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Glück, der liebe Gott & gute Gene

Am 26. Oktober ist der Künstler zu Gast in der Salzburgarena, der als erster Mann das BRAVO-Cover zierte. Dieses Jahr wurde er 75 Jahre alt, die Bühne rockt er aber immer noch wie vor fast 60 Jahren: Peter Kraus im Interview mit der SALZBURGERIN über seine Karriere, den Rock’n’Roll und seine weiteren Pläne.

Herr Kraus, Sie stehen seit fast 60 Jahren auf der Bühne, singen und schauspielern.

Hat es jemals einen anderen Beruf gegeben, den Sie sich hätten vorstellen können?

Als ich ein Kind war, da war Auto-Designer mein Traumberuf. Aber dann ist es rasch das Showbusiness geworden, das mich fasziniert hat, mit dem Ziel Schauspieler zu werden und Musicals zu spielen. Das wollte ich machen, bis ich 35 werde – und danach ein begnadeter Filmregisseur werden. Aber mir ist der Rock’n’Roll dazwischen gekommen.

Das heißt, das Singen ist Ihre wahre Berufung, noch vor der Schauspielerei?

Es ist schon wunderbar, einen Film zu drehen, aber auf der Bühne zu stehen – das ist mit nichts zu vergleichen. Während man im Fernsehen so abhängig ist von Quoten und Regelungen, hat man auf der Bühne selbst die Verantwortung, dass alles funktioniert. Nur hier hat man den direkten Kontakt zum Publikum, und es ist einfach unbeschreiblich, wenn du die Augen strahlen siehst, wenn die Fans mittanzen. Es ist einfach faszinierend, die Leute immer noch mit Rock’n‘Roll zu begeistern, der ja schon totgesagt worden ist, als ich erst 18 war.

Sie haben sozusagen den Rock’n’Roll nach Deutschland und somit auch nach Österreich gebracht. Fühlen Sie sich heute auch noch als Rock’n’Roller?

Rock’n‘Roll ist eine Lebenseinstellung. Damals wollte ich damit den jungen Leuten predigen, selbstständig zu denken, sich nicht mehr auf das Reglement der Eltern zu verlassen. Was ich will, ziehe ich durch – auch gegen Widerstände von oben. Das ist für mich Rock’n’Roll – und das lebe ich auch heute noch. Ich lebe so, wie ich es mir erträumt habe zu leben.

Mit „Das Beste kommt zum Schluss“ geben Sie nun Ihre Abschiedstournee. Was erwartet die Zuschauer bei dieser besonderen Show?

Das Beste eben. (lacht) Das Publikum bekommt das, was es sich wünscht. Wir spielen Songs, die an alte Zeiten erinnern, wir zeigen Retrospektiven vom Leben damals, Videoeinspielungen von alten Filmen – aber wir bringen auch die Lieder der neuen CD. So mischen wir Altes und Neues, Nostalgisches und Modernes. Und ganz im Sinne der Show arbeite ich dieses Mal mit einem Chor.

Können Sie sich denn ein Leben ohne Bühnenpräsenz vorstellen?

Man sollte das mit der Abschiedstournee nicht so ernst nehmen. Nein, ich kann es mir nicht vorstellen! Es soll ja auch kein Abschied von der Bühne werden, aber schon ein Abschied vom Tourneeleben. Ich möchte nicht mehr ständig auf Achse sein, aber von der Musik lasse ich sicher nicht. Ich habe den Kopf voller Ideen, arbeite gerade an einem neuen CD-Projekt. Ich habe außerdem so viele Hobbys, so viel zu tun – und ich weiß ja nicht, wie viel Zeit ich noch habe. Ich möchte nie sagen müssen: „Hätte ich doch früher aufgehört …“.

Verraten Sie uns schon etwas über Ihre Pläne nach der Tournee?

Wie gesagt, ich habe viele Ideen für eine neue CD, eventuell wieder in derselben Art wie meine aktuelle CD, auf der ich Musik von heute in meinen Sound verpacke. Und wer weiß – vielleicht gibt es ja doch eine Fortsetzung der Tournee aufgrund des großen Erfolgs …

Sie sind mit 75 so aktiv, immer noch der Sunny Boy, wie schon vor Jahrzehnten. Was ist das Geheimnis Ihrer Jugendlichkeit?

Wenn ich das wüsste! Einfach Glück, der liebe Gott, gute Gene. Ich habe in meiner Jugend wild und ausschweifend gelebt und überlebt. Mit meiner Frau habe ich dann einen anderen Lebensstil gefunden, die hat auf mich aufgepasst. Ich sag‘ immer, sie hat sich ihren Traummann zurechtgebogen, den sie sich immer gewünscht hat, ohne dass ich es gemerkt habe!

Aber auch die Rock’n’Roll-Einstellung hat mich immer jung gehalten. Und dass ich bereits relativ früh das Tessin als Insel der Ruhe gewählt habe, so wie heute Gamlitz – das war rückwirkend schon sehr gescheit!

Am 26. Oktober führt die Tournee Sie nach Salzburg. Sie haben ja schon als Kind und auch später in Salzburg gelebt …

Ja, und ich hänge auch sehr an Salzburg. Witzigerweise habe ich aber relativ selten Veranstaltungen in Salzburg gehabt. Ich war in den vergangenen Jahren viel öfter privat in Salzburg als mit Konzerten. Ich genieße die Zeit in Salzburg sehr, damals, als wir in Bergheim gewohnt haben, genauso wie heute, wenn ich auf Besuch bin und durch die Stadt schlendere.

Vor kurzem sind Sie mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet worden. Andreas Gabalier hat Sie in seiner Laudatio als Vorbild bezeichnet. Welche Parallelen sehen Sie zwischen sich und Gabalier?

Wir hängen beide mit vollem Herzen an der Musik, die wir machen, was ja heute nicht mehr selbstverständlich ist. Ich habe damals aus reiner Euphorie angefangen, und das ist heute ähnlich bei Andreas. Er macht die Musik, die ihn bewegt, er ist echt. Und daher rührt auch mein Erfolg, dass ich die Lieder singe, an denen ich wirklich hänge. Das ist, was ich will, und dass ich das tun kann, ist sicherlich ein Privileg.

Was bedeutet es für Sie, nun auch Träger des Ehrenkreuzes zu sein?

Ich bin sehr, sehr stolz darauf! Ich habe zwar immer den Professor angepeilt, aber mittlerweile bin ich aufgeklärt worden, dass das Ehrenkreuz sogar über der Professur steht. Aber den Professor hätte ich dennoch gern – vielleicht bekomme ich ihn ja dann zum 80er verliehen!

Doris Thallinger

Cathy Kagiri, geboren 1990 in Nairobi, Kenia, kam vor fünf Jahren nach Österreich, um zu studieren. Als Au Pair-Mädchen fasste sie Fuß in Salzburg. Heute ist die schöne Kenianerin fast fertig mit ihrem Geschichte – Studium an der Universität Salzburg – und außerdem die frisch gekrönte Miss Integration sowie unser Cover-Model der SALZBURGERIN. Für Cathys titeltaugliches Make-up und Haare sorgte Evelyn Karbach vom Team Mario Krankl. Die 24-Jährige wurde Newcomerin des Jahres 2015 bei den Austrian Hairdressing Awards und hat mit ihrer allerersten Kollektion bereits die begehrte Trophäe für das Team Mario Krankl (Judengasse 11 in Salzburg) gewonnen.

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