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Heilende Hände

Für die vielseitig eingesetzte und wirkungsvolle Heilmassage gibt es ein neues Tarifmodell.
 Ein Artikel von Maria Riedler

Ein neues Verordnungsmodell für den Bereich Physiotherapie und Massage seit Beginn des Jahres sorgt noch immer für Verunsicherung bei Patienten und Ärzten“, so der Landesinnungsmeister der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure, Rudolf Hannes Enzinger. Denn an Stelle der bisher verordneten Einzelheilanwendungen, wie etwa Lymphdrainage, Heilmassage, Physiotherapie oder Passivtherapie, werden nun drei Zeiteinheiten für aktive und passive Therapie, aber nicht mehr das Wort Massage vermerkt. Nun staunt der Patient vielleicht über Abkürzungen bei ärztlichen Verordnungen, die da lauten: PT1 (45 Min.), PT2 (60 Min.) oder PT3 (74 Min.).
Im neuen Tarifsystem verschreibt der Arzt schlichtweg „Physiotherapie“ (PT). „Diese Zeiteinheiten umfassen alle bisherigen Einzelheilanwendungen. Der Behandler entscheidet selber, welche der zur Verfügung stehenden Einzelheilanwendungen er entsprechend der Diagnose durchführt. Wenn beispielsweise ein Patient heute zum Arzt geht und wie gewohnt eine Verordnung für Lymphdrainage, Heilmassage, Physiotherapie oder Passiv-
therapie (Strom, Moor, Ultraschall, Rotlicht) erwartet, wird er oder sie in der Regel die Information bekommen, dass es dafür keine Verordnung mehr gäbe. Es gibt lediglich eine Verordnung von PT1, PT2 oder PT3.“
Doch Heilmasseure arbeiten wie gehabt im Rahmen ihrer berufsrechtlichen Kompetenzen. Das bedeutet, dass alle Patienten, welche vom Arzt eine Verordnung lautend auf PT1 und PT2 ausgestellt bekommen, die Leistungen freiberuflicher Heilmasseure, je nach Diagnose, in Anspruch nehmen können, erläutert der Innungsmeister. Auch der Kostenzuschuss der Kassen für diese Verordnungen bleibt größtenteils aufrecht und unverändert. Ebenso ist der Kostenzuschuss bei Lymphdrainage nach wie vor in der gleichen Höhe wie bisher aufrecht. „Mit einer Verordnung von PT1 oder PT2, da nur keine Einzelheilanwendungen mehr verordnet werden.“ Lediglich für
Heilmassage erhalten Patienten der SGKK derzeit keinen Kostenzuschuss mehr.

Unumstrittene Wirkung
Muskelschmerzen kennt so gut wie jeder. Nicht ohne Grund zählt die Massage zu den ältesten Therapien. Von der Hautoberfläche bis hin zu den tiefen Organaufhängungen: Nur wenige Therapieformen haben einen ähnlich breiten Wirkungsbereich wie die Massage. Die richtigen Handgriffe lockern nicht nur die Muskulatur und steigern die Durchblutung. Auch Stauungen des Zellgewebes und Lymphbereichs lassen sich beheben. Selbst Verklebungen, etwa bei Narbengewebe, können sich besser lösen. Ein positiver Nebeneffekt der Massage ist ihre schmerzlindernde Wirkung. Sie fördert die Durchblutung, wirkt entspannend auf die gesamte Tiefenmuskulatur, vitalisierend und regt den Stoffwechsel an. Die Wirkung von Massagen ist wissenschaftlich nachgewiesen. Massage ist nicht nur in akuten Fällen von Beschwerden sinnvoll, sondern auch eine ideale vorbeugende Therapie. „Die Standards bei uns sind ungemein hoch und werden immer wieder durch die Innung überprüft. Heilmasseure haben eine umfassende Ausbildung von über 2400 Stunden. Die gute Qualität und das Know-how helfen dann auch, die Massage wirklich zur Auszeit vom Alltag zu machen, wodurch die präventive Wirkung vollends ausgeschöpft werden kann“, betont Rudolf Hannes Enzinger.
Dazu kommt auch die häufig – etwa nach Tumorerkrankungen – verordnete Lymphdrainage. Sie wird therapeutisch eingesetzt, um Ödeme, also Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe zu verringern, lindert Schmerzen und wirkt ausgleichend auf das Nervensystem.

Foto: Florian Radosevic

Foto: Florian Radosevic

Die Massage ist eines der ältesten Heilmittel überhaupt. Es gibt kaum eine Krankheit, die durch Heilmassagen nicht zumindest gebessert werden kann. Massagen werden bei vielen Erkrankungen gezielt zur Behandlung eingesetzt, wie beispielsweise bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, Lymphödemen oder Kopfschmerzen. Einer der positiven Effekte von Massagen ist ihre schmerzlindernde Wirkung.
Florian Radosevic, Heilmasseur, Salzburg

Foto: www.kaindl-hoenig.com

Foto: www.kaindl-hoenig.com

Heilmassagen bieten eine effektive Behandlung verschiedenster Krankheitsbilder. Durch eine Vielfalt individuell abstimmbarer Techniken (u.a. Faszientechniken, Osteopressur, Kinesio Taping) lösen sie Schmerzen und (lymphatische) Stauungen. Insbesondere Faszientechniken wirken ganzheitlich im gesamten Körper. Sie helfen etwa bei muskulären sowie Gelenksproblemen und erhöhen die Bewegungsfreiheit.
Peter Kreil, Heilmasseur, Gewerblicher Masseur, FDM-Therapeut, Salzburg

Foto: www.kaindl-hoenig.com

Foto: www.kaindl-hoenig.com

Die Lymphdrainage ist eine sehr sanfte und schmerzfreie Massagetechnik, die von den Patienten als sehr angenehm empfunden wird. Durch eine spezielle Hautverschiebetechnik wird das Lymphgefäßsystem angeregt. Schlacken und Giftstoffe werden durch die Massage abtransportiert und die angestaute Gewebsflüssigkeit kann wieder besser dem Blutkreislauf zugeführt werden.
Rudolf Hannes Enzinger, Landesinnungsmeister der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure, Mittersill, St. Johann und Hallein

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