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Helfen ohne Grenzen?

Ein Kommentar von Christian E., Asylheimbetreiber

Seit Herbst vergangenen Jahres ist das Flüchtlingsthema in aller Munde. Heiß wird diskutiert. Auf der einen Seite gibt es jene Stimmen, die ohne Grenzen helfen wollen. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die keine Fremden wollen – schon gar keine Asylanten. Die Mitte gibt es scheinbar nicht mehr. Kritisiert man etwas an der momentanen Situation, wird man gleich ins rechte Eck gestellt. Hilft man jedoch, ist man scheinbar ein un-
kritischer Gutmensch.

Man muss doch sagen dürfen, dass nicht alles optimal läuft – gerade auch in finanzieller Hinsicht nicht. Oberösterreich hat das erkannt und eine neue Regelung beschlossen, aber nicht, ohne heftigst dafür kritisiert zu werden.

Nach Österreich kommen nach wie vor viele Menschen aus unterschiedlichsten Ländern. Nicht alle sind Kriegsflüchtlinge. An den Grenzen wird das nicht kontrolliert bzw. gibt es für diese Kontrolle keine Ressourcen. Menschen aus Bangladesch, Tunesien oder Marokko nützen so die Möglichkeit, mit dem Flüchtlingsstrom nach Mitteleuropa zu kommen. Manche von ihnen haben bereits drei bis sieben Jahre in Griechenland gelebt und gearbeitet, versuchen ihr Glück nun als Flüchtlinge bei uns. Sie haben durchaus Chancen, hier zu bleiben, da die Ursprungsländer asylwürdig sind. Einige von ihnen sagen allerdings ganz offen, dass sie nur vorübergehend in Österreich bleiben wollen, den Geldfluss und die Unterstützung jetzt aber ausnützen.

Die Fehlplanung zeigt sich nicht nur bei der Einreise der Flüchtlinge. Auch was die finanzielle Unterstützung anbelangt, gibt es große Defizite. Die Grundversorgung wurde auf Einzelpersonen ausgelegt. Tatsächlich sind mittlerweile aber sehr viele Familien nach Österreich gekommen, wobei jedes Familienmitglied – also auch Kleinkinder – die volle Unterstützung bekommt.

In die Mindestsicherung, die finanziell anders geregelt ist, kommen Flüchtlinge nach dem positiven Asylbescheid. Deutschkenntnisse sind dabei keine Voraussetzung: Auch das ein Umstand, der geändert werden müsste. Deutschkurse werden in den Asylheimen durchwegs angeboten, oftmals von fachkundigen, ehrenamtlichen Helfern.

Angenommen werden sie aber eher schlecht als recht, weil die Notwendigkeit nicht gesehen wird und Sprachkenntnisse seitens der Politik nicht vehementer eingefordert werden.

Politisch und bürokratisch läuft also einiges schief. Dennoch bin ich der Meinung, dass es richtig ist, diese Menschen zu unterstützen. Helfen darf aus meiner Sicht keine Grenzen haben, wenn Hilfe benötigt wird. Allerdings sollte eben gerade auch politisch und bürokratisch einiges passieren. Dass Flüchtlinge bzw. Asylanten weit mehr Geld bekommen, als vielen österreichischen Familien zur Verfügung steht, ist Nährboden für Probleme unterschiedlichster Art. Wir sollten uns auch die Frage stellen, wie sich Asylbewerber integrieren sollen, die eine andere Religion, andere Sitten und Bräuche haben und schon deshalb niemals so integriert werden können, wie Menschen, deren Religion, Sitten und Bräuche unseren ähnlich sind. Trotzdem sollte es unser aller Ziel sein, miteinander in Frieden zu leben und dort zu unterstützen, wo es notwendig ist.

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