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Ich wollte nie Model werden

Seit 11. September läuft auf PULS 4 jeden Donnerstag um 20.15 Uhr die Model-Casting-Show Austria’s next Topmodel – Boys & Girls. Als einzige Salzburgerin vertritt die 17-jährige Carina Kriechhammer unser Bundesland. Im Interview gibt sie der SALZBURGERIN Einblicke in das Leben vor und hinter der Kamera.

War es immer schon dein Traum, Model zu werden?

Ich wollte nie Model werden. Meine Mama war Model, und ich war oft als kleines Kind mit ihr mit, denn ich wollte ja sehen, wie Mama über den Laufsteg läuft. Aber ich habe schon als Kind gesehen, wie stressig das ist. Und so war dieser Traum für mich nie vorhanden. Vor zwei Jahren hat ein Freund meiner Mutter, ein Fotograf, gemeint, lass uns mit deiner Tochter ein paar Fotos machen, die schaut super aus. Und irgendwie hat dann eines das andere ergeben, und ich war dann beim Casting für Germany’s next Topmodel, dafür war ich allerdings zu klein. Damit war das Thema für mich auch wieder gegessen, bis eine Freundin zu mir gesagt hat, bitte geh mit mir mit zum Casting für Austria’s next Topmodel. Ich habe tatsächlich ein paar Wochen später die Zusage bekommen, dass ich dabei bin, meine Freundin leider nicht.

Wenn du an die Zeit bei ANTM zurück denkst, was nimmst du für dich selbst daraus mit? Was hat dir die Teilnahme gebracht?

Mir hat es total viel Menschenkenntnis gebracht. Ich habe sehr viele, verschiedene Charaktere kennen gelernt. Angefangen von den Fernsehteams über die anderen Kandidaten, über Visagisten, über Fotografen. Wir waren 18 Kandidaten, die zusammen gewohnt haben. Wenn man auf engem Raum zusammen wohnt, Tag und Nacht, lernt man auch zurückzustecken, Menschen nicht gleich in Schubladen zu packen.

Was ist dir persönlich am schwersten gefallen?

Ich hatte wenig Kontakt zu meiner Mutter – das war für mich am schwierigsten. Denn sobald ich mich irgendwo nicht ganz sicher fühle oder so, kann ich immer meine Mama anrufen und sie fragen, und sie gibt mir Tipps.

Du warst doch einige Male Wackelkandidatin. Wie bist du damit umgegangen? War das entmutigend oder neuer Ansporn?

Mir hat es meistens Ansporn gegeben, weil die Jury von der Kritik her wirklich gut war. Nur in Folge 6, zum Beispiel, als Melanie gemeint hat, meine Mutter würde mich dazu zwingen … Dabei wollte meine Mutter gar nicht, dass ich mitmache. Für sie hat meine Schulausbildung den absoluten Vorrang! Ich finde es ja auch ganz witzig, wenn sie in Woche sechs zu mir sagen: Du willst ja gar nicht Model werden oder du bist nicht gut genug, um hier zu sein. Da ging es mir dann wieder so … okay, sagt mir lieber, was ich verbessern kann anstatt irgendein Bla-Bla rundherum.

Ich fand es gut, wenn man einmal Wackelkandidat war, weil man danach schon motiviert ist. Aber das Gefühl, da draußen zu stehen und du weißt, in fünf Minuten kann es sein, dass ich alle, mit denen ich bis jetzt Tag und Nacht verbracht habe, sechs Wochen lang, dass ich die jetzt nicht mehr sehe, das ist das Traurigste an der ganzen Sache.

Du bist auch schon dafür bekrittelt worden, dass du zu klein bist für ein Model, dass deine Figur nicht so perfekt sei… Was tust du für deine Figur?

Ich bin selber nicht immer zufrieden mit meiner Figur, aber ich glaube, das ist bei allen Frauen so. Meine Mama ist da auch super dahinter, aber – es klingt wie eine blöde Ausrede, es ist schwer, wenn man im Internat ist, wo es zwei Menüs zur Auswahl gibt. Und dann gibt es halt entweder den Schweinsbraten oder die Käsespätzle. Aber ich hab nun einmal Hunger, und es schmeckt halt so gut. Ich trainier jetzt wieder mehr über den Winter – und an meiner Größe kann ich ohnehin nichts ändern.

Haben sich auch echte Freundschaften entwickelt?

Ja, total! Ich bin noch immer supergut mit Lydia befreundet. Mit Lydia hab ich andauernd Kontakt. Klar, ich versteh mich noch mit fast allen super. Manuel und Oliver sind auch superlieb. Bei fast jeder Show schreiben wir einander und erinnern uns an irgendetwas. Wenn ich in Wien bin, treffe ich mich auch mit ihnen. Aber Lydia ist wirklich so etwas wie eine beste Freundin dort geworden.

Zu Beginn von ANTM hattest du einen Freund?

Ja, ich hatte einen Freund. Aber ich habe das nach ANTM beendet. Wir waren über anderthalb Jahre zusammen. Aber nach ANTM … Ich hab mich weiter entwickelt, und man sieht sich einfach nicht. Und dann haben wir beide gesagt, es ist gescheiter, wenn wir es lassen. Und das ist dann im Guten auseinander gegangen.

Hat es einen männlichen Kandidaten gegeben, der dich interessiert hätte?

Nein! Das fragen viele: Verliebt man sich da nicht? Aber die sind wie Brüder. Auch wenn wer zu mir sagt, boah, die schauen alle so gut aus. Als Außenstehende denk ich mir vielleicht auch, unsere Burschen schauen alle so gut aus, aber als ich mit denen zusammen gewohnt habe, waren das ganz normale Burschen für mich wie in der Klasse.

Du hast mit ANTM sicher einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht. Wirst du auch auf der Straße erkannt und angesprochen?

Ja, ich werde schon angesprochen, beim Fortgehen und kürzlich beim Rupertikirtag. Letztes Wochenende war ich im Zoo in Wien und da kam ein kleines Kind auf mich zu: Entschuldigung, bist du nicht die Carina von ANTM? Darf ich ein Foto mit dir machen? Voll süß. Anfangs war es total komisch, aber jetzt find ich es nur noch lieb, wenn sie mich ansprechen. Kleine Mädchen um die zwölf, 13 Jahre sprechen mich sofort an. Die älteren, die schauen eigentlich nur.

Ist nun dein Wunsch, als Model zu arbeiten, durch ANTM entfacht worden?

Ja, jetzt ist es noch aufregender, als Model zu arbeiten, nachdem ich schon rein geschnuppert habe. Aber das wär für mich kein Grund, dass ich die Schule auf die Seite schieben würde. Für mich ist es jetzt einmal wichtig, dass ich nächstes Jahr die Matura mache und dann vielleicht ein Jahr Pause. Ein bisschen reisen und ein bisschen Modeln. Aber dann möchte ich studieren und den Bachelor in Tourismusmanagement machen.

Wo möchtest du denn studieren?

Ich möchte im Ausland studieren, ich weiß noch nicht genau wo. Entweder in der Schweiz, das würde mich sehr, sehr reizen. Dort ist eine Partner-Uni von unserer Schule. Oder was mir auch gut gefallen würde, wäre England oder Amsterdam. Aber die Schweiz ist halt doch näher bei uns zuhause.

Salzburg ist deine Heimatstadt. Was bedeutet dir Salzburg?

Salzburg ist für mich die schönste Stadt, die ich je gesehen habe. Ich bin schon viel herum gekommen, aber Salzburg ist für mich einfach Heimat, da ist der Salzburger Dialekt. Das war auch super, als wir in Bad Gastein waren und ich nach fünf Wochen wieder einmal Salzburger Dialekt gehört habe. Ich habe in Salzburg eigentlich alles, was ich brauche. Ich habe hier meine Familie, ich habe meine Freunde, ich habe meine Stammclubs, wo ich hingehe, ich habe alles da, was ich brauch. Darum werde ich nie ganz von hier wegziehen.

Doris Thallinger

Cathy Kagiri, geboren 1990 in Nairobi, Kenia, kam vor fünf Jahren nach Österreich, um zu studieren. Als Au Pair-Mädchen fasste sie Fuß in Salzburg. Heute ist die schöne Kenianerin fast fertig mit ihrem Geschichte – Studium an der Universität Salzburg – und außerdem die frisch gekrönte Miss Integration sowie unser Cover-Model der SALZBURGERIN. Für Cathys titeltaugliches Make-up und Haare sorgte Evelyn Karbach vom Team Mario Krankl. Die 24-Jährige wurde Newcomerin des Jahres 2015 bei den Austrian Hairdressing Awards und hat mit ihrer allerersten Kollektion bereits die begehrte Trophäe für das Team Mario Krankl (Judengasse 11 in Salzburg) gewonnen.

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