Gesundheit messbar machen?

Einfach mal lockerlassen? Klingt unkompliziert, ist aber für Gestresste schwierig. Wie Energiebahnen durch sanften Druck wieder in Fluss geraten und Gesundheit sogar messbar wird?
 Ein Artikel von Maria Riedler

Fotos: www.kaindl-hoenig.com

Gedämpftes Licht, ein weicher Liegeplatz am Boden. Sonja Laszloffys Hände tasten sich sanft kreisend und drückend an verschiedenen Stellen meines Körpers voran. Sie ist Shiatsu Therapeutin. Bei Shiatsu geht es um eine Stimulierung des Energieflusses. Mit ihren Fingern ertastet sie sogenannte Meridiane. Durch diese Bahnen wird die Energie, auch Qi genannt, transportiert. Und manchmal fühlt es sich gut an, doch bevorzugt hält ihr Druck an einigen Punkten, die dumpf schmerzen. „Ein dumpfer Schmerz spricht für eine Energieleere, während der stechende Schmerz zeigt, dass sich dort zuviel Energie angesammelt hat“, so die Therapeutin.

Energie soll fließen

Sonja Laszloffy praktiziert seit über 20 Jahren Shiatsu, diese japanische Form einer Behandlung, die auf der Philosophie der traditionellen chinesischen Medizin basiert. Ziel ist es, mit der Diagnose nach dem Japaner Saito, den momentanen Meridianzustand zu erkennen, der die Befindlichkeitsstörung aufdeckt, um dann manuell, wie auch mit anderen Hilfsmethoden, das gesamte Meridiansystem auszugleichen. Obwohl Laszloffy gerade an meinem rechten Bein drückt, meint sie: „Ihre Schultern sind nicht gerade und schmerzen. Stimmt das?“ Ja, das stimmt tatsächlich und schon drückt sie auch am Bauch auf eine Stelle; das ist jetzt unangenehm. „Bei Ihnen geht es bereits in das tiefere Meridiansystem.“ Laszloffy hat diese vervollständigten Techniken vom japanischen Shiatsu-Meister Tetsuro Saito gelernt; er entwickelte das Shin So Shiatsu, eine erweiterte Form von Shiatsu, das mit präziseren Diagnose-Möglichkeiten effektivere Behandlungen ermöglicht. Bei meiner Behandlung kommen auch verschiedene Griffe zum Einsatz, bei denen die Therapeutin Körperteile passiv in einer bestimmten Stellung hält und so die Muskulatur dehnt. Da es beim Shiatsu um eine Stimulierung des Energieflusses geht, sind die Bewegungen sanft und ruhig. Sonja Laszloffy schlägt mir vor, bei mir jetzt die „heiße Nadel“, die sogenannte „Yaki Hari“ einzusetzen. Das klingt irgendwie bedrohlich, aber Laszloffy lächelt nur und irgendwie vertraue ich dieser ruhigen und besonnenen Therapeutin. „Damit kann ich eine Behandlung im tiefen Meridiansystem machen, um Blockaden zu lösen“, erklärt sie. In meinen Schultern stecke zuviel Energie, die im Bereich des Kreuzbeines fehle. Tatsächlich habe ich einen „Gleitwirbel“, der immer wieder leichte Schmerzen macht.

„Je nach Krankheit sind unterschiedliche Meridiansysteme betroffen.“

Verstopfter Gebirgsbach

Mit ihren Fingern zeichnet sie runde Kreise am unteren Rücken und erhitzt mit einem Feuerzeug eine Nadel. „Dann kann die Energie wieder fließen“, erklärt sie mir und vergleicht das mit einem Gebirgsbach, der durch Verklausungen verstopft ist. Mit diesen Nadeln öffne sie quasi die Verklausung. Das Meridiansystem sei mit dem Wasserkreislauf vergleichbar: die Energie – Seiki – versorgt uns und ist eine positive Energie. Laszloffy setzt sie an verschiedenen Akupunkturpunkten an. Die verbrauchte Energie – Yaki – kommt mit ihrer „Moxa-Behandlung“ an die Oberfläche. „So werden Sie sich gleich besser fühlen“, sagt Laszloffy, was stimmt. Laszloffy arbeitet auch mit einer Ärztin zusammen, denn sehr häufig stellt sie hier „Probleme“ fest, die einer ärztlichen Abklärung bedürfen. Gute Erfolge erzielt sie nach ihren Angaben beispielsweise bei Verdauungsstörungen, manchen Erkrankungen des Bewegungsapparates, Stress-Symptomen wie Schlaflosigkeit, Nervosität, Erschöpfungszuständen, Burn-out, Depressionen, Migräne, Schmerzen, Menstruations- oder auch Wechselbeschwerden.

Für sie gehören dazu auch die Therapiebehandlungen mittels PSE und Traditioneller Europäischer Heilkunde. „Ein Ineinandergreifen mehrerer Behandlungsmethoden ist manchmal sehr sinnvoll und ich weiß durchaus, wo meine Grenzen als Therapeutin liegen.“Ergänzend arbeitet die Therapeutin mit einem REBA-Testgerät, das ihr zusätzlich für das „Austesten der individuellen Gesundheit“ zur Verfügung steht. Durch das Testgerät soll offensichtlich die allgemeine Vitalität, emotionales Befinden und die Konzentrationsfähigkeit sichtbar gemacht werden können. „Das funktioniert wie bei einer Computer-Festplatte. Ich finde so mit Hilfe von speziellen Testsubstanzen heraus, woher der Energiemangel kommt. Der Ursprung kann sowohl auf der emotionalen Ebene oder auf der Organebene zu finden sein. Danach richte ich die Behandlungsmethoden aus.“

„Menschen, die zu mir kommen, spüren eine Verbesserung.““

Kommentar der Redaktion: Gesundheit austesten

Sonja Laszloffy bringt auf dem Gebiet der alternativen Heilmethoden viel Wissen und Erfahrung mit, das sie beispielsweise auch in Zusammenarbeit mit Schulmedizinern ständig erweitert und ausbaut. Mit der manuellen Behandlung verschafft sich Sonja Laszloffy über den physischen wie auch psychischen Zustand ihrer Patienten einen Überblick. Die Meridiane sind in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung und können als Bindeglied zwischen Körper und Psyche verstanden werden. Werden Meridiane behandelt, so wirkt sich das sowohl auf den Körper als auch auf die Psyche aus. Zudem arbeitet Laszloffy mit dem REBA-Testgerät, das auf Grundlage profunder Kenntnisse über Schulmedizin, Naturheilkunde, Psychologie sowie Kenntnissen der TCM von Dr. Banis entwickelt wurde. Das Gerät ist eine große Hilfe bei der Ermessung des Gesundheitszustandes. Um es richtig einsetzen zu können, ist allerdings ein profundes Wissen in Bezug auf kinesiologische Verfahren, auf Zusammenhänge des Körpergeschehens sowie auf psychosomatische Zusammenhänge notwendig. Die fokussierte Austestung mit dem REBA-Gerät hilft dabei, Aufschlüsse darüber zu bekommen, von wo Befindlichkeitsstörungen ausgehen. Dennoch ist es immer auch notwendig, diese Art der Diagnose schulmedizinisch zu begleiten!

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