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Faszination Alpen

Als härtestes Abenteuerrennen der Welt wird das Red Bull X-Alps oftmals beschrieben. Für die Athleten hieß das heuer fast zwei Wochen zu Fuß oder mit dem Paragleiter durch die Alpen. Für die Zuschauer Spannung pur!
Ein Artikel von Marion Flach
Foto: Red Bull Content Pool

Foto: Red Bull Content Pool

Am 2. Juli fiel heuer bereits zum achten Mal der Startschuss zum Red Bull X-Alps. Bei diesem Rennen, das im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindet, liefern sich Athleten aus der ganzen Welt ein Wettrennen der besonderen Art: Sie dürfen die Strecke, die mit mehreren Zwischenstationen von Salzburg nach Monaco führt, nur zu Fuß oder in der Luft mit dem Gleitschirm zurücklegen.
Als Unterstützung hat natürlich jeder Sportler ein Team im Hintergrund. Mit einem offiziellen Supporter, der 24 Stunden für das Rennkomitee erreichbar sein muss. Dabei war Christian „Chrigel“ Maurer von Anfang an der große Gejagte. Schließlich konnte er das Abenteuer bereits vier Mal hintereinander für sich entscheiden. Seine Ausgangslage schien heuer zunächst aber etwas unglücklich zu sein. Weil er sich eine Grippe eingefangen hatte, konnte er beim sogenannten „Leatherman Prologue“ am Fuschlsee nicht starten und durfte deshalb an Tag 2 des Hauptrennens als Letzter weitermarschieren. Vielleicht wäre heuer der Weg für Paul Guschlbauer, den sympathischen Wahl-Salzburger, direkt an die Spitze frei?

Unberechenbare Natur
Für das Abenteuer von Salzburg nach Monaco braucht man aber nicht nur einen enorm starken Willen, ungeheure Kraft und unbändige Ausdauer. Auch das Glück von oben muss den Sportlern hold sein. Denn wie groß die Auswirkungen von sogenanntem nicht-fliegbarem Wetter sein kann, zeigte sich schon beim „Leatherman Prologue“. Dieser Vorlauf ist ein erstes Abtasten. Gleichzeitig kann man sich aber schon für den Hauptbewerb wichtige Boni erarbeiten. Denn den ersten Drei des Prologues steht ein zusätzlicher „Ledlenser Nightpass“ zur Verfügung. Das heißt, sie dürfen zwei Mal auch während der vorgeschriebenen Ruhezeit von 22 bis 5 Uhr zu Fuß weiterziehen. Fliegen ist allerdings – auch generell – von 21 bis 6 Uhr nicht erlaubt. Alle anderen Athleten haben nur einen „Nightpass“ zur Verfügung.
Da es in diesem Jahr auf Grund des Wetters nicht möglich war, vom Zwölferhorn Richtung Schafberg zu fliegen, musste die Route geändert werden. Es war nun ein reines Trailrunning-Rennen, bei dem der Italiener Aaron Durogati gemeinsam mit Sebastian Huber als erster die Ziellinie überquerte. Dritter wurde der Franzose Benoit Outters, der in diesem Jahr zum ersten Mal bei den X-Alps startete. Und vorerst mischte Titelverteidiger Christian Maurer auf Grund seiner Erkrankung noch nicht mit.

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Beim Leatherman Prologue wurden bereits Kräfte gemessen. Leider nur am Boden.

Foto: www.kaindl-hoenig.com
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Der Weg von Salzburg nach Monaco ist weit. Nur zwei Athleten schafften es schlussendlich ins Ziel. Der Wahlsalzburger Paul Guschlbauer landete 5 km vor dem Ziel auf Platz 3.

Foto: Honza Zak / Red Bull Content Pool
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So sehen Sieger aus! Christian Maurer war bereits zum fünften Mal in Folge der strahlende x-Alps-Champion.

Foto: Harald Tauderer/Red Bull Content Pool

Durch die Luft gewirbelt
Der Start am 2. Juli war dann sogar völlig verregnet. Vom Gaisberg sollten die Sportler eigentlich zum ersten Mal in die Luft abheben. Doch daran war nicht zu denken. Der nasse Start vom Salzburger Mozartplatz, der wohl der nasseste in der X-Alps-Geschichte war, zwang die Abenteurer dazu, ihren Weg vom Gaisberg auch weiterhin zu Fuß fortzusetzen. Der lange Marsch in Richtung Turnpoint 2 am Triglav in Slowenien (Luftlinie 157 km) hatte also begonnen.
Jenen Sportlern, die zu Fuß in ihrem Element sind, kam dies sicher zugute. So war beispielsweise Sebastian Huber auch am Gaisberg der Erste und gewann eine tolle Lederhose. Der Rumäne Toma Coconea war zu Beginn ebenfalls an der Spitze zu finden. Christian Maurer startet von Platz 21 in den zweiten Tag und konnte auf Grund des verpassten Prologues erst mit über zweieinhalb Stunden Verspätung in den Tag starten.
Aber schnell zeigte sich, dass Strategie in diesem Abenteuer alles ist: Die Aufholjagd vom Adler vom Adelboden, wie Maurer auch genannt wird, hatte begonnen. Schon an Tag 3 startete der Ausnahmemann an der Spitze in den Tag. Und auch der Rest des Feldes wurde durcheinander gewirbelt.

Harter Kampf
So war aber nicht nur die Führung hart umkämpft. Auch am Ende des Feldes war es äußerst spannend. Schließlich wurde ab dem vierten Tag alle 48 Stunden das letzte Team des Feldes aus dem Wettbewerb genommen. Natürlich möchte kein Athlet von diesem Schicksal ereilt und zum Aufgeben gezwungen werden!
Leider mussten aber auch einige Sportler aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Die Strapazen waren einfach zu groß, Verletzungen machten das Aufgeben unumgänglich. Einer dieser Abenteurer war beispielsweise Aaron Durogati, der den Prologue noch für sich entscheiden konnte. Schon zu Beginn des Rennens zog er sich eine Meniskusverletzung zu und musste schweren Herzens ausscheiden.
Besonders hart traf es auch den Franzosen Gaspard Petiot. Lange Zeit kämpfte er an der Spitze um die ersten Plätze und war Christian Maurer dicht auf den Fersen. Nach einer unglücklichen Landung am Comer See in Italien brach er sich aber das Handgelenk und zog sich einen Bänderriss zu. Sein X-Alps-Traum war somit zumindest für 2017 ausgeträumt.

Angekommen
Nach unglaublichen 10 Tagen und 23 Stunden erreichte Christian Maurer schließlich als Erster das Ziel. Schon zwei Stunden später folgte ihm Benoit Outters. Für die beiden war das Abenteuer für dieses Jahr beendet, für die anderen Athleten hieß es nun aber noch weitere 24 Stunden alle Kräfte mobilisieren. Denn exakt so lange ging das Rennen nach der Zielankunft des Siegers noch weiter. Für Paul Guschlbauer, der in Hallein lebt, endete das Rennen schließlich 5 km vor dem Ziel auf Platz 3. Zum dritten Mal beendete er somit das Abenteuer X-Alps auf dem Podium.
Aber nicht nur für die Sportler waren es aufregende 12 Tage. Auch Zuschauer hatten die Möglichkeit mitzufiebern und die Helden der Alpen hautnah zu erleben. Per Live-Tracking, Vlogs, Tweets oder Videoübertragungen wurde die Spannung richtig spürbar. So war das Red Bull X-Alps auch für die Zuschauer ein packendes Erlebnis!

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Foto: Sebastian Marko/Red Bull Content Pool

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