Gemeinsam sind wir stark!

Redaktionskolumne

Der 8. März ist Weltfrauentag. Für manche ist das ein Tag, an dem gekämpft und demonstriert wird. In den späten 1990er Jahren wurde etwa in der „Halbe-halbe-Kampagne“ auch durch die Politik dazu aufgerufen, sich für die Gleichstellung der Geschlechter stark zu machen. Die Arbeit im Haushalt zu gleichen Teilen zu erledigen, war das Ziel. Aber gibt es nicht auch die Möglichkeit, anfallende Arbeiten nach Talenten aufzuteilen? Und nein, es gibt keinen Menschen, der überhaupt keine Haushaltstalente hat! Vielleicht ist der eine genauer beim Staubsaugen, der andere wäscht aber lieber. Es soll auch Leute geben, die gerne bügeln. Warum diejenigen dann nicht das Bügeln übernehmen lassen? Natürlich soll die Arbeit dann nicht bei einer oder einem hängen bleiben. Aber vielleicht kann man manchmal bei 60–40 auch ein Auge zudrücken. In der nächsten Woche schaut’s dann dafür wieder anders aus. Ganz nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark!“ macht auch das Projekt Haushalt mehr Spaß und ist schneller erledigt – das Streiten fällt so nämlich auch weg!

Manche – und das betrifft nun auch wieder Männer und Frauen – finden Weltfrauentagsaktionen wie das Umbenennen der Straßennamen unnötig, manchmal sogar lächerlich. Da sorgte beispielsweise 2008 in Salzburg die Aktion „Achtung, Achtung“ für Aufsehen: Von 22. Februar bis 15. März konnte man damals in der Linzerinnen Gasse spazieren gehen.

Ganz aktuell wird in der „Wiener Zeitung“ der Weltfrauentag zu einer ganzen Woche ausgeweitet: Leitartikel, Kommentare, Interviewpartner, Experten etc. sind verstärkt weiblich. 314 Jahre habe es gedauert, bis eine Frau den Leitartikel dieser Zeitung geschrieben hat – so Solmaz Khorsad. Da wurde es dann wohl wirklich einmal Zeit! Schließlich schadet ein Perspektivenwechsel ja auch nicht, wenn man sich eine Meinung bilden möchte. Dieser Perspektivenwechsel sollte ruhig öfter auch männlich und weiblich sein.

Warum aber gibt es diesen Kampf, dieses Aufwiegen und Gegenrechnen überhaupt? Sollte es nicht unser aller Anliegen sein, gemeinsam glücklich zu leben? Ja, Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt es, schon rein auf Grund biologischer Gegebenheiten. Doch gerade diese Unterschiede sind es doch, die den Reichtum unseres Beisammenseins ausmachen! Ab und zu den Standpunkt zu ändern, versuchen, die Dinge wie ein Mann oder wie eine Frau zu sehen, bringt vielleicht nicht nur neue Erkenntnisse, sondern auch Verständnis für die Probleme und Sorgen des anderen Geschlechts – und da geht es nicht immer nur um den Haushalt und die Wäsche.

Die moderne Frau von heute muss nicht mehr um ihr Wahlrecht oder um das Recht darauf, ohne Erlaubnis ihres Mannes arbeiten gehen zu dürfen, kämpfen. Oft sind die Benachteiligungen versteckt. Und die gehören aufgedeckt und anderen ins Bewusstsein gerufen. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass wir das Miteinander leben sollten – Männer und Frauen, Einheimische und Fremde, Alte und Junge. Manchmal kann man überspitzten Aktionen ja vielleicht auch ein Augenzwinkern entgegnen und sich selbst auf die Suche nach Ungerechtigkeiten machen, die es übrigens manchmal auch Männern gegenüber gibt. Denn miteinander geht’s doch einfach leichter!

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