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Heißer Auto-Herbst

Der Sommer war heiß, aber in der Autobranche wird der Herbst ein besonders heißer! Viele neue Modelle, neue Varianten, Facelifts und mehr oder weniger spektakuläre Autos werden präsentiert und angekündigt. Der SUV-Boom hält unvermindert an, vor allem im kompakten und luxuriösen Segment. Manche Neuerung spielt sich eher unter der Haube ab, andere werden auch optisch auffallen.
Ein Artikel von René Herndl

Beginnen wir mit dem am stärksten wachsenden Segment, mit den SUVs: Der Range Rover Evoque, das Einstiegsmodell bei den indischen Briten wird nach etlichen Jahren und trotz unverminderter Attraktivität des aktuellen Modells im Herbst vorgestellt. Das eigenwillig gestylte coupéhafte SUV der edleren Kompaktdimension übernimmt einige Stilelemente seines feschen großen Bruders Velar, wobei auch die Motorenpalette erweitert werden dürfte – dem Vernehmen nach bis zu 300 PS.

SUVs, wohin man schaut

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Fotos: Hersteller

Etwas schärfer gezeichnet wird der neue Audi Q3 sein, der durch gewachsene Proportionen mehr Platz bieten und dem digitalen Zeitalter angepasst wird, aber beim Design dennoch ein typischer Audi bleibt. Das neue, dritte SUV der Marke Seat, der Tarraco, ist nahezu gleich groß wie seine Konzernbrüder Skoda Kodiaq und der VW Tiguan Allspace, kein Wunder, teilen sie doch alle die gleiche Bodengruppe, wobei der Seat in der Basisversion nicht mit Allrad ausgerüstet sein wird. Der Skoda Kodiaq RS markiert den Trend Skodas nach Höherem, der sich mit rund 240 PS aus einem Biturbo-TDI in die sportlichere SUV-Fraktion einreiht. Dort positioniert sich auch der Cupra Ateca, der mit 300 PS und Allrad auf die junge Käufer-Generation schielt. Besonders zeitgeistig setzt VW den begonnenen Trend fort und stellt den Polo in Crossover-Format mit dem Namen T-Cross vor. Trotz knapper Abmessungen bietet er reichlich Platz und jede Menge Dekorations-, sprich Individualisierungsmöglichkeiten.

Deutlich auffälliger als seine Vorgänger wird der SUV-Bestseller von Toyota, der neue RAV4 in der Auslage stehen, wobei sowohl der Innenraum als auch die Instrumente dem digitalen Zeitgeist entsprechen werden, er bei der Motorisierung aber der Konzern-Linie mit Benzin und Hybrid-Antrieb treu bleibt. Von Honda wird zur Markteinführung im Oktober der HR-V Modelljahr 2019 mit effizientem 1.5 Liter-Benzinmotor erhältlich sein, der 130 PS (96 kW) leistet. Ab Frühjahr 2019 folgen ein sport-licher 1.5 Turbo-Benziner sowie ein sparsamer 1.6 i-DTEC Dieselmotor.

Die kernige Abteilung wird vom Jeep Renegade und dem neuen Suzuki Jimny ergänzt. Beim Jeep sind es eher die neuen Drei- und Vierzylinder-Motoren, beim Suzuki das kantige Design, das nach rund 20 Jahren immer noch und wieder den Geländewagen-Charakter betont, aber bei Komfort und Leistung zulegt. Das französische Komfortpaket „Crossback“ kommt einmal mehr von DS, und zwar in Form einer vom Citroen C3 abgeleiteten Crossover-Version.

bmw-x5Luxus im Großformat
Größer und noch luxuriöser wird wohl die Neuauflage des BMW X5, dessen Motorisierung sowohl beim Benziner als auch beim Diesel die 400-PS-Schwelle überschreitet, während beim neuen Macan von Porsche die optischen Retuschen bis auf das Leuchtband am Heck nicht besonders üppig ausfallen, dafür wird der Innen-raum renoviert.

Audi möchte mit dem e-tron gegen Tesla antreten und das mit technischen Merkmalen, die sowohl hinsichtlich Leistung als auch technischem Aufwand dem Klassenanspruch mehr als gerecht werden: Bis zu 300 kW und eine maximale Reichweite von 400 km sollen den gehobenen Preis rechtfertigen. Ähnliches hat Mercedes mit dem EQC vor, der als erster einer neuen Baureihe wie bei Audi dem Elektrotrend folgt. Das Design bezeichnet Mercedes selbst als avantgardistische Elektro-Ästhetik und progressiv luxuriös. Und auch hier stehen zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse mit zusammen 300 kW für flotte Fahrleistungen und eine Reichweite von über 450 km. An der Spitze des Angebots wird sich der Rolls-Royce Cullinan positionieren, samt V12.

volvo-s60Normales und Sportliches
Die „Normalfraktion“ neuer Autos wird von der Neu-auflage des BMW 3er angeführt, der als Benchmark seiner Klasse gelten muss, zumal er noch agiler und dynamischer werden soll – auch wegen des PS-Zuwachses logischerweise. Der Volvo S60 kommt nur mehr ohne Diesel auf den Markt, wobei die Optik sehr gefällig ist. Beim VW Passat dagegen fällt die Modellpflege bescheidener aus, die sich vor allem im Innenraum abspielt. Auffällig dynamisch und mit aufpoliertem Design kommt der neue Toyota Corolla (als Auris-Nachfolger) auf den Markt und der Opel Corsa wird nun unter französischer Regie der neuen Opel-Strategie angepasst.

In der Sportwagenabteilung trägt die Zusammenarbeit von BMW und Toyota Früchte, und zwar einerseits mit dem neuen Roadster Z4 und auf der japanischen Seite mit der Wiederbelebung des stylischen Supra, der mit BMW-Motoren bis zu 360 PS daherkommen wird. Porsche präsentiert im Spätherbst den neuen 911er, breiter und – no na – stärker, Mercedes eifert dem Panamera nach und gibt dem AMG-GT vier Türen und ein Fließheck sowie selbstverständlich üppige Motorisierungen bis zu 612 PS. Das Tüpfelchen auf dem i der Neuerscheinungen ist aber sicher der 8er BMW, der sich als GT-Coupé mit viel Leistung sportlicher als der Sechser gibt und dem später auch eine Cabrioversion folgen wird.

Urig und Tradition
Ford stellt den neuen Ranger Raptor vor – die härteste und leistungsstärkste Variante des meistverkauften Pick-ups Europas. Das beeindruckende Geländefahrzeug für den ultimativen Offroad-Spaß wird von einem 2,0-Liter-EcoBlue-Dieselmotor (213 PS) mit einer 10-Gang-Automatik angetrieben. Auf der IAA-Nutzfahrzeuge (20. bis 27. September 2018) in Hannover präsentiert der japanische Automobilhersteller Nissan den N-Guard – die neue, besonders robuste Version seines Ein-Tonnen-Pick-ups. Und nicht zuletzt frischt Mazda noch einmal den MX-5 auf, der so die Tradition des kleinen Roadsters mit mehr Leistung und digitalisiert fortsetzt.

Test: Range Rover Evoque Cabrio
Das Unikat

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Er ist der einzige seiner Art: Der Range Rover Evoque als Cabrio. Schon alleine deshalb fällt es auf. Und es ist auch einmalig zu chauffieren. Nicht nur, weil man SUV-typisch erhöht sitzt, auch weil es trotz seines bulligen Auftritts schnittig, ja sogar trotzdem elegant ist. Die Abmessungen sind dieselben wie beim herkömmlichen Evoque, der einzige, sichtbare Unterschied ist die Stoffhaube, deren Innenfutter die Außengeräusche wie auch Witterungseinflüsse wirksam abschirmt. Die Schließgeschwindigkeit: In exakt 18 Sekunden faltet sich das Dach nach Betätigung des entsprechenden Knopfs an der Mittelkonsole zusammen – bis 48 Stundenkilometer auch während der Fahrt.

range-rover-evoque-cabrio-intDas Interieur ist standesgemäß. Feines Leder, ausgezeichnete Instrumentierung und alle Features, die man braucht – oder auch nicht. Weil Cabriofahrer meist andere Ansprüche stellen. Die beiden geräumigen Einzelsitze in der zweiten Reihe sind zwar Beifahrer-tauglich, dienen aber wegen des bescheidenen Stauraums eher als Ablage, besonders dann, wenn man in die „Durchreiche“ aus dem Köfferchenraum z.B. Skis reinschiebt. Was auch gleich bedeutet, dass das Cabrio auch im Winter eine sehr gute Figur macht, nicht nur wegen seines (bei Range Rover obligatorischen) exzellenten und technisch aufwändigen Vierradantriebs. Da sind Schnee, Gelände oder Gatsch nebensächlich – auch wenn man´s nicht darauf anlegt. 

Der Motor, ein Diesel mit 180 PS, erweist sich auch im Stadtverkehr erstaunlich sparsam, dabei beschleunigt er flott und ist auch nicht laut oder gar ruppig. Feines, komfortables Fahren! Selbstverständlich gibt´s das Cabrio-SUV auch mit stärkerer Benzin-Motorisierung – aber die ist uns im Test nicht abgegangen.

Fazit: Das SUV-Cabrio Evoque ist nicht nur einmalig, sondern wirklich eine Mischung, die so viel in sich vereint, dass sich ein Zweitauto für die jeweils andere Jahreszeit erübrigt. Ein Auto für Genießer und Stilisten – einfach fein! 

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