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Hallo Computer, hörst du mich?

Eine Kolumne der Fachhochschule Salzburg
Michael Domhardt, Forscher am Studiengang MultiMediaTechnology

Michael DomhardtSie heißen Siri, Alexa oder Google Assistent und sind mittlerweile ziemliche Plaudertaschen. Sprachassistenten helfen uns heute schon am Smartphone und in naher Zukunft auch im Haushalt. Doch sind die digitalen Helfer mehr als nur Zeitvertreib?

Mit Apples „Siri“ hielt 2011 die Spracherkennung Einzug am Smartphone. Doch richtig überzeugen konnte die Technik damals noch nicht. Per Touch-Eingabe kam man oft schneller ans Ziel und ersparte sich den Ärger, wenn ein Befehl erst nach mehrmaligen Versuchen verstanden wurde. Doch die Sprachassistenten haben dazugelernt. Aktuelle Systeme können zwischen 90 und 95 Prozent aller Wörter richtig erkennen. Im Hintergrund arbeiten riesige Sprachdatenbanken, die ständig dazulernen und ihren Wortschatz verbessern. Mit Geräten zu sprechen wird damit ganz selbstverständlich.

Nach den Handys schicken sich Sprachassistenten nun an, auch den Haushalt zu erobern. Mit den Vorreitern Amazon Echo oder Google Home lässt sich nicht nur die Musikausgabe steuern, sondern auch per Sprachbefehl einkaufen. Die digitalen Helfer beantworten außerdem Fragen, lesen Hörbücher vor, verwalten Kalender, liefern Nachrichten, Verkehrs- und Wetterinformationen und steuern die Haustechnik. Selbst Kinokarten reservieren und Pizza bestellen ist per Spracheingabe schon möglich.

In Zukunft werden wir mit zahlreichen weiteren Geräten sprechen können. Zum Beispiel mit Kühlschränken, TVs, Staubsaugrobotern oder Autos.

Wir stehen hier noch ganz am Anfang der Entwicklung.

Gadgets

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Foto: Amazon

Amazon Echo
Der Amazon Echo Lautsprecher bringt Sprachassistentin Alexa in die eigenen vier Wände. Alexa hilft in vielen Lebenslagen, kann Musik abspielen, Bücher vorlesen oder Fragen beantworten. Bei jeder Interaktion lernt das System mit und passt sich an den Benutzer an. Praktisch ist die Verbindung mit dem Amazon-Shop. So kann man per Sprachbefehl Einkaufszettel anlegen und einkaufen. Über Erweiterungen (sogenannten Alexa Skills) lassen sich weitere Services dazuschalten und Smart-Home Geräte wie z.B. Lampen oder Thermostate steuern. Amazon Echo ist in den USA bereits über fünf Millionen Mal im Einsatz. In Österreich ist Echo für 180 Euro erhältlich. Echo Dot, die kompakte Version ohne Lautsprecher, kostet knapp 60 Euro. Die Lieferzeit beträgt mehrere Wochen.

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Foto: Google Home

Google Home
Ähnlich wie Amazon bietet Google eine Smart Home-Box mit Rundum-Lautsprechern und intelligenter Sprachsteuerung an. Das Gerät hilft bei der Bewältigung des Alltags und lässt sich mit Google Diensten, wie z.B. der Online-Suche, Google Maps oder PlayMusic verbinden. Beim Serviceangebot externer Partner hat Alexa derzeit noch die Nase vorn, ebenso bei der Steuerung eines Smart-Homes. Beim Beantworten von Fragen macht der Google Assistent aber den besseren Eindruck. Für Österreich ist noch kein Datum für die Markteinführung bekannt. Google Home dürfte aber wahrscheinlich noch in diesem Jahr zu uns kommen. Der Preis in den USA liegt bei knapp 130 US-Dollar.

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