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Gelebte Geschichte

Ein Artikel von Andrea Kocher
Foto: Salzburger Freilichtmuseum

Foto: Salzburger Freilichtmuseum

Der Frühling erwacht derzeit überall. Aus dem Lungau schickt die blühende Jahreszeit sozusagen eine spannende Entdeckung in Richtung Landeshauptstadt. Es ist ein historisches Gebäude, das schon bald das Freilichtmuseum Großgmain bereichern wird: Die „Rainer-Keusche“ aus Ramingstein-Mignitz. Michael Weese, Direktor des Freilichtmuseums, ist erfreut: „Wir haben es hier mit einem zur Gänze aus Holz gebauten Haus zutun, aus dem Spätmittelalter. Ein so hohes Alter bei Bauten aus dem bäuer-lichen Bereich ist sehr selten.“ Das Freilichtmuseum darf sich also, nebst den bisherigen typischen Bauten aus dem Lungau, über eine neue Rarität glücklich schätzen. Speziell ist nämlich auch, dass die „Stück-um-Stück-Umsiedlung“ der Rainer-Keusche von den Museumsbesuchern in den nächsten Wochen live beobachtet werden darf. Ende September sollte das Lungauer Original dann in seiner Gesamtheit zu bewundern sein. Mit über 500 Jahren soll die Rainer-Keusche das älteste Kleinbauernhaus Salzburgs sein. Schon seit längerem ist die Keusche, die zwischen 1482 und 1483 errichtet wurde, im Mittelpunkt archäologischen Interesses. Eine keramische Ofenkachel war etwa eines der bisherigen Fundstücke in dem historischen Hausrat. Und ein sogenannter „Rechenpfennig“. Die Geschichte lässt also grüßen, und es wäre längst nicht die erste aus dem Lungau. Entdeckungen wie diese erinnern an manch‘ andere Errungenschaften: Zum Beispiel an die aus der spätrömischen Zeit stammende Goldmünze „Solidus“, gefunden im Göriachtal vor über zehn Jahren von einer Schülerin. Die Münze wurde zwischen 395 und 402 vor Christus datiert und gilt nach wie vor als eine historische Sensation.

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