakt hat man im „Riverbug“. Das trendige Wildwassergerät aus Neuseeland ist klein, wendig und lässt sich besonders leicht manövrieren. Anstelle des Paddels lenkt man mit Flossen und speziellen Neoprenhandschuhen. Enge Kurven und sogar 360-Grad-Drehungen sind damit kein Thema mehr.

Fast schon der Klassiker dagegen ist das Befahren eines Flusses mit dem Schlauchboot. Beim Raften in den Flüssen Salzburgs und des angrenzenden Bayerns stehen gemütliche Familienfahrten genauso am Programm wie fordernde (Tages-)Ausflüge durch reißende Stromschnellen. Wem das Wildwasser nicht ganz geheuer ist, rückt mit Kajak, Paddel oder Boot einfach an einen der vielen Seen aus. Hier entdeckt man die Landschaft vom Wasser aus von einer gänzlich neuen Perspektive.

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Foto: Jag_cz-fotolia.com

Gut Luft!

Auch unter Wasser hat unsere Region so einiges zu bieten: Mehrere Tauchschulen in Salzburg und direkt an den Seen bieten vom Schnuppertauchkurs bis hin zum Orientierungstauchen oder Nachttauchen spannende Unterwasser-Abenteuer an. Die sauberen Seen zeigen eindrucksvolle Felsformationen, verschiedenste Fisch- und Krebsarten bis hin zu Teichmuscheln und seltenen Süßwasserschwämmen.

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Fotos Liechtensteinklamm, Walter Oczlon

liechtensteinklamm,_bild_6Natur pur!

Mehr als 230 offizielle Naturdenkmäler darf das Bundesland Salzburg sein Eigen nennen. Und wie könnte es anders sein – vor allem das Wasser hat sehr viele davon geprägt. So zählen die Schluchten und Klammen hierzulande zu den schönsten und beeindruckendsten weithin. Kaum jemand kann sich dem Bann des Wassers entziehen, das aus luftigen Höhen stürzt, Felsen über Jahrtausende geformt und so manches Naturwunder geschaffen hat. Eine der schönsten, tiefsten und längsten ist die Liechtensteinklamm, aber genauso imposant zeigen sich beispielsweise im Pinzgau die Seisenbergklamm, die Vorderkaserklamm oder die Kitzlochklamm mit ihrer einzigartigen Einsiedelei. Bei Wanderern, Genießern oder auch bei Fans des Canyoning beliebt sind die Strubklamm in Faistenau, die Almbachklamm und die Burggrabenklamm in Unterach. Im Tennengau lässt sich die unbändige Kraft des Wassers zum Beispiel in der Lammerklamm oder in den Salzachöfen erleben.

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Foto: Denis Feiner/Salzachöfen

Erlebnisschlucht

Eignen sich viele der Klammen und Schluchten zum Schluchtenwandern und Schluchtenschwimmen, so bieten die Salzachöfen in Golling ein besonderes Freizeiterlebnis. Auf den Spuren von Jägern und Sammlern, von Römern und Kelten, von Rittern und Soldaten vermittelt die Salzachschlucht Einblicke in Geschichte, Geologie und Biologie. Richtig aufregend geht es in rasantem Tempo zurück mit dem 800 Meter langen Flying Fox, unmittelbar über den tosenden Fluten der Salzach.

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Fotos Prebersee: Muehlbacher Rupert GAS

In der Ruhe liegt die Kraft

Vom tosenden Gewässer zur Ruhe und zum stillen Frieden des Sees. Diesen Frieden findet man, sogar an heißen Sommertagen, oftmals an den wunderschönen Moorseen. Eine dieser Perlen der Natur findet sich im Lungau: Die Moorhochlandschaft des Prebersees liegt besonders idyllisch auf 1.514 Metern Seehöhe. Die besonders weiche und saubere Wasserqualität macht das Schwimmen zum Erlebnis, doch vielmehr ist es die Atmosphäre, die hier einlädt, die Seele baumeln zu lassen. Rund um den See führt der informative Moorlehrpfad, im Anschluss bietet sich eine Stärkung auf der Ludlalm an, die ab 1. Juli neu eröffnet ist!

33098790751_6cccb75694_oWeitere Moorseen bestechen außerdem mit ihren angenehmen Temperaturen: der Goldegger Moorsee und der Grabensee im Flachgau beispielsweise mit bis zu 27 Grad Wassertemperatur! Zwischen Oberösterreich, Salzburg und Bayern liegt übrigens auch eines der größten zusammenhängenden Moorgebiete: Das Ibmer Moor, Weidmoos und Bürmoos, das Schönramer Filz und Ainringer Moor erstrecken sich auf mehr als 2.000 Quadratmeter.

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Foto: Schloss Hellbrunn

Wasser: Stadt!

Auch vor den Toren der Stadt Salzburg macht der Spaß rund ums Wasser nicht Halt. Was zum Beispiel schon im 17. Jahrhundert Markus Sittikus und seine Gäste unterhielt, gilt auch heute noch (fast unverändert) als einzigartiges Vergnügen: die Hellbrunner Wasserspiele. Geheimnisvolle Grotten, wasserbetriebene Figuren, versteckte Wasserdüsen: Das Spektakel erfrischt und überrascht einfach immer wieder.

Neu, aber ebenso einzigartig ist der Amphibienbus, der Sightseeing in Salzburg ganz neu erleben lässt. Über die Salzach (auch spektakulär zu beobachten) und schließlich weiter zu Lande bahnt sich das Fahrzeug seinen Weg durch die Stadt, um am Ende wieder im Wasser zu „landen“.

Schlussendlich gibt es über das Lebenselixier Wasser auch einiges zu erfahren: Der „Wasser.Spiegel – Die Wasserwelt der Salzburg AG“ gibt im Hochbehälter auf dem Mönchsberg Einblicke in die Geschichte und Gegenwart der Wasserversorgung – Stationen zum Ausprobieren und Wasserverkostung inklusive.

 

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