beitrag_milica

„Es geht um Frieden und Brüderlichkeit“

Sie verkörpert die Elisabeth in „Meine Stille Nacht“ und ist bekannt als Maria aus „The Sound of Music“. Im Interview plaudert Milica Jovanović über ihre aktuelle Rolle, den Zauber der Weihnacht, Romantik und die Botschaft der „Stillen Nacht“.
Ein Artikel von Doris Thallinger
Pavel Fieber, Dominik Hees und Milica Fotos: Anna-Maria Löffelberger

Pavel Fieber, Dominik Hees und Milica
Fotos: Anna-Maria Löffelberger

Seit 24. November bist du als Elisabeth im Musical Play „Meine Stille Nacht“ auf der Bühne der Felsenreitschule zu sehen. Kannst du uns das Stück und deine Rolle ein bisschen näherbringen?
Das Stück wurde zum Anlass des 200-Jahr-Jubiläums des Liedes „Stille Nacht“ komponiert und geschrieben. Das Lied, also seine Entstehung an sich, kommt nicht wirklich vor. Es geht vielmehr um seine Botschaft, um Frieden und Brüderlichkeit, dass wir alle eins sind. Wir Menschen gehören zusammen und darum geht es auch in unserer Geschichte. Dass wir alle Menschen dieser Erde sind.
Meine Rolle ist die der Elisabeth, einer Jugend-Festival-Referentin in Salzburg – sie ist die erste Frau in einem solchen Amt und auch die erste Frau ihrer Familie, die so ein Amt bekleidet. Elisabeth ist eine sehr modern denkende Frau, sie hat Visionen und Träume und wünscht sich, ein Festival zu organisieren, bei dem nicht nur die österreichische Elite mitmacht, sondern Menschen aus verschiedensten Kulturen, Schichten und Religionen. Und scheitert erst mal mit dieser Idee. An diesem Tiefpunkt lernen wir sie kennen. Und dann gibt es die männliche Hauptfigur, Justin, gespielt von Dominik Hees, der übrigens auch mein Partner im echten Leben ist – das ist für uns wirklich sehr schön, dass wir hier zusammen arbeiten. Die beiden helfen sich gegenseitig, ihre Träume zu verwirklichen. Es ist nicht nur einer, der dem anderen hilft, sondern sie helfen sich gegenseitig, stärken sich, geben sich Mut. Dadurch können beide ihre Träume verwirklichen, das ist das Schöne an diesem Stück.

Die Aussage ist, gemeinsam schafft man es leichter?
Genau, es ist die Gemeinsamkeit und dass wir Grenzen öffnen anstatt sie zu verschließen. Und, dass man auch einmal seine eigenen Vorurteile überprüft. Darum geht es.

Ein brandaktuelles Thema…
Total! Ich finde, Theater muss auch darauf hinweisen, was in der Welt passiert. Wir können uns nicht verschließen und einfach nicht thematisieren, was draußen geschieht. In Europa, auf der Welt gibt es einen Rechtsruck, es gibt Flüchtlinge, die aus den unterschiedlichsten Gründen geflohen sind, wegen Katastrophen, Hunger, Krieg. Und wir müssen uns dem stellen. Man kann Grenzen ziehen oder öffnen und schauen, wie können wir das gemeinsam hinbekommen? Wir als die Menschheit.

Was ist für dich persönlich der Zauber von Weihnachten?
Ich mag an Weihnachten, dass es so ruhig wird, dass man sich die Zeit zusammen nimmt, als Familie. Ich brauche keine Geschenke, darum geht’s mir nicht. Ich mag es einfach, mit lieben Menschen zusammen zu sein, zu essen, zu reden, zu feiern.

Singt ihr an Weihnachten auch „Stille Nacht“?
Nein, ich glaube, das liegt auch daran, dass meine Familie aus dem ehemaligen Jugoslawien stammt und wir nie diese bekannten deutschsprachigen Weihnachtslieder gesungen haben.

Bettina Mönch und Milica

Bettina Mönch und Milica

Gehört nicht zur Familien-Tradition…?
Nein, aber es kann ja noch eine werden. Jetzt kann ich ja auch den Text.

Was bedeutet für dich Romantik, bist du eine Romantikerin?
Doch, ja, ich weiß nicht genau, ob das den Begriff definiert, aber ich bin sehr emotional und liebe es, meine Gefühle ausdrücken zu können. Ich bin sehr froh, dass auch mein Partner sehr emotional ist und seine Liebe durch Worte, aber auch durch körperliche Nähe zeigt, indem wir viel Händchen halten oder immer kuscheln. Ich brauche es, dass ich jemanden habe, der das zeigt. So wie ich es zeige. Und es ist immer wunderschön, wenn wir eine kurze Probenpause haben, dann können wir uns schnell einmal umarmen.

Wie lange seid ihr schon zusammen?
Etwas über zwei Jahre.

„The Sound of Music“ und jetzt „Meine Stille Nacht“ – wie gut kennst du Salzburg mittlerweile?
Was die vegane Küche und Gastronomie in Salzburg betrifft, da bin ich schon sehr gut informiert. Es ist der Hammer, was es hier alles gibt und wie toll man hier essen gehen kann. Die Qualität des Essens und wie viel Bio angeboten wird, das finde ich schon sehr besonders.

Woraus schöpfst du deine Kraft, was machst du in deiner Freizeit?
Ich meditiere jeden Tag und mache sehr gern Yoga. Und wenn ich Zeit habe und in Hamburg bin, wo wir derzeit leben, dann mache ich sehr gern Crossfit. In Wien habe ich das auch gern gemacht, jetzt gerade in Salzburg habe ich mich schon erkundigt, aber die Proben waren so anstrengend, dass ich nicht die Extra-Kraft hatte.

meinestillenacht

Milica Jovanović wurde am 2. Juni 1983 in Dülmen (Nordrhein-Westfalen) geboren. An der Bayerischen Theaterakademie August Everding studierte sie Musical. Neben mehreren Gesangspreisen gewann Jovanović ein Musical-Stipendium an der Royal Academy of Music in London, wo sie u.a. auch mit Andrew Lloyd Webber arbeitete.
Von 24. November bis 18. Dezember ist Milica Jovanović in „Meine Stille Nacht“ zu sehen und ab 22. Dezember bis 16. Juni 2019 in „The Sound of Music“ am Salzburger Landestheater.

Eine Göttin entsteht

Das Titel-Shooting zur Winter-/Weihnachtsausgabe ist immer etwas Besonderes. Da darf es einmal im Jahr wirklich opulent sein, farbenfroh, glitzernd und aufwendig. Und so waren Profis gefragt! Kein Geringerer als Salzburgs Aushängeschild in Sachen Hairstyling, Friseurweltmeister Mario Krankl ließ seine Kreativität fließen, um unserem Titel-Model Milica Jovanović einen wahrhaft prachtvollen Style zu verpassen. Da war es nur von Vorteil, dass Milica als Musical-Darstellerin Extravaganz gewöhnt ist.
Für das zauberhafte, ausdrucksstarke und dennoch natürliche Make-up legte Lena Carrera, Inhaberin des Salzburger Cosmetic Studios L.C. Carrera, Hand an. Die perfekte Vorarbeit, damit Herausgeber und Fotograf Stephan Kaindl-Hönig unsere Titelschönheit schließlich für das Weihnachts-/Winter-Cover inszenieren und ablichten konnte.

Making of

37 total views, 1 views today

Alle Beiträge aus Gesellschaft & Kultur


Facebook IconInstagram