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Guten Flug!

Sommer, Sonne, Urlaubszeit! Das ganze Jahr freut man sich darauf – und wenn dann etwas schief geht, ist es gleich doppelt ärgerlich. Die häufigsten Urlaubs-Ärgernisse haben ihren Ursprung in Problemen mit Flügen und Gepäck, Schwierigkeiten bei der Online Buchung und schmutzigen Unterkünften.
Ein Artikel von Doris Thallinger

Spitzenreiter bei Anfragen, die von enttäuschten Urlaubern beim Konsumentenschutz eingehen, sind überbuchte, annullierte und verspätete Flüge. Allein zum Thema „Flugverspätung und Annullierung“ gingen im Jahr 2017 746 Anfragen bei der Arbeiterkammer Salzburg ein, im Durchschnitt mehr als zwei pro Tag.
So erging es auch einem Ehepaar, das im Oktober 2017 einen Lufthansa-Flug von Rostock nach München gebucht hatte. Allerdings wurde der Flug annulliert, sodass das Ehepaar seine Reise erst am darauffolgenden Tag antreten konnte und eine Nacht im Hotel verbringen musste.
Nach ihrer Reise informierten sich die beiden Reisenden bei der Konsumentenberatung der Arbeiterkammer Salzburg, ob sie Anspruch auf finanzielle Entschädigung hätten. AK-Expertin Andrea Kinauer prüfte den Fall und kam zum Schluss, dass dem Ehepaar insgesamt 500 Euro Entschädigung zustünden. Der Grund: Werden Flüge annulliert, haben Reisende einen gesetzlichen Anspruch auf eine Ausgleichsleistung. Diese beträgt zwischen 250 und 600 Euro – je nach Flugdistanz. Die AK-Expertin forderte die 500 Euro von Lufthansa zurück. Wenige Zeit später war das Geld am Konto des Ehepaars.

Überbuchung und Annullierung

Foto: dispicture - fotolia.com

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Die EU-Fluggastverordnung regelt die Rechte der Passagiere für Flüge aus dem Gebiet eines EU-Mitgliedsstaates und für Flüge aus einem Drittstaat mit einer Fluglinie mit Sitz in der EU.
Wer aufgrund der Überbuchung oder der Annullierung eines Flugs nicht befördert wird, hat Anspruch auf die Rückerstattung des Preises für den nicht konsumierten Teil der Reise oder auch des gesamten Ticket-Preises, wenn der Flug insgesamt zwecklos geworden ist; oder Anspruch auf die schnellstmögliche anderweitige Beförderung zum endgültigen Ziel oder Anspruch auf Umbuchung auf einen Flug zu einem ge-eigneten späteren Zeitpunkt.
Die Fluglinie ist verpflichtet, für Mahlzeiten und Erfrischungen zu sorgen, wenn notwendig auch für eine Übernachtung im Hotel. Außerdem hat der Fluggast Anspruch auf Entschädigung. (Siehe Info-Box)
Doch Achtung: Wird ein Flug aufgrund von außergewöhnlichen Umständen annulliert (z.B. politische Instabilitäten, Terrordrohung oder meteorologische Umstände), besteht kein Anspruch auf finanzielle Entschädigung. Auch, wenn der Flug bis zu zwei Wochen vor Abflugtermin gestrichen wird, entfällt dieser Anspruch, bis zu eine Woche vor Abflug, wenn ein anderer Flug angeboten wird – nicht mehr als zwei Stunden vor planmäßigem Abflug und maximal vier Stunden nach planmäßiger Ankunft. In der letzten Woche vor Abflugtermin entfällt der Anspruch auf finanzielle Entschädigung, wenn der Ersatzflug nicht mehr als eine Stunde früher als geplant startet und nicht später als 2 Stunden verspätet landet.

Flugverspätung
Bei einer Verspätung ist derzeit kein finanzieller Ersatz vorgesehen, allerdings sollen Fluggäste, deren Flug sich um mehr als drei Stunden verspätet, nach einem aktuellen Urteil des Europäischen Gerichtshofes, ebenfalls Anspruch auf Ausgleichszahlungen haben. Verspätet sich ein Flug um mehr als fünf Stunden, kann der Konsument von der Buchung zurücktreten und die Rückerstattung des Tickets verlangen.

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Finanzielle Entschädigung bei Überbuchung und Annullierung
250 Euro bei Flügen bis 1.500 km
400 Euro bei Flügen innerhalb der EU über 1.500 km
400 Euro bei Flügen von 1.500–3.500 km (nicht innerhalb der EU)
600 Euro bei allen Flügen über 3.500 km (nicht innerhalb der EU)

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