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Genauso wichtig wie Schnee…

Ein Artikel von Susanne Radke, Redaktion Pinzgau

Der September hat schon einen Vorgeschmack auf den nahen Winter geliefert. Die Gipfel sind weiß und das freut zumindest die Touristiker: Es können Schnee-Depots angelegt werden und der Start der Wintersaison scheint vorerst gesichert. Aber fast ebenso begehrt (und rar) wie Schnee zu Weihnachten ist qualifiziertes Personal für Hotellerie und Gastronomie.

Foto: Drobot Dean - fotolia.com

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Österreich zählt weltweit zu den Ländern mit der besten touristischen Infrastruktur, doch die hochwertige Hardware benötigt entsprechende Software. Wenn der Kellner zum dritten Mal die falsche Bestellung bringt, wenn man in der urigen Almhütte in breitem DDR-Deutsch begrüßt wird, wenn das wunderschöne Zirbenholzzimmer schlecht geputzt ist und schon gar, wenn Apfelstrudel oder Wiener Schnitzel nicht schmecken – dann fühlt sich der Gast unwohl. Und noch viel mehr der Wirt, der seit Ewigkeiten verzweifelt auf der Suche nach Koch, Kellner und Zimmermädchen ist. Dieses Problem ist zum Teil hausgemacht, denn lange Zeit waren 7-Tage-Woche, schlecht oder gar nicht bezahlte Überstunden, versiffte Personalquartiere und unsichere Anstellung im Gastgewerbe weit verbreitet. Das hat sich – bis auf wenige schwarze Schafe – grundlegend geändert und ein guter Koch kann im Pinzgau gleich viel verdienen wie ein Akademiker. Wir haben engagierte Tourismusschulen und die (regionalen und internationalen) Karrieremöglichkeiten im Fremdenverkehr sind nahezu unbegrenzt. Wirtschaftskammer, Regionalverbände und Interessensvertretungen bemühen sich seit Jahren, diese Fakten im Bewusstsein von Eltern und Jugend zu verankern und das Image der Tourismusberufe zu stärken. Auch hier wäre ein Klimawandel dringend nötig und auch hier fehlt das Verständnis – selbst wenn die Rahmenbedingungen schon angepasst wurden…

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