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„Gebt Euren Kindern Wurzeln und Flügel“

(Johann Wolfgang von Goethe)
Eine Kolumne von Sabine Petzl, Schauspielerin und Moderatorin

Nun, seit mittlerweile fünfundzwanzig Jahren übe ich einen extrem entwurzelnden Beruf aus. Daher ist mir dies für meinen Sohn nicht so möglich gewesen, wie ich es mir ursprünglich für ihn gewünscht hätte.
Aber wie beantworte ich sie, die Frage nach meinen Wurzeln?
An dieser Stelle möchte ich einmal Danke sagen: Hier, in Stadt und Land Salzburg, habe ich ganz entscheidende, prägende und unvergessliche Phasen meines Lebens verbracht. Meine erste große Liebe war durch seinen Vater fest in und mit Mühlbach am Hochkönig verwurzelt, wodurch ich dort einen großen Teil meiner Jugendzeit verbracht, und – sowohl körperlich (in der Gastronomie) als auch an meiner Menschwerdung – hart gearbeitet habe. Später führte mich dann mein Leben als Schauspielerin nach St. Johann, für die Dreharbeiten zu „Medicopter 117“. Dort erlebte ich wundervolle Begegnungen mit Menschen, denen ich noch heute freundschaftlich verbunden bin. Und nach Jahren im (in jeder Hinsicht) kühlen Norddeutschland, habe ich jetzt wieder hier meine Zelte aufgeschlagen. Ob beim Bäcker meines Vertrauens, der Marktstandlerin am Kajetanerplatz, dem Bio-Bauernhof in Morzg oder den neugewonnenen „Hundefreunden“: Zum ersten Mal seit vielen Jahren ist da dieses Gefühl, willkommen und angekommen zu sein. Und wenn mein Sohn und ich vielleicht auch hier keine Wurzeln schlagen werden: Was bleibt, ist die Hoffnung, dass seine Flügel stark und ausgeprägt genug sind, ihn in ein glückliches, zufriedenes, erfülltes Leben zu tragen.

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