Glückshormone selbstgebastelt?

kolumne andrea hammerer

Ja, glückliche, zufriedene Menschen unterscheiden sich von chronisch Unglücklichen durch ihre autonome Fähigkeit, sich ihr eigenes Glückssüppchen kochen zu können, anstatt darauf zu warten, es von anderen serviert zu bekommen. Würden wir alle die Fähigkeit haben, uns selbst besser zu managen, bräuchten wir weniger Zeit, die Fehler bei anderen zu suchen und an der eigenen Geschichte rumzumäkeln. Es gibt nur einen Glückszustand, der ist JETZT. Wer in der Vergangenheit lebt ist genauso unglücklich wie der, der dauernd an die Zukunft denkt.  Hätti, wari, sollti – schon so zu denken macht unglücklich! Das funktioniert nicht. Ich rede hier nicht von schweren Depressionen, die durchaus somatischen Ursprungs sein können, sondern von unseren Gefühlen. Zuerst ist immer die Kognition, das Denken über eine Situation, erst diese löst die Emotion aus. Ich muss also meine Gedanken beherrschen lernen, dann kann ich meine Gefühle managen und bewältigen. Im Negativen wissen wir es ganz genau, man denkt, der Partner hätte dies oder jenes schlecht gemacht, schon geht die Gefühlsspirale abwärts. Die positive Spirale nach oben ist da schon schwieriger. Ich sage nie: Schau morgens in den Spiegel und sag dir, wie wunderbar du bist. Das gelingt mir selber auch nie. Ich sage: Werde Herr im eigenen Haus, indem du deine Gefühle beherrschst und nicht sie dich. Wenn ich also die kleinen Dinge, die mich glücklich machen, in meinen Alltag einbaue, dann verfliegen meine inneren Regenwolken wie von selbst. Manchmal hilft dabei zwar ein Selbstmanagementtraining, aber die besten Therapeuten sind die, die in uns selber leben, indem wir ihnen ausreichend Platz zum Atmen gewähren.

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