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Heiße Sache: Brandschutz

Brandschutz ist ein ganz wesentliches Sicherheitsmerkmal bei Gebäuden und Anlagen. Die Richtlinien des Österreichischen Instituts für Bautechnik (OIB) gelten als Maßstab für entsprechende Regelungen, die jedoch nur eine Vorgabe für umfassenden Brandschutz sein können. Und ein bisserl Vernunft hilft auch.
Ein Artikel von René Herndl

Die Planung von Brandschutzanlagen bedeutet auch die der entsprechenden Maßnahmen bis hin zu brandschützenden Isolierungen oder Anstrichen und Feuerlöschern. Die Vorschriften dazu sind jedoch österreichweit nicht einheitlich. Viele Bauherrn und Bauwerber sind sich oft nicht im Klaren, welche Vorteile es hat, einen Brandschutz-Fachplaner von Beginn an mit einzubeziehen. Viele auf den Brandschutz abzielende Auflagen sind zu hinterfragen und auf die Wirtschaftlichkeit und Effizienz hin zu prüfen. Das spart Kosten und erhöht meist noch die Sicherheit. Dasselbe gilt für die sogenannte Herstellungsüberwachung. Nur Brandschutzspezialisten sind in der Lage, aus dem Dickicht der Brandschutzprodukte das Geeignete auszuwählen. Die Vielzahl und

Foto: matejmo - istockphoto.com

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Komplexität dieser Brandschutz-Elemente macht es dem Bauherrn nicht immer einfach, manchmal nahezu unmöglich, ein geprüftes Produkt für den jeweiligen Anwendungsfall auszumustern.
Beratende Ingenieure sind unabhängige, objektive und neutrale Partner, die für ihre Auftraggeber treuhändisch agieren. Dasselbe gilt auch für die Bauaufsicht: Im Dschungel der vielen Auflagen ist es ein enormer Vorteil, auf das Wissen der Experten zurückgreifen zu können.
Bedauerlicherweise passiert das viel zu selten. Was bleibt sind Mängel, welche die Sicherheit in einem Bauwerk auf der Strecke bleiben lassen. Und wer zuhause ein bisserl vernünftig ist, der kann auch viel zum Brandschutz beitragen, und sei es nur, beim Anzünden einer Kerze den richtigen Platz zu wählen oder beim Kochen den Herd im Auge zu behalten.

Moderne Sicherheitstechnik bei großen Bauwerken

Foto: maho - stock.adobe.com

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In der modernen Gebäude- und Sicherheitstechnik wird insbesondere bei größeren oder komplexeren Bauwerken oftmals auf Brandfallsteuerungen zurückgegriffen. Mit derartigen Steuerungen wird festgelegt, wie das Gebäude bzw. die Gebäudetechnik auf die Detektion eines Brandes reagiert. Im Brandfall können zum Beispiel Türen oder Tore automatisch geschlossen werden, Fluchtwegleitsysteme können aktiviert werden oder Liftanlagen fahren nur mehr in eine sichere Ebene.

Die derzeit gültigen Regelwerke empfehlen, dass eine vorhandene Lüftungsanlage im Brandfall zu deaktivieren ist und Brandschutzklappen zu schließen sind. Damit soll eine Ausbreitung des Feuers über den betroffenen Brandabschnitt hinaus verhindert werden (über die im Bereich der Brandwand mit Brandschutzklappen verschlossene Lüftungsleitung).
Eine Brandausbreitung und Verrauchung innerhalb des Brandabschnittes sind im Sinne der baurechtlichen Vorgaben nicht zu verhindern und werden als gesellschaftlich akzeptiertes Restrisiko betrachtet. Nach erst kürzlich erfolgten Versuchen sollte jedoch das Abschalten der Lüftungsanlage vermieden werden, weil sowohl die Verrauchung gebremst wird und sich bezüglich der Ausbreitung keine signifikanten Unterschiede ergeben.

Foto: djdarkflower - stock.adobe.com

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Spezialbereich „Anlagentechnischer Brandschutz“
Normen und Richtlinien im anlagentechnischen Brandschutz sind seit einem Konsens auf Bundesebene betreffend Abnahmen und wiederkehrende Überprüfungen von Brandschutzanlagen gefunden worden: Dass neben akkreditierten Inspektionsstellen auch Ingenieurbüros und Ziviltechniker des einschlägigen Fachgebiets zur Ausübung dieser Tätigkeiten berechtigt sind, ist seit jeher auf gesetzlicher Ebene geregelt, jedoch wurden unterschiedliche Auffassungen in der Brandschutzbranche vertreten. Eine österreichweit gültige Rechtsauslegung wurde vor etwa einem Jahr durch die zuständige Wiener Magistratsabteilung (MA37 – Kompetenzstelle Brandschutz) durch eine Klarstellung betreffend „zur Abnahme befugter Stellen“ auf der Website der Stadt Wien veröffentlicht. (www.brandschutz.atwww.bauordnung.at/oesterreich/oib_richtlinie2.php)

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