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Gemütliches Wohnen mit der richtigen Heizung

Steigende Energiepreise – Energiesparpotenziale – Wie heizen? Welcher Ofen? – Richtige Planung – Umweltbelastung versus Kosten – Förderungen

Österreichs Haushalte ver-
heizen sinnlos Millionen. Weil die Planung der Heizung nicht adäquat war oder durch vernachlässigte Wartung von Heizungen, ungenau regelbare Heizkörperventile und schlechte Wärmeverteilung verschwenden Österreichs Haushalte rund 200 Millionen Euro pro Jahr. Und es kommt natürlich auch auf die richtige Wahl der Heizung an, Energie richtig und effizient einzusetzen. Dass dadurch, also durch die professionelle Planung einer Heizung, deren richtige Verwendung bzw. Bedienung, die vielleicht auch attraktive Zusatzheizung durch Kachelöfen oder Kamine auch viel Energie gespart und die Umwelt entlastet werden kann, trägt zur ganz persönlichen Energie-Verbrauchsbilanz bei.

Einsparpotenzial: 200 bis 900 Mio. Euro

Rund 200 Millionen Euro pro Jahr, so sagen Fachleute, ließen sich in Österreich beim Heizen ganz einfach sparen: Wenn der Installateur die Heizung wartet und manuelle Regelventile, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen, durch neue Thermostatventile ersetzt, sinkt der Energieverbrauch um rund 15 Prozent. Wenn er auch noch die Wärmeverteilung durch einen hydraulischen Abgleich der tatsächlich benötigten Leistung anpasst, ergeben sich laut einer Studie Einsparungen von bis zu 27 Prozent pro Jahr. Im Vergleich zur teuren thermischen Sanierung von Gebäuden, sind Thermostatventile günstig. Die Heizkosten ließen sich aber noch mehr reduzieren, wie anhand einer AEA-Studie erkennbar ist. „Österreichweit können Haushalte durch Sanierung der 600.000 alten Heizungsanlagen 900 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Bei einer Berechnungsgrundlage von 10 Cent/kWh entspricht diese Einsparung zwei Millionen Tonnen CO2 oder 9.000 GWh Energie.“ Hier besteht also ein riesiges Sparpotenzial. Noch mehr Energie, Klimagase und Geld könnte gespart werden, wenn die Heizung nach einer thermischen Sanierung an den geringeren Wärmebedarf angepasst wird. Diese Maßnahme steigert zudem den Heizkomfort.

Mehr Energieeffizienz

Im Gegensatz zu Deutschland und anderen Ländern wurde das Ersetzen von alten Heizungsreglern durch neue Thermostatventile in Österreich vom Gesetzgeber erstmals mit dem im Juli 2014 beschlossenen EEffG als Energieeffizienz-Maßnahme anerkannt. Der Tausch erfolgt allerdings nur auf freiwilliger Basis, er sollte jedoch im eigenen Interesse möglichst rasch erfolgen. Der Betrieb erfolgt ohne Stromverbrauch und ohne Batterien. Der Austausch alter Regulierventile gegen neue Thermostatventile kann in der Regel ohne großen Aufwand erfolgen und amortisiert sich relativ rasch. Der Installateur sollte im Tauschfall auch gleich das Heizungswasser auf Verschmutzung prüfen und gegebenenfalls reinigen (damit die einwandfreie Funktion der Heizungsanlage gewährleistet ist). Laut CO2 Online (deutsches Energiespar-Portal) wird „der hydraulische Abgleich zur optimalen Wärmeverteilung nur in
14 Prozent aller Haushalte“ durchgeführt. Genaue Werte für Österreich gibt es nicht, aber es ist davon auszugehen, dass es in Österreich nicht viel anders ist. Beim hydraulischen Abgleich wird das Wärmeverteilsystem der tatsächlich benötigten Leistung bzw. den Gegebenheiten des Gebäudes angepasst, sodass z. B. auch der letzte Heizkörper optimal mit Wärme versorgt wird.

Ofen: Effizienz und Emission

Ofenhersteller müssen sich wappnen: Ab 2015 werden Grenzwerte hinsichtlich der Emissionen weiter verschärft – egal, ob Kachelofen oder sonstige. Strenge Grenzwerte hinsichtlich der Emissionen, die von Ofenherstellern erfüllt werden müssen, sind im Bereich der Heiztechnik an und für sich nichts Neues. Anfang 2015 werden diese noch einmal verschärft. Übrigens: Seit Kurzem werden in Österreich neu installierte Hackgut- und Pellets-Zentralheizungen sowie Pelletskaminöfen mit bis zu 1.400 Euro vom Klima- und Energiefonds gefördert, wenn dadurch alte Heizungen (Fossil, Strom oder Holz) bei Privatpersonen ersetzt werden. „Heizenergie aus regionaler Biomasse bringt Versorgungssicherheit und stärkt die heimische Wirtschaft“, verdeutlicht Umweltminister Andrä Rupprechter die Effekte des Klimafonds-Förderprogramms für Holzheizungen. Für eine neue Holzheizung spricht auch, so der Klimafonds, die enorme Kostenersparnis gegenüber fossilen Heizungssystemen: „Im Vergleich zu Heizöl ist bei einem mit Pellets oder Hackgut beheiztem Haus nur mehr mit den halben Brennstoffkosten zu rechnen. Bei älteren Häusern kann die Ersparnis einige tausend Euro im Jahr betragen.

Was gefördert wird

Gefördert wird konkret der Tausch von Zentralheizungskesseln, die mit fossilen Energieträgern betrieben werden und von elektrischen Nacht-oder Direktspeicheröfen. Je beantragtem Kessel, werden 1.400 Euro Förderung gewährt. Pelletskaminöfen werden mit 500 Euro gefördert. Neu ist, dass auch der Tausch alter Holzkessel (mindestens 15 Jahre alt) mit 800 Euro gefördert wird. Insgesamt stehen 4,2 Mio. Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Die Errichtung von Neuanlagen (ohne Ersatz eines fossilen Brennstoffes bzw. einer 15 Jahre alten Holzheizung) sowie Stückholzheizungen werden nicht gefördert. Einreichen können ausschließlich Privatpersonen bis 01.12.2014.

Planung (nur) mit Profis!

Anders als bisher erfolgt die Einreichung für die Förderaktion in einem zweistufigen Verfahren. Vorher sollte man jedoch mit einem professionellen Planer, etwa einem einschlägigen Ingenieurbüro, einen Termin ausmachen, die neue Holzheizung planen lassen, und dann einen Installations- und Fertigstellungstermin fixieren. Ähnliches gilt selbstverständlich auch für alle anderen Heizanlagen, vom Kachelofen bis zum offenen oder Heiz-Kamin, wobei die Effekte der beiden genannten Varianten bedacht werden sollen, die sehr gegensätzlich wirken.  Ersterer ist schön, praktisch, ökologisch vernünftig und langfristig sparsam, auch sehr gut individuell gestaltbar und an die Räumlichkeit anzupassen. Das Prinzip eines Heizkamins oder eines Kaminofens ist das der schnellen Strahlungswärme, und auch die Optik ist eine andere.

Der Kamincharakter drängt die Wärmespeicherung in den Hintergrund, erlaubt aber eine schnellere Wärmeerzeugung. Generell gelten für die Erbauung und Betriebserlaubnis eine ganze Menge Normen, Richtlinien und Vorschriften, die nicht nur die Emissionsgrenzwerte und Mindestwirkungsgrade festlegen, sondern auch die Heizlast, den Schallschutz oder den Brandschutz betreffen. Dementsprechend wichtig ist in jeder Hinsicht und, damit sich die Investition wirklich lohnt, eine fachlich kompetente Planung.

Ein Kachelofen ist vor allem im Eigenheim eine energetisch, ökologisch und finanziell sinnvolle Investition (auch in Kombination mit einer Solaranlage oder einer Wärmepumpe), die wenig Wartung benötigt und durch extreme Lebensdauer besticht.

Rene Herndl

www.holzheizungen.klimafonds.gv.at

www.umweltfoerderungen.at/
holzheizungen

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