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Gemeinsam für die Biene

Ein Artikel von Birgit Gehrke, Redaktion Flachgau

Das fleißigste Nutztier der Erde verschwindet langsam – die Biene ist in höchster Gefahr. Auch im Flachgau wird diese Entwicklung mit Sorge beobachtet. Umwelteinflüsse spielen hier weniger eine Rolle. „Wir haben keine Getreidebauern und auch das Obst wird nicht gespritzt“, sagt Franz Berghammer, Obmann des Obst- und Gartenbauvereines Bergheim. Eine wichtige Zweigstelle des Vereines sind seit Jahren die Imker, derzeit 22 Mitglieder und etwa 230 Bienenvölker stark. Aufgrund des organisatorischen Zusammenschlusses der Imker mit dem Gartenbauverein übernimmt die Gemeinde Bergheim die Kosten für die Mittel zur Bekämpfung der Varroamilbe. Wird sie nicht bekämpft, kann die etwa 1,6 Millimeter kleine Milbe das Todesurteil für ein ganzes Bienenvolk bedeuten. Ein weiteres Problem: das Wetter.
Auch in Bergheim geht es den Bienen nicht gut – es ist zu kalt. „2016 haben wir Imker, trotz großen Aufwands, überhaupt keinen Honig bekommen. Je nach Lage sind bei uns etwa 20 Kilo Honig pro Saison normal“, erzählt Berghammer, der selbst 20 Bienenvölker betreut. In 65 Jahren sei so was noch nie vorgekommen, berichtete eines der ältesten Mitglieder. Durch die Kälte konnten die Blumen nicht richtig blühen, die Bienen hatten zu wenig Nahrung.
„Wir hatten dieses Jahr den sechsten Frühling mit so kalten Temperaturen. Im Flachgau wird es heuer so wie im vergangenen Jahr im Frühjahr keinen Blütenhonig geben“, bestätigt Imkermeister Wilhelm Kastenauer. Doch auch eine andere Entwicklung zeigt sich – je weniger Bienen es werden, desto mehr Leute interessieren sich für die Imkerei. „In den vergangenen Monaten sind in Salzburg 286 neue Mitglieder dazugekommen, allein 30 Prozent davon im Flachgau.“ Wer Angst vor Stichen hat – das passiert weniger häufig als angenommen. „Ich trage meist Schutzkleidung. Und es kommt auf das Wetter an, vor einem Gewitter
stechen die Bienen mehr“, sagt Berghammer.

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